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Als ich mich in hannah.nele verliebte – die Liebe zu Sinnfluencern

Afterwork

Da stand ich nun. Irgendwie allein und ungehört. Ich war allein mit meinen Gedanken und meinen Gefühlen, meiner Meinung und irgendwo auch meiner Wut gegenüber der Ungerechtigkeit der Welt. Ich scrollte wieder mal durch Instagram, meiner Lieblingsapp und versuchte diese ganzen negativen Gedanken zu kompensieren, zu verstehen und vor allem Gleichgesinnten zu finden. Und da war er, der Account von Hannah. Ein Account, der mich nachhaltig in meinem Alltag beeinflussen wird. Dass Hannah mit ihrem Account mal einer meiner Lieblinge werden wird, hätte ich damals nicht gedacht.

Influencen mit Sinn und Verstand

Wer hinter dem Account @hannah.nele steckt, erschließt sich innerhalb der ersten Sekunden nach Besuch auf ihrem ganz persönlichen, aber auch öffentlichen Profil. Überzeugt euch selbst. Was man auf ihrer Seite findet? Beiträge zu den unterschiedlichsten Themen, die Menschen wie dir und mir auf eine ganz ehrliche und authentische Weise nähergebracht werden. Themen wie Achtsamkeit, Selbstliebe, Fairfashion und Nachhaltigkeit. Themen, die immer mehr Zuspruch bekommen und an Präsenz gewinnen.

Hannah ist eine aufgeweckte, liebenswürdige Träumerin aus Lübeck. Aufgewachsen auf Usedom an der schönen Ostsee begeisterte sie sich schnell für das Festhalten schöner Momente mit ihrer Spiegelreflexkamera. Und so war das Profil @hannah.nele aus den Kinderschuhen gestampft. So richtig los mit den „Nischen“-Themen Nachhaltigkeit, Veganismus und Selbstliebe ging es erst in den Jahren 2017/2018. Mit ihrem Content schafft sie auf der sozialen Plattform eine breite Fläche für wichtige Themen, anregende Diskussionen oder einfach nur tollen Beiträgen, die einen zum Nachdenken anregen. Sie selbst sieht sich als Vorbild. „Das klingt immer so ein bisschen eingebildet, aber ich denke jeder ist irgendwie ein Vorbild, weil jeder sein Umfeld maßgeblich beeinflusst, egal ob bewusst oder unbewusst.“, grinst sie. Sie möchte dazu aufrufen nicht die Augen zu verschließen, sondern zu versuchen aus jeder Situation das Beste zu machen. „Jeder hat mal einen schlimmen Tag und das ist okay. Ich rege mich auch manchmal einfach über Dinge auf, die mich wütend machen.“, sagt sie. „Aber dann versuche ich die Energie in etwas Gutes zu kanalisieren.“

Nachhaltig etwas verändern

Bevor die Karriere als Influencerin bzw. Sinnfluencerin losging, hat sich Hannah für den ganz „normalen“ Schulalltag entschieden. Ihr Kindheitstraum? Schriftstellerin werden. Was sie auch nicht außer Acht lässt. Mit eigenen Gedichten geht sie ihrem Traum heute noch nach. Nach ihrem Abitur wollte sie sich erstmal richtig frei fühlen. Ab nach Neuseeland. Leider kam Corona und sie wurde mit den Rückkehrer-Flügen zurück nach Deutschland gebracht. Auf Nachfragen betonte sie, dass ihr eine Ausbildung, egal ob schulisch oder dual wichtig ist. Und nun? Jetzt studiert sie. Hannah hat sich für ein Psychologiestudium entschieden, gibt aber zu, dass sie noch gar nicht richtig weiß, in welche Richtung sie nach ihrem Bachelorabschluss gehen möchte. Sie selbst sieht die Sparte Influencer aber erstmal nicht als festes Standbein in ihrem Leben. Derzeit bezahlt sie ihre Miete von den Einnahmen durch ihre Arbeit als Influencerin. Hier betont sie auch: „Ich verdiene mein Geld mit meiner Arbeit hier auf Instagram. Jeden Tag stecke ich bis zu 6 Stunden Arbeit hinein. Darunter zählen so viele Dinge wie die Organisation, Planung und natürlich auch die Kreativität. Ich bin voll dafür, dass der Beruf des Influencers endlich auch diesbezüglich anerkannt wird.“ Und wie viel Arbeit dahintersteckt, merkt sie besonders, als sie ihr Studium beginnt. „Ich habe einfach gemerkt, dass ich auch keine Zeit mehr mit mir selbst habe, deshalb habe ich mir eine Unterstützung gesucht. Jetzt habe ich eine Managerin, die mich bei der Organisation und Planung unterstützt. Jetzt habe ich dafür mehr Zeit für mich und vor allem auch meinen Content. Ich möchte schließlich mit meinem Herzen dabei sein und es soll auch gut werden“, sagt die gebürtige Usedomerin.

