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Schreibwettbewerb: Moderne Schule

Blog

Veröffentlicht am 21.09.2022

-Autorin: Eva Treutler-

Die Schule ist für unsere Gesellschaft allgegenwärtig, auch wenn sie sich in ihrer Form schon immer verändert hat. Im Mittelalter noch gab es nur für die wenigsten Kinder die Möglichkeit zu einer Schulbildung.

1919 wurde in Deutschland die Schulpflicht eingeführt. Viele Jahre hielten die Lehrer Frontalunterricht, also erklärten nur vorne von der Tafel aus und die Klassen bestanden meist aus 40 bis 60 Kindern. Bis in die 1960er durften die Lehrer die Kinder sogar körperlich züchtigen, falls diese sich nicht benahmen. Heute ist die Schule ganz anders und auch die Prioritäten und Ziele des Unterrichts haben sich geändert. Früher sollte den Kindern Disziplin und Ordnung beigebracht werden, heute möchte man den Kindern aus vielen verschiedenen Gebieten interessant gestaltetes Wissen näherbringen.

Bei Modernisierung denkt man wahrscheinlich erst einmal an die technische Modernisierung. Das ist ein Teil dieser Erneuerung. IPads und Laptops für die Schüler*innen und Lehrer*innen, Smartboards und Fernseher für die Klassenräume. Das ist teilweise schon Alltag geworden. Meine Schule hat iPad-Klassen und sogar meine Schwester, eine Erstklässlerin, hat von der Stadt ein iPad gestiftet bekommen. Das ist durch den Digitalpackt der Bundesrepublik Deutschland möglich gemacht worden.

Doch das muss nicht alles an Modernisierung sein.

Der zweite und wahrscheinlich wichtigere Teil ist das Lernklima, also die Atmosphäre, in der man lernt. Ein Lernklima setzt sich zum Beispiel aus der Konzentrationsfähigkeit und Lautstärke der Schüler*innen und den Erwartungen der Lehrer*innen zusammen. Man kann also das Lernklima verändern, indem die Lehrer*innen nicht immer nur erklären, sondern die Schüler*innen auch zur Diskussion anregen oder es Gruppenarbeiten gibt. Die Schüler*innen müssen in den Unterricht integriert werden.

So funktioniert es in anderen Ländern

In Schulen in Finnland, zum Beispiel, gibt es ganz andere soziale Verhältnisse als in Deutschland. Die Lehrer*innen und Schüler*innen duzen sich und essen gemeinsam Mittag. Die Kinder kommen mit sozialen Problemen sogar zur Schulleitung. Es herrscht ein vertrauensvolles Lernklima und auch schüchterne Kinder melden sich im Unterricht. An manchen Schulen, nicht nur in Finnland, gibt es keine Klassenräume mehr, sondern nur noch offene Bereiche, die das gemeinsame Lernen und Lehren unterstützen. Außerdem sorgen Glaswände für ein gutes Gemeinschaftsgefühl und Ruheräume dienen als Rückzugsorte für Kinder, die auch mal allein sein wollen.

An der „Mantua Elementary School“, einer Grundschule in Fairfaix nahe Washington, findet fast der gesamte Unterrichtsstoff an PCs statt. Die Kinder können schon in der zweiten Klasse Power-Point-Präsentationen erstellen oder in der dritten Klasse Videos und Kurzfilme schneiden.

Vor- und Nachteile berücksichtigen

Die Modernisierung soll für besseren und interessanteren Unterricht sorgen. Die Erneuerung des Lernens, Nutzung von Computern und Lernprogrammen, ein gutes Schüler*in-Lehrer*in-Verhältnis, Respekt und Verständnis sorgen unter anderem für bessere Noten. Doch natürlich gibt es auch Nachteile bei so viel Veränderung. Durch die Nutzung des Internets spart man zwar Papier, kann sich schnell auch über große Distanzen austauschen und hat einen unendlichen Zugang zu Informationen. Aber die Schüler*innen verbringen dadurch noch mehr Zeit vor dem Bildschirm als sie es sowieso schon tun. Außerdem brauchen die Geräte Strom, der leider nicht immer aus nachhaltigen Quellen stammt. Die Modernisierung des Lernklimas nutzt man für bessere Verhältnisse zwischen Schüler*innen und Lehrer*innen, bessere Noten und glücklichere Kinder. Die Lehrer verlieren aber durchaus ihren Respektsposten. Über die Frage, ob sie den überhaupt brauchen, teilen sich die Meinungen.

Ob sich auch andere Bereiche in Bezug auf die Schule ändern werden, ist unklar. Ich glaube, dass wir unsere Schulfächer an die neuen Standards anpassen müssen. Wir müssen uns trauen, „über den Tellerrand zu schauen“ und offen für Neues sein.

Mehr zur Autorin:

"Ich bin Eva Treutler aus Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein. Ich bin 13 Jahre alt und habe eine kleine Schwester und einen kleinen Bruder. Ich besuche die 8. Klasse der Theodor-Mommsen-Schule. Derzeit lerne ich 3 Fremdsprachen.

Ich arbeite bereits seit 3 Jahren an unserer Schülerzeitung mit und verfasse regelmäßig Artikel. Auch beim Verkauf helfe ich mit.

In meiner Freizeit schreibe ich gern und lese viel. Singen und Klavier spielen gehören auch dazu."