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Im Gespräch mit “Von Wegen Lisbeth”-Sänger Matze + Ticket-Verlosung

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"Die Inspiration ist halt so Alltagsbums."

Bizarre Alltagssituationen tanzbar zu machen, klingt schwierig. Die Berliner Indie-Pop Band "Von Wegen Lisbeth" meistert dieses Gebiet jedoch tadellos. Und das auch noch mit Ohrwurmfaktor! Was ihr ehemaliger Sportlehrer und ein Weihnachtsbaum damit zu tun haben, erklärte uns Song-Schreiber und Frontmann Matze Rohde.

Bleibt dran, denn auch ein Gewinnspiel wartet auf euch, bei dem das PLANBAR-Team zwei Karten für das "Von Wegen Lisbeth"-Konzert in Dresden am 22. August 2020 verlost!

Um Matze natürlich erstmal ein bisschen näher kennen zulernen gibt es ein kleines Entweder-Oder-Spiel zu Beginn (H = Hannes vom PLANBAR-Team, M = Matze Rohde):

H: “Kaffee oder Tee?“

M: “Kaffee.“

H: „Frühaufsteher oder Langschläfer?“

M: „Langschläfer.“

H: „Wein oder Bier?“

M: „Ähm…Beides? Nee, Bier!“

H: „Süß oder salzig?“

M: „Salzig.“

H: "Pizza oder Nudeln?"

M: "Oh, das ist fies! Nudeln!"

H: "Ordnung oder Chaos?"

M: "Chaos."

H: "Hund oder Katze?"

M: "Katze!"

H: "Winter oder Sommer?"

M: "Sommer."

H: "Deutsch oder Mathe?"

M: "Deutsch"

H: "Meer oder Berge?"

M: "Meer."

H: "Netflix & Chill oder Bierchen und Grill?"

M: "Netflix und Chill auf jeden Fall."

 

H: „Alles klar, kommen wir zu den etwas tiefer gehenden Fragen!“

M: „Das war schon sehr tief gehend.“

 

H: „Fast schon ein bisschen intim hier. Meine erste Frage: Hast du dich schon mal selbst gegoogelt und wurdest du schon mal auf den Herrn angesprochen, der als Vorschaubild von Google gezeigt wird?"

M: *lacht* „Also mir wurde mal ein Foto von dem geschickt, ich weiß wie er aussieht, aber ich wurde noch nie wirklich darauf angesprochen. [...] Ja, aber natürlich hab ich mich schon mal selbst gegoogelt.“

H: "Ok, wer hat das nicht, oder? Ich weiß, es ist die aller nervigste Frage, aber ich muss sie leider stellen ..."

M: "Wie wir auf unseren Namen gekommen sind?"

 

H: "So ähnlich, aber ein bisschen anders: Hat der Name "Lisbeth" eine Bedeutung oder ist der auch (wie der Bandname) einfach nur „willkürlich“ gewählt?"

M: "Naja, also Roberts Oma heißt so, aber ich glaube, das hat keinerlei Bedeutung gehabt."

 

H: "Ich hab auch bei Wikipedia gelesen (ich weiß, eine total zuverlässige Quelle für Journalisten), dass eure Band aufgrund eures Sportlehrers entstanden ist. Inwiefern?"

M: "Wir hatten die erste und zweite Stunde Sport damals. Die ist ausgefallen und dann war uns halt total langweilig. Also sind wir zu Julians Keller gefahren, der hatte da so einen Jump-Computer und 'ne selbst gebastelte Gitarre. Wir mussten halt zwei Stunden irgendwie rumkriegen. Da haben wir dann ein bisschen Mucke gemacht. Das hat so Bock gemacht, das wir dann dabei geblieben sind."

 

H: "Das ist cool. Konnte jeder von euch schon Instrumente spielen?"

M: "Nee wir konnten gar nix. Also GAR NIX gar nix. Deshalb haben wir ja auch mit Punk angefangen, weil wir nichts anderes konnten."

 

H: "Aber sehr geil, dass es dann gleich so gebockt hat!

Was sagen denn eure Eltern zu der ganzen Geschichte? Also sowohl, dass Ihr jetzt Musik als festen Job macht, als auch zu der Entwicklung?"

M: "Ach, die freuen sich. Na klar, am Anfang gab es natürlich Bedenken. Vielleicht doch lieber das Studium zu Ende machen, aber jetzt sind sie dann doch sehr stolz und alles ist gut."