1.000 Influencer – 1.000 Begriffe

Das Wort Influencer stammt vom englischen Wort „influence“, was so viel wie beeinflussen bedeutet. Influencer sind also Menschen, die andere aktiv mit ihren Inhalten, ihrer Haltung oder auch Handlungen beeinflussen wollen. Hauptsächlich nutzen sie die Sozialen Netzwerke als ihre Kanäle nach außen. Man unterscheidet in verschiedene Arten von Influencern. Grundsätzlich findet man auf den meisten Plattformen 6 unterschiedliche Arten von Influencern.

  • Key Influencer. Das sind meist Journalisten oder Blogger, welche aufgrund eines Online-Magazins oder Blogs eine Vielzahl an Followern haben. Sie bekommen oft eine hohe Anerkennung und Wertschätzung.
  • Kidfluencer. Das sind die Kinder – die als „Mini-Ikone“ fungieren.
  • Peer Influencer. Das sind meist Menschen, die in einer gewissen Verbindung zu einem Unternehmen stehen. Sie beeinflussen die Kaufentscheidung der Kunden und fungieren als Sprachrohr oder Werbeträger. Hier können es die eigenen Mitarbeiter sein, aber auch Geschäftspartner mit einer hohen Online-Präsenz.
  • Petfluencer. Das sind Personen, die mit ihren Haustieren den Content ihres Profils produzieren.
  • Social Influencer. Personen die ihre Meinung öffentlich zu einem Produkt kundtun. Hier haben sie also direkt einen positiven oder negativen Einfluss auf das Kaufverhalten der Kunden.
  • Sinnfluencer. Das sind Menschen, die sich mit gesellschaftsrelevanten Themen auseinandersetzen. Hier stehen Themen wie Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit im Vordergrund. Und hierzu zählt auch @hannah.nele.

Nachhaltigkeit ist ein Prozess – genauso wie Selbstliebe

Typisch Deutsch. Ganz oder gar nicht. Aber das muss es doch gar nicht sein. Hannah und ich sind uns einig: Nachhaltigkeit und Selbstliebe sind schleichende Prozesse. Hannah hat sich bereits entschieden mit welchen Themen sie sich am besten identifizieren kann. Mittlerweile folgen ihr knapp 34 Tausend Menschen. Nicht nur ich lasse mich täglich von der ehrlichen Art mitreißen. Unter ihren Followern befinden sich sowohl deutsch- als auch englischsprachige Leute.

Vermarktung mal anders und doch irgendwie gleich

Die größten Influencer mit Millionen-Follower-Zahlen kennt man eigentlich ausschließlich am Strand, auf einer Luxus-Yacht oder mit den teuersten Sachen. Hier gibt es unzählige Beispiele, keine Frage – aber ist es das wert? Viele Influencer bewerben die unterschiedlichsten Produkte von Unternehmen. Ob Groß –oder Kleinunternehmen spielt hier keine Rolle. Von Klamotten, bis Shape-Wear oder auch die Haarkuren der „Stars“. Wenn man durch Instagram scrollt findet man bei allen Influencern oft die gleichen Produkte. Grundsätzlich ist es aus Unternehmersicht eine der besten Arten ihre Produkte an eine Vielzahl von Kunden und Zielgruppen zu bringen. Leider ist es manchen Influencern oft egal, was sie da eigentlich bewerben, es geht nur ums Sehen und Gesehen werden.

Anders bei Hannah. „Ich schaue schon auf die Produkte und informiere mich darüber.“, sagt sie. „Ich lese meist die Anfragen durch und klicke mich durch die Seiten, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was das für Produkte sind, welche Menschen und Unternehmen dahinter stehen und wie sie in meine Weltansicht passen.“ Manche Unternehmensanfragen schiebt sie schnell in den Mülleimer. Vor allem die, mit denen sie sich gar nicht identifizieren kann oder die mit ihrem Gewissen nicht kompatibel sind. Ich persönlich finde ihre Kooperationen sehr passend. Die Produkte, Projekte oder auch Marken, die Hannah unterstützt, mag sie persönlich und privat gern und hat sie auch im Ge- oder Verbrauch.

Eines ihrer größten Projekte war bisher die selbst entworfene Swimwear mit INSAKA. „Das war etwas ganz Besonderes, weil es auch mein erstes richtiges großes Projekt war. Aber auch in Zukunft wird etwas kommen. Da arbeiten wir aktuell dran, deshalb will ich noch gar nicht zu viel verraten, lasst euch überraschen.“ Auf ihrem Profil findet man immer wieder Bilder mit Marken wie Schmidt's DACH, Seeberger, panakeea Bio-Kosmetik und vielen weiteren Firmen, die ihren Fokus auf Nachhaltigkeit legen oder mit ihrem Verkauf Umwelt und Mensch unterstützen. Neben ihren eigenen Projekten unterstützt sie auch gerne Aktionen von anderen Menschen. Sie unterstützt bspw. Fridays for Future und kooperiert mit Profilen, die sich für Feminismus einsetzen.

