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Was kostet das Leben? (Part 1) – Die erste eigene Wohnung

Afterwork

Die erste Wohnung

Wenn man so ans ausziehen denkt, sieht es im ersten Moment vielleicht erst mal ganz easy zu stemmen aus mit dem ersten eigenen Gehalt. Bisschen Miete hier, bisschen Wurst und Käse da und vielleicht noch ein bisschen was zum Shoppen, oder? Tatsächlich kommt da viel mehr zusammen, als man auf dem ersten Blick sieht. Kleinere Ausgaben, die von den Eltern bisher übernommen wurden, von denen man nichts wusste und sich jetzt summiert. Welche sind das? Und worauf musst du noch achten?

Wohnen

Die erste Frage, die du dir natürlich stellen musst, ist folgende: Willst du alleine wohnen oder mit anderen zusammen, also in einer WG? Beide Seiten haben ihre Vor- und Nachteile.

Wohngemeinschaft Eigene Wohnung
Vorteile Nachteile Vorteile Nachteile
Man hat immer Gesellschaft. Weniger
Privatsphäre.
Viel Privatsphäre. Kein direktes soziales Umfeld.
Deutlich weniger Kosten. Gemeinschaftsregeln, die dir vielleicht nicht passen. Freier in Alltagsentscheidungen (Party, Regeln etc.). Höhere Kosten.
Es ist immer was los. Verschiedene Lebensrhythmen und – philosophien. Du musst keine Rücksicht auf andere nehmen. Alleinige Verantwortung.
Man kann immer nach Hilfe fragen. Eventuelle Streitigkeiten. Freie Gestaltung/Einrichtung der Wohnung. Der innere Schweinehund entfaltet sich leichter.
Man könnte mit seinen Lieblingsmenschen zusammen wohnen. Mögliche Abneigungen zueinander. Vermeidung von Streitigkeiten. Man könnte sich einsam fühlen.
Tipp: Du kannst schauen, ob du mit Freunden, Bekannten oder gar Familienmitgliedern eine WG gründen könntest. So weißt du, auf welche Art Mensch du dich einlässt und hast höchstwahrscheinlich ähnliche Ansichten bezüglich des Lebens, was deinen Alltag erleichtert. Tipp: Um nicht so alleine zu sein und auch einen gewissen Grad an Sauberkeit beizubehalten, kannst du je nach Zeitbudget über ein Haustier nachdenken (ein fester Partner tut's auch).

Hast du dich erst mal entschieden (ziehe dafür ruhig Erfahrungsberichte hinzu, welche du überall im Netz findest),  kommt nun der schwere Part.

Wie und wo findest du eine Wohnung?

Hierbei heißt es Suchen, Suchen, Suchen und ganz viel Geduld an den Tag legen. Am besten beginnst du auf einem Vergleichsportal und schaust erst einmal, wie hoch die Mieten im Schnitt sind, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Scheu dich nicht den Filter zu benutzen und überlege dir, was dir wichtig ist (Balkon? Badewanne/Dusche? Zimmeranzahl? Und so weiter und so fort…) Schau auch auf den Seiten der jeweiligen Wohngesellschaften nach, auf eBay Kleinanzeigen, bei Facebook (in Gruppen über die entsprechende Stadt zum Beispiel) und in der Zeitung. Frag Familie und Bekannte, ob sie nicht mal die Augen offen halten können. Sei auch ruhig offen für eine Wohnung etwas außerhalb (manchmal deutlich preiswerter) und überlege dir, ob für dich der ÖPNV (beachte die entsprechenden Fahrpläne) infrage kommt oder ob du mit Auto fahren kannst/möchtest. Mit etwas Glück findest du dann eine bezahlbare und für dich perfekte Wohnung.

Tipp: Achte bei den Anzeigen darauf, ob Warm- oder Kaltmiete angegeben ist. Für dich ist die Warmmiete am interessantesten.
Schon gewusst? Kaltmiete: reine Miete

Warmmiete: Miete + Nebenkosten (z.B. Müllentsorgung, Hausmeister, Wasser)

Einrichtung

Wenn du das alles abgearbeitet und die Freigabe zum Einzug hast, stellt sich die Frage der Einrichtung. Dein „Kinderzimmer“ kommt ja mit, logisch? Dadurch hast du schon mal ein Bett, den ein oder anderen Schrank und vielleicht sogar einen Schreibtisch. Doch was ist mit einer Waschmaschine? Einen Herd? Einen Kühlschrank? Handtücher? Geschirr? Eine Couch vielleicht? Das alles kann unter anderem wirklich sehr teuer werden. Insbesondere eine Küche. Aber braucht man denn als so junger Mensch mit wenig Budget sofort alles in neu? Frag so viel du kannst in deiner Familie rum. Bestimmt hat sich bei ihnen über die Jahre viel angesammelt. Ein alter Herd irgendwo im Keller? Solange er noch funktioniert: Super! Von jedem ein Handtuch geschnorrt, hier ein Teller, dort eine Tasse. Vielleicht renoviert sogar gerade jemand aus deinem Familien- & Bekanntenkreis und möchte sein altes Zeug los werden?

Tipp: Stürz dich auf keinen Fall in Schulden. Frage rum, halte die Augen offen. Facebook Stellenmarkt, eBay Kleinanzeigen und weitere Flohmarktapps könnten deine besten Freunde werden. Gebraucht ist nicht gleich schlecht.

Strom

Strom ist zum Beispiel nicht mit in der Warmmiete mit eingerechnet. Hier musst du dir selbst einen Anbieter suchen. Schau auch hier erst mal in verschiedenen Vergleichsportalen nach. Im Netz findest du auch Rechner, die deinen Verbrauch ermitteln und du kannst deine Familie nach einer Orientierung fragen. Ansonsten ist es gut lieber etwas mehr Verbrauch einzukalkulieren: Am Ende des Abrechnungsjahres erhältst du im Zweifelsfall Geld zurück (oder musst nachzahlen, falls du mehr verbraucht hast).

Handy & Internet

Ein weiterer nicht zu vergessener Punkt sind Handy & Internet. Zuhause möchte man entspannt das WLAN nutzen, damit man sein limitiertes Datenvolumen nicht opfern muss für Netflix & Co. Je nach Anbieter und Leistung variieren da die Preise sehr stark. Recherchiere auch hier wieder bei verschiedenen Anbietern und schau, welches Angebot am besten zu deinen Bedürfnissen passt.
Mach dich schlau darüber, wie der Empfang der verschiedenen Anbieter in deiner Gegend vertreten ist. Es bringt nichts, ein Haufen Geld für E aus dem Fenster zu hauen. Frag dafür bei anderen nach, wo sie sind und wie zufrieden sie mit ihrem Anbieter sind.