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Tipps und Tricks für deine Abschlussarbeit: Zwei Absolventinnen verraten euch ihre Überlebensstrategien

How To

Manche begegnen ihr mit Ehrfurcht, andere haben tatsächlich einen realistischen Plan und wieder andere bekommen die blanke Panik. Wenn es dich noch nicht ereilt hat, kommt sie vielleicht noch auf dich zu: Deine Abschlussarbeit. Egal, ob Diplom, Bachelor, Master oder was es sonst noch so gibt, die Herangehensweise ist oft ziemlich ähnlich. Wir vom PLANBAR-Team haben für euch mal zwei Absolventinnen befragt und sie haben uns ihre Geheimrezepte zu ihrer schriftlichen Nemesis verraten.

 

Antje Krüger nach der Verteidigung ihrer Masterarbeit im September 2014

Kraft der Betriebswirte

Als erstes fragten wir Antje Krüger. Sie ist 32 Jahre alt, stammt aus Cottbus und studierte Betriebswirtschaftslehre an der BTU Cottbus-Senftenberg. Dieses Studium hat sie 2014 mit dem Master of Science abgeschlossen.

Als Master-Absolventin hast du ja bereits zwei große Abschlussarbeiten in deinem Leben verfasst. Wie würdest du deine Erfahrungen zusammenfassen?

„Für mich ist klar: In der Abschlussarbeit ist nicht der Weg das Ziel. Es ist maßgebend, dir vor Augen zu führen, welches Ergebnis du darstellen möchtest und darauf aufbauend solltest du deine Vorgehensweise strukturieren. Der Fokus sollte dabei möglichst auf dem Endergebnis liegen bzw. darauf, wie das Ergebnis aussehen soll, und nicht beispielsweise in dessen Analyse“.

Also ist hier deiner Meinung nach das Ziel das Wichtigste. Und wie hast du in der Regel deine Arbeit begonnen?

„Ein Brainstorming zu Beginn ist dabei sehr wichtig. Wenn du dich einmal durch das gesamte Themengebiet durcharbeitest und Stichpunkte der wichtigsten Begriffe oder Teilgebiete notierst, kannst du dir einfacher einen Plan für die Arbeit erstellen.

Ein sehr guter Tipp! Wie hast du dir dann deine Quellen und Themengebiete zurechtgelegt?

"Ich habe mir immer gleich die wichtigsten Seiten der Bücher aufgeschrieben und auch direkt die Zitate im geforderten Format eingefügt. So musste ich später nicht mehr suchen und du kannst Plagiatsfälle besser vermeiden. Du kannst auch deinen Text im Internet selbst auf Plagiate prüfen lassen und ich würde es auch empfehlen. Kurz vor der Abgabe würde ich außerdem die Arbeit von einer Vertrauensperson gegenlesen lassen, weil viele die eigenen Fehler meist nicht mehr erkennen. Sogenannte Betriebsblindheit.“

Das können wir sehr gut nachempfinden. Der Einfluss von Dritten ist auch bei unserem Magazin ein wichtiger Aspekt! Und wie kannst du dabei den Überblick behalten?

„Beim Querlesen der gesamten Themen musst du natürlich aufpassen, dass du dich nicht verrennst. Gerade bei sehr theoretischen, trockenen Teilen der Arbeit kann das schnell passieren. Daher solltest du dich immer wieder selbst fragen, ob zum Beispiel diese Erläuterung zielführend wäre, wie wichtig ist dieser Begriff oder diese Thematik für meine Arbeit, oder ob es nicht sogar den Rahmen sprengen könnte, vom Thema abweicht und deswegen weggelassen werden müsste. Falls Erläuterungen oder kleine Abschweifungen für deine Arbeit wichtig sein könnten, sollten diese allerdings so kurz wie möglich gefasst werden, da sie nicht zur eigentlichen Substanz gehören.“

Und wir wollen es schließlich vermeiden, dass am Ende zu viel gekürzt werden muss. Was würdest du denn bei einer Schreibblockade unternehmen bzw. raten?

„Wenn es doch mal zu viel werden sollte oder du partout nicht weiterkommst, wäre einen Tag Pause zu machen oder erstmal ein anderes Thema zu bearbeiten eine gute Idee. Das kann sehr hilfreich sein und wird oft unterschätzt.“

Lara Bögner ist Absolventin der Germanistik, Kommunikations- und Medienwissenshaften

Die Kommunikationsexpertin empfiehlt

Unsere zweite Interviewpartnerin heißt Lara Bögner. Sie ist 26 Jahre alt und wohnt in Rostock. Sie studierte Germanistik im Hauptfach und Kommunikations- und Medienwissenschaften im Nebenfach an der Universität Rostock. 2018 absolvierte sie dann ihr Studium mit dem Bachelor of Arts.

Was war dir bei deiner Bachelor-Arbeit am wichtigsten?

