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VEGGIE WEEK: Influencer – Avocadofresser

Afterwork

Ups... noch so eine, die glaubt, sie wäre jetzt etwas Krasses, nur weil sie die Kuh auf der Weide stehen lässt. Hello ihr, hier kommt meine Geschichte.

*Pescetarisch* – Gesundheit !

Insgesamt habe ich knapp 1 ½ Jahre gar kein Fleisch gegessen, nur noch Fisch. Da ich ehrlich sein will, muss ich gestehen, dass ich aufgrund persönlicher Diskrepanzen das letzte halbe Jahr auch mal Fleisch zu mir genommen habe. Da gab es dann auch mal das Hackfleisch vom Fleischer – allerdings habe ich darauf bestanden, dass es kein Discounter-Billig-Fleisch ist. Damit ist jetzt aber wieder Schluss. Jetzt werden wieder Alternativen bzw. Ersatzprodukte gegessen. Wie auch Hannes und Alena esse ich allerdings Fisch. Ja ich weiß: „Fische sind auch Tiere“, „Dann bist du auch keine richtige ´Vegetarierin´“ - Das ist korrekt, aber auch irgendwie nicht. Ich mag es nicht, wenn man mir bestimmte Sachen unterstellt und Dinge, Handlungen oder Gefühle als Richtig oder Falsch betitelt. In meinen Augen ist genau dieses Schwarz-Weiß-Denken das, was es schwerer macht in unserer Gesellschaft einfach zu sein, so wie man is(s)t.

 

Wie ich mich in eine kleine Kuh verliebte…

Wie alles anfing? Traurig, das kann ich euch sagen. Ich habe ein Video gesehen, in der eine Kuh auf schlimmste Weise misshandelt und gequält wurde, bevor sie endlich erlöst wurde. Es war für mich unnormal schlimm dieses menschliche Verhalten zu sehen, also fing ich an zu weinen – vor Wut. Klingt bescheuert, oder? Aber so bin ich nun mal. Zu lieb, zu emotional und jetzt auch Pescetarisch.

 

Lassen wir die Bombe platzen! – mein Outing

Wenn ich an mein Pesceterian-Outing denke, denke ich an witzige, verwirrende Momente zurück. Als erstes habe ich es mit meinem Freund besprochen, der ohne zu mucken damit einverstanden war und mich unterstützt hat. Als ich es meinen Eltern gesagt habe, kam die Aussage meiner Mami: „Oh okay, na gut." Aber im positiven Sinne und mein Paps war die Härte mit: „Ach schön, wie viele Bouletten magst du denn haben?“ Haha, das war super witzig. Aber mittlerweile sind sie cool damit und kaufen sogar Alternativen für mich ein, wenn wir zum Essen eingeladen sind. Die Zeit im Internat war relativ einfach. Mit meiner Angabe Pescetarisch zu essen, gab es kein Problem und ich bekam meine Mahlzeiten ganz ohne Fleisch. Meine Mädels haben locker reagiert, außer Hanki, mit ihr habe ich mir gerne mal zum Mittag Boulettchen oder Wiener gegönnt. Sie hat es beim Einkaufen erst richtig realisiert, dass sie in Zukunft die Packung Bouletten alleine verspeisen muss und dann circa 10 Minuten nicht mehr mit mir gesprochen. Aber auch das war witzig und nicht böswillig. Im Großen und Ganzen freue ich mich, dass mein Umfeld mich unterstützt und man mich nicht zwingen will, etwas zu tun oder zu lassen, was ich nicht möchte. Seit meinem „Outing“ bin ich ehrlicher mit mir selbst geworden. Ich gehe achtsamer mit dem Thema Lebensmittel um und ich freue mich enorm neue Rezepte zu versuchen bzw. zu essen (kochen ist nicht meine Stärke).

 

Das Schlusswort einer Avocado-Tante

Was ich euch mit auf den Weg geben will: Ich bin kein Mensch, der anderen seine Art und Weise zu Leben aufdrängen will. Ich mag nicht entscheiden, ob es für euch richtig oder falsch ist Fleisch, Fisch oder halt Alternativen zu essen. Wenn alle nur ein bisschen achtsamer mit dem Thema Ernährung und Lebensmittel umgehen würden, dann würde schon sehr viel passieren. Tiere könnten auf Weiden statt in engen Ställen stehen (natürlich können sie das jetzt auch, aber der deutsche Fleischkonsum lässt es einfach nicht zu, also muss die Massentierhaltung herhalten, welche nicht nur ungesund für Mensch und Tier ist), Hühner könnten glücklich durch die Gegend gackern und nicht eingezwängt durch Gitter atmen und auch regionale Landwirte würden profitieren, wenn wir statt des Billigfleisches verzichten und in die Fleischerei gehen würden. Wie wir es machen ist egal, Hauptsache es wird angefangen. Es gibt tolle Alternativen, die genauso schmecken wie „normales“ Fleisch. Denkt immer dran – euch muss es damit gut gehen. Weltretter zu sein, tut trotzdem keinem weh.

In diesem Sinne – Kuss und Schluss

Eure Lena