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Was kostet das Leben? (Part 2) – Steuern und Versicherungen

Afterwork

Steuern, Versicherungen & Beiträge

Ein wehleidiges, nicht gern gesehenes, aber dennoch wichtiges Thema.

Steuern

Lohn- und Kirchensteuer können deine Vergütung während der Ausbildung vermindern.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wirst du in der Steuerklasse 1 sein. Das bedeutet, dass du ledig bist und keine Kinder hast.

Lohnsteuern zahlt erst einmal jeder von uns, der Geld verdient - auch Azubis. Das merkst du spätestens daran, dass du im Dezember/Januar einen Lohnsteuerbescheid mit der Post zugeschickt bekommst. Diese Steuern werden dir für das vergangene Jahr abgezogen. Aaaaber wer am Ende des Jahres weniger als insgesamt 9.400 €  [Stand 2020] verdient hat, kann diese Steuern komplett zurück bekommen. Dafür musst du nur eine Steuererklärung machen (lassen). Wenn du dich jetzt ärgerst, weil deine Ausbildung fast vorbei ist und du nun über all das verlorene Geld weinst – beruhige dich. Du kannst eine Steuererklärung auch rückwirkend für die letzten drei Jahre machen. Da kann gut was zusammen kommen.

Sicherlich hast du auch schon was vom Solidaritätszuschlag („Soli“) gehört. Um den musst du dich aber nicht mehr kümmern. Denn ab 2021 ist dieser nur noch für Leute interessant, die im Jahr über 60.000 € verdienen. Niemand verdient so viel in einer Ausbildung. ... und wenn doch, sag uns wo, damit wir uns dort bewerben können!

Interessant ist dafür die Kirchensteuer. Sofern du einer Konfession angehörst, musst du in Brandenburg und Sachsen 9% Kirchensteuer zahlen (berechnend an der Lohnsteuer). Überlege dir wie wichtig dir das ist. Falls nicht, kannst du auch einfach aus der Kirche austreten und wirst von der Steuer befreit (Glauben kann man auch ohne Steuern zu zahlen).

Versicherungen

Das Thema Versicherungen ist hierbei mehr Beachtung zu schenken. Neben den Sozialversicherungen, die automatisch von deinem Bruttogehalt abgehen, kommen noch die privaten Versicherungen dazu.
Zu den gesetzlichen Sozialversicherungen gehören die Krankenversicherung, die Arbeitslosenversicherung, die Rentenversicherung, die Pflegeversicherung und die Unfallversicherung und sie gehen alle vom Bruttoeinkommen ab.

Bei der Krankenversicherung suchst du dir selber eine Krankenkasse aus. Die Kosten werden zwischen dir und deinem Arbeitgeber 50/50 geteilt. Der Betrag liegt gesetzlich bei 14,6 % für dich als Arbeitnehmer. Darauf darf die Krankenkasse aber noch einen Zusatzbeitrag drauflegen. Dieser ist von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich und wird ebenfalls zwischen dir und dem Arbeitgeber aufgeteilt.
Was die Leistungen angeht, gibt es gesetzlich vorgeschriebene, die jede Krankenkasse leistet. Aber ebenso wie den Zusatzbeitrag kommen auch hier Sonderleistungen dazu, die von Krankenkasse zu Krankenkasse variieren. Schau dir dafür Vergleichsportale an und achte darauf, welche Leistungen vielleicht auch speziell für deine Ausbildung wichtig sind.

Die Unfallversicherung wird von der Berufsgenossenschaft getragen. Diese finanziert sich aus den Beiträgen der Arbeitgeber, deren Höhe sich nach dem Gefahrensatz richtet, in den der Betrieb eingestuft ist.

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung beträgt derzeit 18,6 % und wird je zur Hälfte von dir und deinem Arbeitgeber finanziert - also nur noch 9,3 %. Wer gleich in seiner Ausbildung verbeamtet wird, hat diese Abzüge nicht.

Ebenfalls zur Hälfte aufgeteilt zwischen Arbeitgeber und dir wird der Beitrag der Arbeitslosenversicherung, dessen Satz aktuell bei 2,4 % steht. Von deinem Bruttolohn werden dann nur 1,2 % abgezogen.

Der Beitrag zur Pflegeversicherung beträgt 3,05 % insgesamt. Für dich dann nur noch 1,525 %.

Tipp: Mach dir hierüber nicht zu viele Gedanken. Diese Versicherungen gehen automatisch vom Bruttolohn ab und werden dir dadurch gar nicht erst  vom Nettolohn fehlen.

Freiwillige Versicherungen

Neben den gesetzlichen Versicherungen gibt es natürlich noch die privaten. Sobald du ausziehst und auf eigenen Beinen gestellt bist, sind besonders drei Versicherungen wichtig. Ohne sie kann es sehr teuer werden.

Die private Haftpflichtversicherung schützt dich vor den finanziellen Auswirkungen von Schäden, die du versehentlich/unabsichtlich Dritten zufügst und verantwortlich bist. Ohne eine Versicherung müsstest du die Kosten in voller Höhe selbst tragen. Die Leistungen der Haftpflichtversicherung unterscheiden sich je nach Anbieter und gewählten Leistungen. Auch hier wieder: Vergleichsportale ahoi.

Die zweite wichtige Versicherung ist die private Unfallversicherung. Eine Unfallversicherung trägt die Kosten, wenn du nach einem Unfall für längere Zeit nicht oder nur eingeschränkt deinen Lebensunterhalt bestreiten kannst. Dabei gilt: Für Unfälle auf direktem Weg zur Arbeit (oder zur Berufs-/Schule) und zurück ist die gesetzliche Unfallversicherung zuständig. Das betrifft aber nicht die Unfälle, die in der Freizeit passieren. Je nach Lebens­situation und Lebens­stil kann das Risiko, in der Freizeit einen Unfall mit schweren Folgen zu erleiden, unter­schiedlich sein. Daher gilt es: Wäge dein persönliches Risiko ab.

Nicht zu vergessen ist die Hausratsversicherung. Was passiert eigentlich nach einem Brand oder einem Wohnungseinbruch? Musst du den entstandenen Schaden selbst bezahlen? Ja, außer du hast eine Hausratsversicherung. Diese ist wirklich Jedem ans Herz zulegen. Leider kann es immer zu so einem „Unfall“ kommen und dann ist es von Vorteil den entstandenen Schaden nicht selbst erstatten zu müssen. Die Hausratversicherung zahlt dann, wenn dein Hausrat durch Feuer, Leitungswasser oder Sturm beschädigt oder zerstört wird oder bei einem Einbruch oder Raub abhandenkommt.

Natürlich gibt es Dutzende weitere Versicherungen. Welche davon für dich noch interessant und nicht durch eine der anderen Versicherungen abgedeckt sind, kannst nur du abwägen. Vielleicht ist es als Brillenträger sinnvoll eine Brillenversicherung abzuschließen? Oder ein Fahrradversicherung, wenn man ein sehr teures Rad hat, weil man viel damit unterwegs ist? Diese Entscheidung liegt bei dir.

Beiträge

Außerdem musst du den Rundfunkbeitrag bedenken. Ob Frühstücksradio, Online-Nachrichten oder deine Lieblings-Fernsehserie: Die öffentlich-rechtlichen Medien des Alltags müssen bezahlt werden. Mittlerweile gilt: eine Wohnung = ein Beitrag. Der aktuelle Beitrag liegt bei  17,50 Euro im Monat. Sofern du BAB erhältst (siehe bei Förderung & Unterstützung) kannst du dich davon befreien lassen.