Navigation öffnen

Redeangst – Oh nein, morgen halt‘ ich einen Vortrag

Reportagen

"Angst beflügelt". "Vor Angst wie gelähmt sein". Das sind zwei komplett unterschiedliche Auslegung von Angst. Doch wieso reagieren Menschen so verschieden auf Situationen in der sie Angst haben? Bezieht man das ganze einmal auf die Schule erkennt man, dass die Angst eigentlich gar nichts schlimmes ist. 

Wie schon in der Google-Werbung beschrieben wird, ist Lampenfieber die Angst vor dem Versagen. Auch wenn ich mich immer wieder frage, wie der kleine Junge mit seiner schüchternen Haltung Applaus für seinen Vortrag geerntet hat, zeigt dieser Spot, dass eine gewisse Angst auf jeden Fall gut ist.

Woher kommt diese Redeangst?

Angst hat den Menschen das überleben gesichert. Wenn man ein wildes Tier gesehen hat, war man gut daran beraten so schnell wie möglich zu verschwinden. Ich persönlich entdecke im Büro hier wenige wilde Tiere. Gut, zurzeit habe ich auch keine Angst, aber wenn dann mal wieder eine Präsentation ansteht, hat man doch ein bisschen Bammel. Das nächste mal werde ich schauen, ob ich Publikum nicht doch ein wildes Tier sitzt, aber ich fürchte daher wird die Angst nicht kommen.

Viel mehr ist es die "Angst vor dem Versagen". Aber warum haben wir Angst davor etwas zu versagen? Das bedroht schließlich nicht das Leben. Man muss dazu sagen, dass die Angst in diesem Fall mit der Wichtigkeit des Vortrages, um mal bei diesem Beispiel zu bleiben, zusammenhängt. Wenn ich einen Vortrag vor Leuten halte, die entweder keine Ahnung von der Materie haben oder denen ich mich "überlegen" fühle, hab ich generell weniger "Angst". Das ganze ändert sich natürlich sobald Persönlichkeiten einen beurteilen müssen. Die Angst vor einer schlechten Note, einer schlechten Kritik, Verachtung und Versagen. Das ganze ist also eher "Soziale-Angst".

Wieso ist die Angst gut?

Wenn man vor einem Löwen steht, der auf einen losgehen will. Dann wird man versuchen schneller als Usain Bolt zu laufen. Ein etwas primitives Beispiel, mit einer deutlichen Aussage. Vor lauter Angst schafft man eine Leistung, die in einem normalen "Zustand" nicht geleistet werden kann. Genauso ist es auch bei Vorträge, Bewerbungsgesprächen etc. Die Angst erweitert die Blutgefäße und erhöht die Konzentration. Informationen werden schneller abgerufen, gelerntes wird sofort auf der Festplatte im Kopf angezeigt. Der Körper steht unter Spannung und ist bereit schnell zu reagieren. Aufmerksam, konzentriert und voll dabei.

Das Problem an der Angst

Andererseits kann man auch darauf spekulieren, dass der Löwe einen nicht sieht. Einfach stillstehen. Nicht bewegen. Und in einer Art Schockstarre ausharren. Das ist vielleicht die einfachere Lösung einem Löwen zu entkommen, allerdings auch die risikoreichere. Aber in einem Vortrag wäre es nicht so sinnvoll. Viele haben diese extreme Angst. Diese führt dazu, dass man weder ein Wort rausbringt und ein komplettes Blackout hat. Keine Infos, nur Panik.

Die Lösung

Das Problem an der Sache ist der Kopf. Wenn man denkt; "Ich darf keine Angst haben.", dann ist es bereits zu spät. Das ist das gleiche Spiel wie mit; "Denk nicht an eine Banane." Grade dann wird im Kopf präsent, dass man Angst haben wird. Quasi die Angst vor der Angst des Versagens. Und bei solchen Gedanken wird man schon beim Schreiben ganz durcheinander im Kopf. Die Frage ist, wie kann ich vermeiden, dass mir der Gedanke an Angst überhaupt in den Sinn kommt. Genaugenommen hast du als Leser ja schon den Fehler gemacht und vermutlich nach Tipps gegen Angst gegoogelt. Denn damit hälst du dir vor, dass du ein Problem hast. Das ist aber völliger Quatsch. Ein bisschen gesunde Angst ist vollkommen normal. Angst die einen Blackout und eine Schockstarre verursacht hingegen ist reine Psychologie. Statt der Gedanken an die ganze Angst, einfach mal intensiv vorbereiten. Gedanken über das Thema machen. Bei Problemen und Konflikten in dem Thema nicht daran denken; "oh scheiße, ich schaffe das nicht.", sondern sich die Frage stellen: "Wie werde ich es schaffen?"

Generell gilt: Vorbereitung ist die halbe Miete, aber nicht alles. Gegen so heftige Reaktionen hilft natürlich nur üben, verbessern, üben, den Vortrag verbessern und üben. Das freie Sprechen ist da schon schwieriger zu üben als den Inhalt des Vortrages. Angenommen, die Aufgabe ist super bewältigt, die Angst auch einigermaßen gedimmt, doch der Vortrag steht immer noch vor dem Versagen. Hier kommt dann die restliche Angst ins Spiel.

Angst nutzen

Nutzt die Angst dazu, seid vor dem Vortrag hibbelig, ungeduldig, motiviert macht euch Gedanken über was ihr wollt. Ihr könnt euch verrückt machen oder es lassen. Thesen wie zum Beispiel: Am Tag vorher nichts mehr ändern, nichts mehr lernen, oä. .... Kann man vergessen. Wenn man Verbesserungspotential sieht ist es nie  zu spät. Wirklich WICHTIG, "ist aufm Platz", würde der Fußballer jetzt sagen. Mit anderen Worten: Seid vorher so wie ihr wollt, hauptsache ihr seid beim Vortrag voll konzentriert und bereit.

Nutzt eure Konzentration und Anspannung um den Vortrag souverän rüberzubringen.

 

Sebastian S.