Mach´s nicht wie ich – mach´s selbst!

Mir selbst fällt immer wieder auf, wie sehr sich Menschen auf das Einzelne konzentrieren aber nie auf das ganze Konstrukt. Hannah sagt dazu: „Ich habe immer wieder Leute, die mir private Nachrichten schreiben und mich belehren, dass ich ja über das eine spreche und es an einem anderen Tag dann selbst nicht besser mache. Man kann es niemals allen Recht machen. Ich sage auch nicht, dass das was ich auf meinem Profil veröffentliche die Norm ist oder sein sollte. Ich versuche für mich selbst so zu leben, wie ich es möchte und wie es sich für mich richtig anfühlt. Da kommt natürlich auch mal ein To-Go Snack dazu oder ein Schrank von IKEA, wenn es situationsbedingt nicht anders passt. Aber auch das veröffentliche ich, weil ich versuche meine Authentizität auch zu zeigen. Ich versuche einfach nach meinem Gewissen so gut es geht zu handeln und darüber aufzuklären.“

Ich selbst folge Hannah schon einer ganzen Weile. Auf solche Kommentare reagiert sie oft öffentlich, um darauf Aufmerksam zu machen, dass es kein Richtig oder Falsch gibt. „Ich denke immer, die Menschen die am lautesten schreien, sind die mit dem schlechtesten Gewissen. Im Grunde halte ich der Menschheit mit meiner Art zu leben einen Spiegel vor“, sagt die Lübeckerin.

Ich selbst habe oft versucht etwas zu erzwingen, was ich selbst gar nicht geglaubt habe. Anstatt es in einen laufenden Prozess umzusetzen und dort anzufangen, was ich mit gutem Gewissen kann und auch möchte. Nicht jeder hat das Geld, die psychische Kraft und das Umfeld sein Leben nachhaltiger oder auch liebevoller zu gestalten. Manchmal ist es einfach nicht möglich. Aber dann gibt es Menschen wie Hannah, die einen positiven Einfluss auf genau solche Menschen haben. Stück für Stück. Das ist die Devise.

Hand in Hand statt gegeneinander

Hannahs Motto: „fighting for our home“. „Damit wir auch noch in 40 Jahren so leben können, wie wir es jetzt tun. Damit wir der Erde etwas zurückgeben können. Wir in Deutschland machen vielleicht schon viel wie zum Beispiel Mülltrennung, aber schippen vieles davon in die Länder, die es gar nicht zu verantworten haben. Die sind letztendlich aber diejenigen, die unseren Müll ertragen müssen und damit allein gelassen werden. „Jeder sollte genau den ökologischen Fußabdruck hinterlassen, den er in seinem Land auch zu verschulden hat.“, ist Hannah überzeugt. Hannahs Plan für die Zukunft? Weitermachen, weiterwachsen, dem Planeten etwas wiedergeben und vor allem ganz viel liebe versprühen. „Ich habe vor solange weiterzumachen, wie es mir auch Spaß macht. Es freut mich total, wenn ich Feedback bekomme, unterschiedlichste Diskussionen auch führen kann. Es gibt mir ein gutes Gefühl zu sehen, dass ich wirklich etwas erreiche“, freut sich Hannah.

Fazit meiner selbst

Nach meinem Gespräch mit Hannah war ich nicht nur besser drauf, sondern auch unendlich dankbar, sie persönlich gesprochen zu haben. Lasst uns endlich aufwachen. Immer mehr Influencer und Unternehmen werden nachhaltiger oder versuchen es zu mindestens – was toll ist. Aber bevor ihr euch von euren Lieblings-Promis beeinflussen lasst, denkt selbst nach, recherchiert, was wirklich hinter den Produkten oder Unternehmen steckt, die eure Lieblinge mit ihrer Haltung unterstützen. Und vor allem denkt daran: Selbstliebe, Nachhaltigkeit, mentale aber auch körperliche Gesundheit – alles ist ein Prozess. Das wenigste geht von heute auf morgen. Setzt eure Energie für etwas Gutes ein. Wenn nur jeder seinen kleinen aber feinen Beitrag leistet, haben wir schon viel erreicht. Lasst uns unseren Planeten gemeinsam retten!

Hannah hat etwas ganz Tolles gesagt, was ich euch abschließend und unkommentiert zum Ende dieses Artikels mitgeben mag: „Erfolg erreichst du über Treppen, nicht über den Fahrstuhl!“

Passt auf euch auf.

Eure Lena

Steckbrief-5 typische PLANBAR-Fragen

  • Smoothie oder Wasser?
  • See oder Ozean?
  • Stadt oder Land?
  • Tier oder Mensch? – beide toll
  • Adler oder Hase?

Fotos: https://www.instagram.com/hannah.nele/ (Verwendung unter Genehmigung von Hannah)