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Herz oder Geld? – Wonach wähle ich meine Studienrichtung?

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„Du willst Kunst studieren? Was willst du damit nur anfangen? Wie willst du damit dein Geld verdienen? Wie wäre es mit Medizin?  Oder irgendetwas Vernünftigem?“

Ja, die einen oder anderen  haben das bestimmt schon mal gehört. Du willst etwas studieren, was dich wirklich interessiert, aber jeder hat etwas anzumerken. Die meisten meinen es  nur gut mit dir. Sie haben Angst, dass du es bereust etwas studiert zu haben, was dir im späteren Leben „nichts bringt“. Aber sind Geld und Erfolg wirklich der Ausgangspunkt,  nach dem du dein Studium wählen solltest? Es kommt drauf an!

Viele Leute studieren rein aus Interesse und Wissbegier. Was nach dem Studium passiert, ist meist ungewiss oder offen. Studiengänge versprechen gute Zukunftschancen, doch schnell wird klar, dass dies nicht immer der Fall ist. Einige Studenten sind nach ihrem Studium Arbeitslos und wissen nicht, wie es weiter gehen soll. Genau jetzt fängt das wahre Leben an, doch der Traum von der großen Karriere steht noch weit in den Sternen.   Aber was nun? War wirklich alles umsonst?

Pro – Herz/ Kontra – Geld

Die Vorteile deinen Traumberuf trotzdem zu erlernen, sind ziemlich einfach: du machst das, was dich interessiert und was dir Spaß macht. Du kannst deine Kreativität ausüben und lernst immer neue Sachen die DIR wichtig sind. Nach 12 Jahren Schule hast du dir das auch wirklich verdient. Endlich musst du dir nicht mehr die lästige „ Wofür brauche ich das eigentlich?“-Frage stellen, da du  jetzt selbst entscheiden kannst, was dir am besten liegt. Das Lernen wird dir dadurch zwar nicht abgenommen, aber du wirst sehr wahrscheinlich mit mehr Motivation an deine Arbeit ran gehen und schreibst dadurch gute Noten.  Zusätzlich lernst du Leute kennen, die deckungsgleiche Interessen wie du haben und kannst dich somit vielfältig mit anderen Menschen austauschen.

Schon während deines Studiums solltest du Augen und Ohren offen halten. Ein Praktikum während des Studiums oder in den Ferien und das besuchen verschiedener Berufsmessen wird dir helfen, dir ein klares Bild zu verschaffen, wo es freie Plätze geben könnte und  wo du am liebsten arbeiten möchtest. Natürlich hast du auch die Chance dich vorzustellen und einen Eindruck bei den Mitarbeitern und Chefs zu hinterlassen, indem du schon vorne weg Bewerbungsunterlagen und Arbeitsnachweise abgibst, die du schon während des Studiums aufweisen kannst.

Kontra – Herz/Pro – Geld

Nach deinem Studium hast du zwar deinen Abschluss in der Tasche, aber wie geht es weiter? Für viele fängt dann ein Alltag voller Bewerbungsgespräche und Weiterbildungen an, gefolgt von der großen Frage: Wie verdiene ich jetzt mein Geld? Natürlich willst du dein Studium zum Beruf machen und dich nicht mit endlosen Nebenjobs durchs Leben schlagen. Jetzt musst du nicht mehr um gute Noten kämpfen, sondern um einen geeigneten Platz in einem Unternehmen.

Bewerbungsgespräche werden auf deiner Tagesordnung stehen und sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Je mehr Arbeit und Geduld du in diese Gespräche und Treffen  steckst, umso mehr sehen die Firmen, dass du wirklich an dem Job interessiert bist. Dabei solltest du dich nicht nur für feste Jobs, sondern auch für Praktika oder Teilzeitjobs bewerben, um einen Einblick in das Arbeitsleben zu bekommen und neue Kontakte zu knüpfen - Notfalls auch ohne Bezahlung. Dazu kann auch ein Work and Travel oder ehrenamtliche Arbeit zählen. Ob du nach deinem Abschluss dein Geld mit Nebenjobs verdienst, oder dich arbeitslos meldest, ist dabei deine Sache. Diese Zeit wird als Orientierungsphase  gewertet und wird nicht als „Lücke“ im Lebenslauf gesehen, nur weil du kein Geld verdienst.  Wichtig ist, dass du am Ball bleibst.

Alternativen finden

Nicht jeder ist für so einen Alltag gemacht und das ist okay. Das Leben ist hart, aber steckt auch voller Überraschungen und du musst selbst wissen, was am besten für dich ist. Das Wichtigste ist, dass du für deinen Traum weiter kämpfst und dich nicht unterkriegen lässt, auch wenn andere an dir Zweifeln. Du alleine musst für dich entscheiden, was du dir zutraust, oder ob ein Studium mit höheren Berufschancen besser für dich wäre.

Doch falls es dich doch etwas verunsichert hat und du nicht weißt, ob du deinem Herzen folgen möchtest: Hast du schon einmal über Alternativen nachgedacht, die dich interessieren könnten und gleichzeitig eine Chance auf einen sofortigen Job sichern? Hier sind ein Paar Gedankenanstöße, die dir helfen könnten deine Entscheidung zu erleichtern:

Es gibt mehrere Aspekte, die du im Auge behalten solltest

  • Welchen Studiengang möchtest du belegen und welchen Schwerpunkt möchtest du setzten?
  • In welchem Bundesland möchtest du studieren/ in welchem Bundesland gibt es eine Universität/Hochschule, die diesen Studiengang anbietet?
  • Wo gäbe es die meisten Arbeitsplätze und wärst du bereit nach deinem Abschluss von deinem Wohnort weg zu ziehen/ zu pendeln?
  • Wie viel Geld möchtest du später verdienen und wäre dies realistisch?

Um es kurz zu fassen:

Es gibt jede Menge Vor- und Nachteile deinen Studiengang danach zu wählen, wofür dein Herz schlägt. Durch das Sammeln von Erfahrungen in praktischen Bereichen, wird dein weiteres Arbeitsleben ein wenig vereinfacht. Solltest du nach deinem Studium dennoch Schwierigkeiten bei der Suche nach einer Arbeitsstelle haben, kannst du dich jeder Zeit umschulen oder weiterbilden. Es gibt immer einen anderen Weg und Wissen ist nie umsonst. Immer mehr Menschen machen auch mit Ü30 erneut eine Ausbildung oder ein Studium, um sich neu zu orientieren.  Vielleicht hilft dir dein bereits erlerntes Wissen dort sogar weiter. Also bleib stark und kämpf, denn am Ende weißt nur du, was für dich am besten ist!

 

Melissa Joan Wagner