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Auf der Suche nach der richtigen Ausbildung – Was ich vorher gern gewusst hätte

Ausbildungsbetrieb finden

Erfahrungsbericht

„Was möchtest du nach der Schule machen?“  Das war einer der Sätze, den ich in meiner Schulzeit irgendwann nicht mehr hören konnte, denn ich hatte keine Ahnung. Ich hatte keine Ahnung von mir, was meine Stärken sind und noch viel weniger Ahnung hatte ich vom Leben. Ich wusste, dass Abi für mich nicht infrage kommt und ich eine Ausbildung beginnen möchte. 3 Jahre Ausbildung und dann richtig im Berufsleben durchstarten. In einem Job, der mich erfüllt und nie wieder die Schulbank drücken. So war jedenfalls meine Traumvorstellung. Wie es aber dann letztendlich gelaufen ist (natürlich nicht so wie geplant)  und welche Tipps ich dir mit auf dem Weg geben möchte, erzähle ich dir jetzt.

Pri Pra Praktika

Beginnen wir am Anfang. Bei uns auf der Schule war es so, dass wir insgesamt drei Praktika durchgeführt haben. Drei Praktika, um sich zu entscheiden, was man vielleicht für den Rest seines Lebens beruflich machen möchte (so hat sich das jedenfalls damals für mich angefühlt). Es gibt so viele Berufe und ich hatte nun in drei reingeschnuppert. Für meinen Geschmack viel zu wenig.

Hier also mein erster Tipp an dich. Nimm dir in deinen Ferien ein paar Tage, in denen du dir ein Praktikum organisierst.

Ich weiß, in den Ferien hat man jetzt nicht sonderlich Lust, arbeiten zu gehen. Aber es wird dir in deiner späteren Berufswahl helfen und vielleicht kannst du so auch noch ein wenig dein Taschengeld aufbessern. Nachdem man einige Praktika gemacht hat, merkt man außerdem, was seine Stärken sind und was einem Spaß macht. Was auf der Suche, nach der passenden Ausbildung sehr hilfreich sein kann.

ABBRUCH!

So, da war ich nun. Zehnte Klasse erfolgreich beendet und einen Ausbildungsvertrag in der Tasche. So weit so gut, dachte ich. Nur merkte ich dann, nach einigen Monaten in der Ausbildung, dass dieser Job absolut nichts für mich ist. Und jetzt? Kann man denn eine Ausbildung einfach so abbrechen? Darüber hat nie jemand irgendwas erzählt. Aber ja, kann man. Nach einem halben Jahr brach ich dann die Ausbildung ab.

Tipp Nummer zwei lautet daher: Es ist keine Schande, seine Ausbildung abzubrechen und sich nochmal umzuorientieren.

Also ich will damit nicht sagen, dass du jetzt deine Ausbildung abbrechen sollst, weil Kleinigkeiten nicht passen. Ich will dir nur damit sagen, dass die Möglichkeit besteht, wenn du merkst, dass du die falsche Entscheidung bei der Berufswahl getroffen hast, dass du da auch wieder rauskommst und dass das nicht schlimm ist. Ich wünschte nämlich, mir hätte das damals auch jemand gesagt.

Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser

Nachdem ich meine Ausbildung abgebrochen hatte, wollte ich mich Beruflich umorientieren. Diesmal suchte ich mir Unterstützung beim Arbeitsamt.

Tipp Nummer 3: das Arbeitsamt kann dir bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz helfen ABER verlasse dich nicht blind auf sie.

Denn das war mein Fehler. Ich war irgendwie froh, dass mir die ganze stressige Ausbildungssuche abgenommen wurde, sodass ich gar nicht mehr selbst recherchierte. Ich landete dann in einer schulischen Ausbildung. Während dieser erfuhr ich, dass ich mit hoher Wahrscheinlichkeit, nach der Ausbildung nicht direkt arbeiten kann, sondern nochmal eine andere Ausbildung machen muss. Außer ich habe Glück und rutsche irgendwo rein. Ich rutschte aber nirgends rein und hätte ich mich davor etwas mit dieser Ausbildung beschäftigt, dann hätte ich das wissen können. Außerdem hätte ich auch wissen können, dass an dieser Schule, an der ich war, es eine ähnliche Ausbildung gibt, die mich auch interessiert hätte und mit der ich danach arbeiten gekonnt hätte. Ich sag´s euch wie´s ist: Ich war ganz schön angepisst. Ich hatte das Gefühl, alles was ich bisher gemacht hatte, war umsonst und reine Zeitverschwendung gewesen.

Tipp Nummer 4 und somit der letzte Tipp: Nichts ist umsonst.

Manchmal hat es sogar im Bewerbungsprozess einen Vorteil, schon eine andere Ausbildung in einer ähnlichen Richtung zu haben. Du hast dann schon ein paar Vorerfahrungen sammeln können und startest nicht von null, was bei Ausbilder*innen immer gern gesehen ist. Und wenn du dich Beruflich danach nochmal komplett neu orientierst, ist das auch nicht schlimm. Dann hast du immer hin, neue Dinge gelernt, Erfahrungen gesammelt und weißt jetzt, was du später beruflich nicht machen möchtest.

Ich glaub´ an dich

Was ich mit all dem sagen möchte ist, dass es nicht immer leicht ist, seinen Weg zu finden und dass es völlig in Ordnung ist, auch mal falsch abzubiegen. Manche Dinge brauchen einfach seine Zeit und man lernt immer dazu, sei es an Wissen oder dass man sich selbst besser kennenlernt. Setz dich nicht unter Druck. Es gibt immer eine Lösung.  Und ich bin mir sicher, dass du irgendwann das Richtige für dich finden wirst.