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Die Erwachsenen-Fragen

Afterwork

Wer kennt sie nicht, diese lästigen Elterntexte: „Nimm dir lieber einen Teller, das krümelt so.“ „ Dein Zimmer sieht aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen.“ Wie war‘s in der Schule?“ „Wie lange brauchst Du denn noch im Bad.“  „Wer feiern kann, kann auch aufstehen!" Für Euch als Jugendliche und Heranwachsende wohl das Nervigste, was Ihr in der Pubertät und Schulzeit zu hören bekommt, oder?!

Dann wartet sie, die ersehnte Freiheit mit dem Auszug aus dem Elternhaus. Juhuuu… Endlich raus, um machen zu können, was man will. Auf eigenen Beinen stehen, Party bis in die Puppen, am eigenen chaotischen Ordnungssystem festhalten, zocken bis in die Morgenstunden, nach Lust und Laune essen – natürlich klingt das sehr verlockend, gerade wenn die Schule abgeschlossen ist und der Start ins Berufsleben, entweder mit einer Ausbildung oder einem Studium, beginnt. Da träumt man von einem easy Lebensabschnitt und plötzlich, wie aus dem nichts, landet man auf dem Boden der Tatsachen...

Die Fakten

Das „Hotel Mama“ verlassen ist eine wichtige und tolle Erfahrung, bringt allerdings auch so manche Herausforderung mit sich. Es ist nicht einfach, diese neue Situation zu meistern. Du musst dich neu organisieren, andere Strukturen und Rituale entwickeln und gerade im WG-Leben neue Positionen annehmen. Du hast deine eigenen Vorstellungen, bist neugierig auf das Leben, das jetzt kommt und musst dich vielleicht in einer anderen Stadt einleben.

Es gibt gefühlt mehr als 100 Dinge, an die du denken musst. PLANBAR hat die Wichtigsten im Überblick:

  • Mietvertrag für WG-Zimmer oder eigene Wohnung unterschreiben

Prüfe dein Exemplar mit Musterverträgen, um die üblichen Klauseln abzugleichen.

  • Telefon, Internetanschluss und Streaming-Dienste
    Der Zugang zum Internet ist unentbehrlich.
  • Strom und Gas anmelden
    Hier lohnt sich der Tarifvergleich verschiedener Anbieter. Und denk daran, bei der Schlüsselübergabe den Zählerstand des Stromzählers zu notieren.
  • Nachsendeauftrag

   Damit du keine wichtige Post verpasst.

  • Rundfunkbeitrag anmelden
    Wer eine staatliche Ausbildungsförderung (z. B. BAföG) erhält, kann sich sogar befreien lassen.
  • beim Einwohnermeldeamt ummelden
    Innerhalb von sieben Tagen nach dem Umzug, solltest du deinen neuen Wohnsitz beim Einwohnermeldeamt melden.

Neue Aufgaben

Bestimmt hast du – wahrscheinlich nach Diskussionen – das Geschirr in die Spülmaschine geräumt, das Haustier sauber gemacht und auch den Müll raus gebracht. Was immer wie aus Zauberhand geklappt hat: dein Lieblingsessen stand pünktlich auf dem Tisch, der Kühlschrank war immer mit Snacks und Getränken gefüllt, deine Kleidung war frisch und zusammengelegt im Schrank und die heimischen Wände waren blitzblank. Alleine wohnen bedeutet nun, sich von den vielen Annehmlichkeiten zu verabschieden.

Mit dem Auszug musst du nicht nur Eigeninitiative beim Kochen, Putzen und Wäschewaschen beweisen, sondern auch die Kosten und den Versicherungsschutz im Blick behalten. Wohl oder übel musst du dich künftig mit diesen „Erwachsenen-Fragen“ beschäftigen. Unter Anderem musst du dich nun auch um eine eigene Haushaltversicherung und anderen Papierkram, wie z. B. Adressänderung und wichtige Verträge kümmern.

