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VEGGIE WEEK: Wie ich so etwas wie ein Vegetarier wurde …

Afterwork

First things first. Ich bin nicht wirklich Vegetarier… eher Pescetarier.

Die Boomer unter euch fragen sich jetzt: „Was ist da bitte der Unterschied? Die lassen sich aber auch für jeden Scheiß was einfallen! Früher hat man noch alles essen müssen. Alles, was auf den Tisch kommt. Das kann unmöglich gesund sein.“ Jeder, der kein Interesse an dem Thema hat, kann an der Stelle gerne den Kanal wechseln…

…Für alle anderen, die es interessiert, Pescetarier essen Fisch, aber kein Fleisch. Aber wie hat das bei mir überhaupt angefangen?

Es begann alles während meines Abiturs...

Damals … (jetzt fühle ich mich schon wie eine achtfache Mutter, die Ihren Kindern von der guten alten Zeit erzählt). Egal - damals habe ich den Umweltschutz für mich entdeckt und angefangen mein Leben auf „Umweltschonend“ umzustellen. Ich habe nur noch Naturkosmetik gekauft, Müll gesammelt und getrennt, Biolebensmittel gekauft und viele, viele Petitionen für Bienen und Hummeln unterschrieben. Kurz gesagt, ich war ziemlich öko unterwegs.

Ein Jahr als Pescetarier

In der Schule mussten wir gerade ein Fach wählen, in dem wir unsere Seminararbeit schreiben wollten. Dreimal dürft ihr raten für welches Fach ich mich eingetragen habe… - richtig, Biologie! Unsere Lehrerin war selbst eine passionierte Umweltschützerin und so standen alle Seminararbeiten in ihrem Kurs unter dem Thema "Umweltschutz".

Sie hatte die Idee, dass sich jeder eine Sache ausdenken soll (neben der Seminararbeit) auf die er verzichten kann um damit der Umwelt etwas Gutes zu tun. Sie selbst hatte sich vorgenommen für ein Jahr keine neue Kleidung zu kaufen. Die meisten wollten auf Plastiktüten verzichten, manche haben sich vorgenommen für eine Zeit Bio oder nur regionale Lebensmittel zu kaufen, andere wollten sich komplett auf Naturkosmetik umstellen und natürlich gab es auch Leute, die ihre Essgewohnheiten ins Visier genommen haben. Ich habe mir damals vorgenommen, ein Jahr lang als Pescetarier zu leben.

Sushi ist mein Guilty Pleasure

Warum nicht gleich Vegetarisch oder Vegan, fragt ihr euch? Ich wollte erstmal sehen, wie ich mit der Umstellung zurechtkomme und mir nicht gleich zu hohe Ziele setzen. Sushi ist mein Guilty Pleasure - ich gebe es ja zu! Aber alles andere an Fleisch sollte kein Problem darstellen. Ich habe davor schon nicht so wahnsinnig gerne Fleisch gegessen. Irgendwie haben mich immer die Sehnen, der Knorpel und der komische Geschmack (bei manchen Sorten) geekelt... I mean... ZUNGE!!! Da kann man ja noch die Geschmacksknospen der armen Kuh mit der eigenen Zunge spüren! Kurz gesagt, mir schien das Projekt einfach gut umsetzbar zu sein.

Was soll ich sagen… das Jahr verging wie im Flug und mir hat das Fleisch kein Stück gefehlt. Ab und zu gab es mal Fisch, aber auch eher selten. Ich war glücklich mit meiner Einstellung und weil ich den Schritt nun einmal gemacht hatte, sah ich keinen Grund, nach dem Jahr wieder mit dem Fleischessen anzufangen.

Mittlerweile ziehe ich mein „Projekt“ schon 6 Jahre durch.

Das schwierigste an der Umstellung war nicht der Verzicht auf Fleisch, sondern das ewige Erklären, warum man sich für diese Art von Ernährung entschieden hat. Ich will gar nicht ständig darüber sprechen und schon gar nicht will ich es mit Leuten diskutieren, die überhaupt kein Interesse daran haben, meine Entscheidung zu verstehen. Ich bin sehr dankbar, dass meine Familie verständnisvoll reagiert und teilweise sogar selber den Fleischkonsum reduziert hat.

Es ist EURE Entscheidung

Mein Rat an alle, die überlegen Ihre Essgewohnheiten umzustellen:

Lasst euch nicht von anderen vorschreiben, was eine „normale“ Ernährung ist, sondern findet für euch selbst die beste Variante. Stellt euch auf Gegenwind ein und denkt immer positiv. Mit jedem dummen Spruch, geht die eigene Überzeugung tiefer.

Alles Liebe, Alles Gute

Eure Alena