 

H: "Das ist schön, wenn sie euch da so unterstützen. Was war denn bei dir der eigentliche Plan für die Zukunft? Als Ausbildungsmagazin müssen wir natürlich auf diese Frage eingehen."

M: "Ursprünglich wollte ich, glaub ich, mal Journalist werden. Ganz früher wollte ich aber Meeresbiologe werden! Das war natürlich mein absoluter Traum. So mit Orcawalen zu schwimmen, das fand ich natürlich richtig geil. Und dann wollte ich halt Journalist werden, das fand ich ganz spannend. Aber jetzt glaube ich, wäre mir das viel zu stressig gewesen, weil man da immer alles unter Zeitdruck abliefern muss und das ist nicht so meine Stärke."

 

H: "Ja, das kann garantiert auch mal anstrengend sein. Aber du hattest doch auch ein Studium angefangen, oder?"

M: "Ja, angefangen schon. Geschichte hatte ich mal studiert. Das hab ich abgebrochen. Das hab ich glamourös abgebrochen. […] Das Studium hatte sich überhaupt nicht gelohnt. Dass ich abgebrochen hab, war eine sehr schlaue Idee von mir."

 

H: "Was ich auch unbedingt wissen will ist, was denn so eure verrückteste Tour-Bus- oder Konzert-Story bisher war!"

M: "Oh Gott! Also bezüglich Bus - ein Klassiker - da haben wir mal Julian an der Tankstelle stehen gelassen."

H: "Absichtlich oder aus Versehen?"

M: "Nee, aus Versehen! Absichtlich wäre krass gewesen. Nee, wir waren völlig im Arsch und lagen verkatert auf dem Boden vom Bus bis auf Robert, der gefahren ist. Dann waren wir halt tanken und Julian ist aufgestanden, um pinkeln zu gehen und Robert ist halt einfach los gefahren, als er mit dem Tanken fertig war. Wir haben es erst eine Stunde später gemerkt.

H: *lachend* "Oh Gott, so spät erst?"

M: "Er hatte auch kein Handy dabei und auch keine Jacke. Er dann stand einfach an der Tanke rum. Die Nummer von seinem Papa war die einzige, die er auswendig konnte. Da hat er die eben angerufen. Irgendwann hat er uns erreicht und meinte „Ja übrigens, Ihr habt Julian an der Tankstelle stehen gelassen!“, das war sehr gut."

H: "Gab es ein Nachspiel oder war alles locker?"

M: "Nö, er war natürlich richtig sauer, aber es war okay. Das ist unsere Tour-Bus-Geschichte." *fängt an zu lachen* "Ansonsten, was auch mal passiert ist: Das erste Mal, dass wir in der Zeitung standen. Das ist schon sehr, sehr lange her und da ging es noch nicht mal richtig um die Band. Wir waren in Bamberg  und haben ein Konzert gespielt. Ich weiß gar nicht, ob ich das eigentlich erzählen darf. Das ist verjährt. Da haben wir auf der Bühne Couchsurfing-Anfragen gestellt, weil wir halt nix zu pennen hatten und durften netterweise bei der Band schlafen, mit der wir zusammengespielt hatten. Die waren voll nett und haben uns total herzlich in der Wohnung empfangen. Wir konnten dann auf der Couch von seiner WG pennen, das war super cool. Und weil sie so nett waren, dachten wir halt folgendes: Er hat in Bamberg in einer Fußgängerzone im Zentrum gewohnt und es muss mitten in der Weihnachtszeit gewesen sein, denn da stand ein fetter Weihnachtsbaum auf so einem Platz. Irgendwann, als wir schon relativ besoffen waren, dachten wir halt, dass das doch ein mega geiles Gastgeschenk wäre, wenn wir ihnen diesen Weihnachtsbaum in die Wohnung stellen. Wir haben den dann irgendwie reinbugsiert. Ja, dann sind wir am nächsten Morgen aufgewacht und haben bemerkt, dass das natürlich nicht so schlau war, da die ganze Wohnung schon voller Nadeln war, weil halt dieser riesige Weihnachtsbaum in der Wohnung stand, der da überhaupt nicht reingepasst hat. Und dann standen wir keine Woche später in der Zeitung, weil irgendwelche krassen Diebe den Bamberger Weihnachtsbaum geklaut haben. Das war im Dorf natürlich eine große Nachricht. Und da waren wir richtig stolz. Unangenehm stolz. Und das war das erste Mal, dass über uns in der Zeitung berichtet wurde."

H: "Ich finde, das ist ein total legitimes Gastgeschenk. Ich sehe da kein Problem."

