Navigation öffnen

So überzeugst du mit deiner Kunstmappe

Bewerbungsverfahren

Wenn du dich in einem künstlerischen Studiengang bewerben möchtest, stößt du irgendwann auf das Thema Kunstmappe. Ein wichtiges Thema, denn diese Mappe entscheidet, ob du unter 150–200 Bewerber*innen überzeugen kannst und den Studienplatz bekommst. Was sagt uns das? (Also abgesehen davon, dass es natürlich viel zu wenig Studienplätze für viel zu viele Bewerber*innen gibt.) Es sagt uns, dass deine Mappe herausstechen und überzeugen muss. Wie du das am besten machst, hat PLANBAR für dich herausgefunden.

Informiere dich bei der jeweiligen Hochschule

Die Anforderungen an eine Kunstmappe sind von Hochschule zu Hochschule anders. Manche geben dir das Thema, den Umfang oder den Stil vor und manche Hochschulen überlassen dir alles komplett selbst. Außerdem kommt es darauf an, in welchem Studiengang du dich bewirbst. Bewirbst du dich zum Beispiel an einer Modeschule, sollten deine Zeichnungen einen modischen Bezug haben. Willst du in Richtung Fotografie studieren, solltest du (suprise, suprise) Fotografien in deine Kunstmappe packen.

Der erste Eindruck

Zuerst solltest du deine Kunstmappe wie jemanden auf Tinder betrachten: Oberflächlich. Denn die Mappe an sich, ist das Erste, was die Kommission (die Leute, die deine Mappe anschauen) sieht. Achte darauf, dass deine Mappe ordentlich und sauber aussieht, keine Knicke oder Risse hat und leicht zu öffnen ist. Warum sie leicht zu öffnen sein sollte? Weil die Kommission sich jede Mappe nur einige Minuten anschauen
kann. Je schneller und einfacher deine Kunstmappe abgelegt, geöffnet und durchgeblättert werden kann, umso mehr Zeit haben sie, deine Werke zu begutachten. Deswegen sollte deine Mappe nicht zu vollgepackt sein und das Durchblättern sollte nicht durch das zusammen kleben einzelner Blätter erschwert werden. Achte darauf, dass du deine Malereien gut durchtrocknen lässt und dass beim Kleben nix daneben geht. Gut wäre auch, wenn du deine Kunstwerke auf Pappe klebst. Das gibt dem ganzen einen Einheitlichen Hintergrund und ist außerdem robuster.

Die inneren Werte zählen

Da du jetzt mit der Äußerlichkeit deiner Kunstmappe überzeugen kannst, kommen wir zu den inneren Werten. Zuerst einmal solltest du wissen, dass es gern gesehen wird, wenn deine Mappe einen roten Faden verfolgt. Wenn dir die Hochschule kein Thema vorgegeben hat, heißt es ja nicht, dass du dir nicht selbst ein Thema ausdenken kannst. Achte außerdem darauf, dass du deine Zeichnungen nicht willkürlich hintereinanderlegst, sondern dass du dir dabei was gedacht hast und es ein Konzept verfolgt. Des Weiteren verschaffst du dir ein paar Pluspunkte, wenn du mehrere Werke zu einer Themenreihe anfertigst. Das zeigt, dass du dich auch längere Zeit und aus verschiedenen Blickwinkeln mit einem Thema beschäftigen kannst. Überlege dir, welche Kunstwerke du zuerst zeigen willst. Denn diese 2–3 Werke erzeugen eine Grundstimmung bei der Kommission. Die nächsten 3 Werke sollten dann das Interesse wecken und die darauffolgenden von dir überzeugen. Im Durchschnitt solltest du 10–20 Kunstwerke in deiner Mappe haben. Bei den Kunstwerken ist es wichtig, dass du verschiedene Stile nutzt und dich nicht nur auf einen beschränkst. Das zeigt, dass du experimentierfreudig und noch nicht festgefahren in deinem eigenen Stil bist. Was du allerdings nicht in deine Kunstmappe packen solltest sind Kopien, das wird nämlich gar nicht gern gesehen. Wichtig ist auch die Größe deiner Kunstwerke, denn die Kommission betrachtet deine Mappe zuerst aus der Entfernung. Um eine gute Fernwirkung zu erzielen, empfehlen sich DIN A2 oder DIN A1 Formate zu wählen.

Nicht verzagen, Dozenten fragen

Wenn du dir jetzt immer noch unsicher sein solltest, was genau du in deine Kunstmappe packst, kannst du auch einfach die einzelnen Dozenten fragen.
Entweder über eine E-Mail oder über eine Offene Sprechstunde, welche manche Dozenten auch für Nicht-Studierende anbieten. Und mach dir nicht so einen großen Druck, dass deine Mappe perfekt werden soll. Die Professoren suchen keine fertigen Künstler. Sie suchen Leute, in denen sie Potenzial sehen und wollen dich auf deinem Weg zum/zur Künstler* in unterstützen.

 

Foto: Irina Polonina – shutterstock.com