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Ein Tag als Dachdeckerin (m/w/d)

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Ob auf dem Dach eines einfachen Einfamilienhauses oder auf einem hohen Mehrgeschosser mit einem Blick bis zur Erdkrümmung: Als Dachdecker (m/w/d) sollte die Höhe zu deinen Freunden gehören. Das weiß auch Theresa Janke (20), gelernte Dachdeckerin im Betrieb ihres Vaters und angehende Meisterin. Doch ihre Einsatzbereiche gehen, wie die Dachdecker, darüber (hoch) hinaus!

PLANBAR durfte die junge Handwerkerin aus Lübben einen Tag lang bei Ihrer Arbeit begleiten.

Erstmal wie Tauben auf das Dach

Kaum erreichen wir die private Baustelle in Boblitz bei Lübbenau, lächelt uns Theresa auch schon vom Dach aus an. Bei dem Einfamilienhaus vor uns wird eine Sanierung des kompletten Dachs durchgeführt. Das wollen wir uns doch mal genauer anschauen.

Theresa führt uns hoch und dabei wird eins schnell klar: Es ist doch eine recht wackelige Angelegenheit, mit unserem Kamera-Equipment auf das Gerüst zu klettern – zumindest für uns. Die junge Lübbenerin dagegen ist bereits geübt und hilft uns beim Leitern erklimmen.

» Irgendwann gewöhnt man sich an die Höhe «

Theresa schnurstracks voraus – wir langsam hinterher – führt sie uns zum Dachfenster, an dem sie und ihr Bruder arbeiten. Auch ihr älterer Bruder Johannes Janke ist bereits als Dachdeckermeister im Familienbetrieb tätig.

Höhenangst ist hier fehl am Platz. Foto: Vivien Walter

Im Einklang mit der Erdanziehungskraft

Die Harmonie der beiden ist beeindruckend. Wie bei einem Puzzle liegen die vorsortierten und geschnittenen Dachziegel bereit. Aus sicherer Entfernung zeigt sie uns, wie man die geschnittenen Dachziegel um ein Dachfenster einhängt. Geschickt steckt Theresa für weniger Kraftaufwand einen Gliedermaßstab (für Laien wie uns bekannt als „Zollstock“) zwischen bereits eingehängte Dachziegel, damit sie die übrigen leichter darunter schieben kann.

„Dann muss ich nicht die ganze Zeit die anderen Dachsteine anheben!“

*Zwinker* Es klingt so einfach, wenn sie das mal eben erklärt. Aus unserer Perspektive vom Gerüst aus hat es den Eindruck, als würden Theresa und ihr Bruder mit der Schwerkraft spielen. Aber nicht, dass ihr denkt, wir würden bloß zuschauen. Auf Zuruf reichen wir die gewünschten Dachziegel nach oben, Johannes bereitet die geschnittenen Dachsteine für seine Schwester mit einem Draht für die physische Festigkeit vor und reicht sie ihr anschließend. Sie wickelt den Draht wiederum um einen Nagel, den sie zuvor gut zur Hälfte in die Dachlatten gehämmert hat, und dann wird der Nagel schließlich komplett in die Dachlatte geschlagen.

» Macht mal nicht so einen Krach! « ... tönt ein Kollege lachend von der anderen Seite des Satteldaches.

Tja, diese Arbeit ist nun mal mit etwas Lärm verbunden.

Anschließend greift Theresa noch zur Silikon-Pistole und befestigt die letzten Steine zusätzlich mit etwas Dichtstoff. „Wenn es dann getrocknet ist, halten die Dachziegel besser und es bietet zusätzlichen Schutz vor dem Verrutschen.“ Und so geht es weiter, bis der Abschnitt um das Dachfenster herum fertig gedeckt ist.

Theresa und ihr Bruder laufen und klettern abwechselnd um das Fenster und man sieht ihnen an, dass ihnen die Dachschräge oder -höhe kaum etwas ausmachen. Unfälle können passieren, aber das Risiko ist hier minimal und bei Theresa fühlen wir uns sicher.

Theresas Kollegen sind wie eine zweite Familie. Teilweise ist es sogar ihre eigene. Sie arbeitet mit ihrem Bruder im Betrieb ihres Vaters. Foto: Vivien Walter

„Ohana…“ äh „Baustelle“ heißt Familie!

Wir wollen wissen, wie es ist, in einem Familienbetrieb zu arbeiten:

„Ach, hier auf der Baustelle sind wir alle eine Familie und kommen sehr gut miteinander aus!“

Bekannterweise ist natürlich der Umgangston auf dem Bau etwas schroffer oder ehrlicher als woanders. Aber er ist dennoch herzlich und hier hilft man sich gegenseitig. Als einziges Mädchen wird Theresa mit offenen Armen aufgenommen und sie übernimmt auch viel Verantwortung. Vor allem beeindrucken uns ihre Fähigkeiten mit dem firmeneigenen Kran. Geschickt koordiniert sie den Bauschuttcontainer mit ihrer Fernbedienung, die an die Steuerung einer Drohne erinnert.

Noch faszinierter sind wir, als sie uns erzählt, dass der Minikran auch allein mit ihrer Steuerung fährt! „So rangiere ich den jetzt aus der Einfahrt heraus und hänge ihn dann an das Auto für den Abtransport. Er fährt bis zu 6 km/h auf Kommando!“ Aber ohne Unterweisung durften wir leider nur zusehen.

Wir hatten nicht nur viel Spaß bei dem Interview, wir haben auch sehr viel von Theresa gelernt Foto: Vivien Walter

Eine Allrounder-Ausbildung im Handwerk.

Unser Tag als Dachdecker (m/w/d) war so vielseitig! Wir hätten gern noch mehr von Theresas Arbeit ausprobiert, was aus Sicherheitsgründen leider nicht möglich war. (Geschweige denn von dem schiefen Dach, das dabei rausgekommen wäre.)

Und sie macht noch so viel mehr:

„Manchmal bekommen wir auch Trockenbauaufträge oder andere Arbeiten und dann packe ich genauso gerne mit an. Ich habe schon viel mitgemacht und es gibt keine Arbeit hier, die mir keine Freude bereitet. «

Es hat uns wieder gezeigt, wie herrlich die Arbeit draußen an der frischen Luft ist. Natürlich solltest du mit den verschiedenen Arbeitsbedingungen umgehen können, denn Dachdecker (m/w/d) machen vor Hitze, Kälte, Wind und Wetter nicht halt!

Wir danken Theresa und ihrer Baustellen-Familie für den schönen und vor allem lehrreichen Tag und wünschen ihr für die Meister-Prüfung alles Gute!

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