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Ohne sie läuft der Laden nicht – Verwaltungsfachangestellter

Azubi ABC

Berlin. Das Epizentrum der deutschen Politik. Um dorthin zu kommen, musst du nicht erst Politiker werden. Eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten tut es auch. Die kannst du nämlich direkt im Bundesinnenministerium machen – so wie der Cottbuser Carlo Wittich.

Seit mehr als 2 Jahren lebt er in der Hauptstadt und lernt Politik hinter den Kulissen kennen. Ohne Verwaltungsfachangestellte, so sagt er, würde der Laden dort nicht laufen. „Anrufe annehmen, Termine planen, Veranstaltungsmanagement und Besucherdienst – der Beruf ist sehr vielseitig“, zählt er seine Einsatzgebiete auf. Etwa 20 Stationen durchläuft jeder Azubi in seiner dreijährigen Ausbildung. „Das Innenministerium ist da eindeutig am vielseitigsten, denn dazu gehören auch Sport, Heimat, innere Sicherheit, Verfassungsschutz und Gleichstellung, zum Beispiel.“

Der Werdegang, um hinter die Kulissen zu schauen

Carlo hat sein Abitur in Cottbus gemacht und ist anschließend zur Berufsberatung der Arbeitsagentur gegangen. Dort hat er nicht nur Tipps rund um die richtige Bewerbung bekommen, sondern auch einen Test gemacht, um herauszufinden, welcher Beruf zu ihm passt. „Herausgekommen ist unter anderem Verwaltungsfachangestellter“, sagt der 20-Jährige, der allen Unentschlossenen diesen Weg ans Herz legt.

Offene Stellen gab es beim Bundesinnenministerium. Und dann ging alles ganz schnell: Der schriftlichen Bewerbung folgte die Einladung  zum Test. Dort werden Deutsch, Logik und Allgemeinwissen abgefragt. Besteht man das, folgt ein ganztägiges Gespräch mit Gruppendiskussion und Einzelinterview. „Danach hatte ich übrigens ein total schlechtes Gefühl, habe aber noch am selben Tag die Zusage bekommen“, sagt Carlo.

Mittlerweile sitzt er als Vertreter der Jugend- und Auszubildendenvertretung selbst in den Vorstellungsgesprächen mit drin und weiß, was hinter den Kulissen passiert. Da werden nämlich Fragebögen standardisiert, um für alle Bewerber die gleichen Voraussetzungen zu schaffen.

Ausbildung im Ministerium

Ein paar hundert Menschen aus ganz Deutschland versuchen jährlich, an eine der begehrten Ausbildungsstellen in einem Ministerium zu kommen. Etwa zehn Bewerber werden dann auch genommen. Bewerbungsschluss ist im November, los geht es dann im August des folgenden Jahres.

Engergament

Carlo hat sich übrigens nicht zufällig für das Innenministerium entschieden. Er selbst engagiert sich schon lange für die Junge Union, die Jugendorganisation der CDU, in Cottbus. „Eine Meinung hat jeder, aber diese auch zu vertreten, ist eine andere Sache“, sagt er. Seit 2016 sitzt er im Vorstand der JU, ein Jahr später hat er seine Ausbildung begonnen. Beides unter einen Hut zu kriegen, ist dabei nicht ganz leicht. „Doch das muss man ganz klar trennen: Mein Engagement in der Jugendparteiarbeit hat nichts mit meinem Job im Innenministerium zu tun. Dort sind wir zu politischer Neutralität verpflichtet.“

Zukunftsaussichten

Minister werden, will Carlo nicht. Aber in der Cottbuser Stadtverordnetenversammlung zu sitzen und später für den Landtag zu kandidieren, kann er sich durchaus gut vorstellen. „Ich bin sehr heimatverbunden. Cottbus ist schön und ich möchte gerne zurückkommen“, erklärt Carlo.

„Die Lebensqualität ist in Cottbus viel größer, als in Berlin. Das geht schon bei der frischen Luft los und endet bei den verstopften Straßen. Die Lebenserhaltungskosten sind hier ebenso viel geringer, als in Berlin“, betont er. Wäre das Bundesinnenministerium in der Lausitz ansässig, wäre er von vornherein hier geblieben. Er ist sich nämlich sicher: „Man muss nicht erst nach Berlin gehen, um was zu werden.“

 

Autor: Josephine Japke

Foto: Carlo Wittich