„Der Zeitplan ist das A und O! Dieser sollte allerdings realistisch sein. Übernimm dich also nicht bzw. setze dir Ziele, die für dich auch schaffbar sind. Es lohnt sich!“

Was findest du besser: Sich allein durchkämpfen oder lieber Hilfe suchen?

„Naja, es ist schon wichtig, dass du regelmäßig Rücksprachen mit dem oder der Betreuer*in deiner Arbeit hältst. Am besten sprichst du alles einmal mit ihm oder ihr* durch. Angefangen bei der Gliederung, über den allgemeinen Aufbau bis hin zur konkreten Fragestellung und deren Beantwortung. Wenn du mal Fragen haben solltest, suche stets den Kontakt. Er oder sie wird dann mit dir zusammen nach einer Lösung suchen und seine oder ihre Vorschläge mit dir besprechen.“

Welche wichtigen Tipps hättest du zum Thema „Zeitmanagement“?

„Fang rechtzeitig mit der Planung an, damit die Zeit gut genutzt wird und nicht alles am Ende erledigt werden muss. Auch Pausen zwischen dem Schreiben/ Recherchieren (also ruhig mal einen Tag Pause machen) sind nicht zu unterschätzen, wenn der gut durchdachte Zeitplan es zulässt. *Zwinker*“

Das ist eine schöne Überleitung zu meiner nächsten Frage: Was würdest du bei Stress und Anspannung oder Ähnlichem tun?

„Es ist ebenso wichtig, sich selbst und die Bedürfnisse dabei nicht zu vergessen. Also gönn dir zwischendurch oder nach der Tagesarbeit ein schönes Bad oder eine gute Mahlzeit, denn das sollte auf keinen Fall vernachlässigt werden und es kann auch die grauen Zellen für neue Ideen bereinigen! Gönn dir auch kleine Belohnungen für das bereits Erreichte. Wenn du dir zu viel Druck machst und die kleinen Erfolge verdrängst, kann das schnell zu Frust oder gar Depressionen ausarten. Dabei solltest du dir bewusstwerden, warum und wofür du das machst. Nichts ist schlimmer als sinnloses Büffeln!"

Auf jeden Fall! Was hat dir dabei bereits geholfen oder wie sieht dein Plan für schwierige Phasen aus?

"Ich empfehle dabei immer wieder kleine Ruhe- und Entspannungspausen (und macht Yoga, wer es mag) zwischen den Arbeitsphasen – z. B. 45 Minuten arbeiten, 15 Minuten Pause – je nach eigenem Empfinden. So wird die Zeit nicht pausenlos am PC verbracht und du kannst gleichzeitig etwas für deinen Körper tun. Auch wenn es zu schön klingt, um wahr zu sein: Wenn du es erst einmal ausprobiert hast und regelmäßig durchführst, wirst du vielleicht verstehen, was ich meine. Ebenso wenig sollte dein Sozialleben leiden, also verabrede dich auch mit deinen Freunden, damit du etwas Abstand in schwierigen Schreibphasen gewinnen kannst! Und vielleicht bekommst du dann wieder frische Energie und neue Ideen.“

Und was kann ich tun, falls ich Stressgefühle entwickle?

„Sich keinen Stress machen, ist so wichtig! Es klingt zwar leichter, als es im Endeffekt sein mag, aber die Arbeit kann in den meisten Fällen wiederholt werden – was oft jedoch gar nicht nötig ist. Ich kenne es zu gut, wenn du vor der kleinsten Deadline Stressgefühle entwickelst, die in Kopfschmerzen und Verzweiflung gipfeln. Das ist natürlich überhaupt nicht notwendig, da du mehr als genügend Zeit und Kompetenzen für diese Arbeit erworben hast. Dessen solltest du dir bewusst sein. Wenn du, angenommen du bist so jemand, die Arbeit in einer Woche oder weniger durchziehen kannst, dann muss es ja auch nicht am Ende sein. Wozu der Zeitdruck, wenn es eine beliebige Woche in deinem vorgegebenen Zeitfenster sein könnte und du im besten Fall sogar noch viel Zeit für Korrekturen und Ähnlichem hättest? Die Zeit sei dir gegeben, du musst sie nur nutzen.“

Wo du Recht behältst. Hättest du noch einen letzten Tipp für uns an die künftigen Abschlussarbeit-Schreibenden?

„Eines wird tatsächlich vielleicht unterschätzt: Besprich dein Thema ruhig mit anderen. Die neuen oder verschiedenen Sichtweisen geben dir vielleicht nötige Denkanstöße und du kannst Thesen besprechen, die sich auch zu hinterfragen lohnen. Ich für meinen Teil konnte allerdings immer am besten allein arbeiten. Ohne Musik, ohne andere Menschen im Raum oder jegliche Ablenkungen. Das mag ja nicht jedermanns Sache sein, aber vielleicht probierst du einfach beides einmal aus!“

Ein großes Dankeschön an Antje und Lara für ihre Hilfe!

Hoffentlich kannst du nun mit einem besseren Gewissen deiner eigenen, schriftlichen Nemesis entgegentreten und PLANBAR wünscht dir dabei alles Gute!