Das PLANBAR-Team hat sich ein paar hilfreiche Tipps für die ersten Schritte im Versicherungsdschungel bei Dipl. Wirtschaftsjurist Marco Sauer, Debeka-Geschäftsstellenleiter Königs Wusterhausen und Cottbus, geholt.

Schulabgänger sollten abgesichert in den neuen Lebensabschnitt starten

Da soll mal einer den Durch- bzw. Überblick behalten! Mit dem Schulabschluss in der Tasche steht ein neuer spannender Lebensabschnitt an. Und plötzlich heißt es auch, Verantwortung zu übernehmen. Die richtige Absicherung ist wichtiger denn je, die Produkte sind zahlreich. Was braucht man denn als „Anfänger“?

Unfallversicherung

Ausrutschen und hinfallen – das ist nicht nur peinlich, sondern kann übel enden. Die gesetzliche Unfallversicherung greift bei Unfällen und deren Folgen im Betrieb oder in der Uni und auf dem direkten Weg dahin bzw. nach Hause. Im besten Fall hat man aber auch noch Freizeit. Manche sind sportlich unterwegs, die anderen feiern an vorderster Partyfront. So nah am Limit kann schon mal der nächste Schritt daneben gehen. Passiert dann ein Unfall mit bleibenden Folgen, ist man mit der gesetzlichen Unfallversicherung kaum abgesichert. Eine private Unfallversicherung bietet einen 24-Stunden-Schutz weltweit bei unfallbedingter Invalidität.

Private Haftpflichtversicherung

Wer einen Schaden verursacht, muss dafür auch gerade stehen. Vor Schadensersatzansprüchen schützt eine private Haftpflichtversicherung. Diese greift, wenn man fahrlässig bei einer anderen Person einen Schaden verursacht und läuft in der Regel auch über die Eltern. Ein Blick in die Versicherungsbestimmungen ist allerdings sinnvoll, denn nicht jeder Versicherer definiert Ausbildung einheitlich. Bei der Debeka zählen beispielsweise das Referendariat oder eine weitere Ausbildung dazu.

Hausratversicherung

Möblierte Zimmer in Studentenwohnheimen oder einer WG laufen über die Hausratversicherung der Eltern. Werden also Wertgegenstände wie z. B. Laptop oder Smartphone bei einem Einbruch geklaut, ist man dagegen abgesichert. Zieht man in eine eigene Wohnung und richtet sich mit Möbeln und Elektrogeräten neu ein, kann es sinnvoll sein, selbst eine Versicherung abzuschließen. Diese leistet u. a. bei Schäden durch Feuer, Leitungswasser oder eben Einbruchdiebstahl. Damit nicht genug: Auch das Fahrrad kann man über die Hausratversicherung gegen Diebstahl absichern. Die Debeka, eine der größten Versicherungsgruppen in Deutschland, bietet z. B. als Erweiterung eine Fahrraddiebstahl-Versicherung an, die sich individuell auf den jeweiligen Wert des Bikes festlegen lässt.

Nicht zu vergessen: Vermögenswirksame Leistungen

In vielen Betrieben gibt es zusätzlich zum Gehalt so genannte vermögenswirksame Leistungen. Das sind Zahlungen der Arbeitgeber, die mithelfen, dass Arbeitnehmer Vermögen ansparen können. Die Leistungen betragen – je nach Tarifvertrag – bis zu 40 Euro im Monat. Es ist sinnvoll, die vermögenswirksamen Leistungen als Grundstock fürs Eigenheim in einen Bausparvertrag oder in die Altersvorsorge zu investieren.

Hast du an alles gedacht? Dann wünscht dir das PLANBAR-Team den besten Start in die neue Phase deines Lebens.

Mit Dipl. Wirtschaftsjurist Marco Sauer, Debeka-Geschäftsstellenleiter Königs Wusterhausen und Cottbus, sprach Andrea Richter

 

Foto: Shutterstock