M: "Also ich finde auch! Im Suff war das eine Super-Idee. Danach nicht mehr so. Naja."

 

H: "Auf jeden Fall eine geile Story! Was macht Ihr denn für gewöhnlich so nach den Konzerten?"

M: "Das ist krass unterschiedlich. Also manchmal herrscht Feierlaune und manchmal gar nicht. Wie jeder gerade Bock hat."

H: "Geht Ihr dann gemeinsam als Band feiern oder bleibt dann der zurück, der keinen Bock hat?"

M: "Ja, der muss dann natürlich mitkommen. Der wird einfach gezwungen! Eigentlich hat natürlich jeder seine freie Meinung. Wenn er keinen Bock hat, kommt er halt nicht mit. Er wird dann so gedisst, dass er auf jeden Fall mitkommt. Jeder macht was er will. Und oft ist es dann so, dass alle nochmal was trinken wollen."

 

H: "Ich wollte noch fragen, was dein eigener Lieblingssong von euch ist. Ein bisschen Eigenlob darf auch mal sein!"

M: "Von uns? Boah, ich würde sagen, was ich am liebsten live spiele ist immer noch „Komm mal rüber bitte“."

 

H: "Gutes Lied auf jeden Fall. Mein Favorit und wodurch ich auf euch gestoßen bin: „Wenn du tanzt“. Aber wie läuft denn dein Liederschreibprozess so ab? Hast du erst den Text oder die Melodie? Woher kommt allgemein deine Inspiration?"

M: "Also ich habe erst immer die Melodie und dann Text, was durchaus ein Problem ist, denn am Ende haben wir dann einen Song fertig und dann muss ich auf diese fertige Melodie noch den ganzen Text packen, was manchmal ein bisschen nervig ist. Meistens habe ich einen Satz des Textes und aus dem baut sich dann der Rest des Liedes auf. Oder ich hab einen Satz und wir machen den Rest auf „Lalala“ fertig und dann muss ich den Text am Ende noch machen. So ungefähr. Die Inspiration ist halt so Alltagsbums."

H: "Aus deinem Alltag oder auch aus Erzählungen von anderen?"

M: "Nee, schon aus meinem größtenteils. Aber es ist natürlich nicht alles autobiografisch. Ein bisschen ist auch dazu gedichtet, es muss sich ja auch reimen und so weiter."

 

H: "Gab es denn schon mal Lieder oder Ausschnitte aus Texten bei denen der Rest von euch dagegen protestiert hat, diese zu spielen?"

M: "Nee, ich glaube, das gab es wirklich noch nicht. Also klar, gab es schon Textformulierungen, wo man dann sagt „das finde ich nicht so geil“ oder „wir machen lieber was anderes“, aber das passiert eigentlich sehr selten. So ein richtiges Veto gab es noch nie."

 

H: "Das ist auf jeden Fall ein gutes Zeichen. Du meintest ja, offiziell darf jeder machen, was er will! Ich wollte auch fragen, warum Ihr denn diesen Wechsel von Punk zu Indie-Pop gewagt habt?"

M: "Ich glaub, weil wir einfach andere Mucke gefeiert haben. Also früher haben wir halt Punk gemacht, weil wir nichts anderes konnten und auch weil wir es mega geil fanden. Wir haben auch nur Punk gehört. Dann haben wir halt andere Mucke gehört und probiert andere Mucke zu machen. Es wurde alles poppiger und da wollten wir halt auch poppigere Musik machen."

 

H: "Stimmt, man findet und entwickelt sich ja über die Zeit auch erst so richtig. Dann kommen wir auch schon zur letzten Frage: Wenn 'Von Wegen Lisbeth' aus Tieren bestehen würde, wer wäre welches Tier?"

M: "Boah, was für eine Frage! Ich glaube, wir wären alle das gleiche, wir wären Straßenköter. Alle so ähnlich wie Strolch von „Susi und Strolch“. So ein richtiger Köter!"

 

Jetzt Tickets gewinnen!

Letztes Jahr ging die Band mit ihrer zweiten Platte "sweetlilly93@hotmail.com" auf Tour und auch 2020 lohnt sich ein Konzert auf jeden Fall ! Keine Tickets? Kein Problem! Wer gut aufgepasst hat, kann einfach die folgende Frage beantworten und mit ein bisschen Glück zwei Karten gewinnen, um am 22. August 2020 in der Freilichtbühne Großer Garten in Dresden dabei zu sein, wenn die Jungs wieder für gute Laune sorgen!

 

Hannes F. Jetschick

 

Das Gewinnspiel ist leider beendet