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DER PREIS IST HEIß! – Wie du Feuerwehrmann (m/w/d) wirst!

Bewerbungsverfahren

Wer von euch wollte früher nicht zur Polizei oder Feuerwehr? Mal im Ernst: Menschen retten ist verdammt cool und vor allem wichtig! Auch PLANBAR wollte zu den Herzensrettern gehören und interviewte die Feuerwehrmänner Carl W. Zerna und Benny Bastisch.

Die Feuerwehr Cottbus besetzt täglich 35 Wachdienstfunktionen auf 2 Feuer- und 1 Rettungswache. Zusätzlich wird sie von 16 Freiwilligen Feuerwehren in Cottbus und Umgebung unterstützt. In dem Gebiet der Regionalleitstelle Lausitz gibt es 624 Feuerwachen (größtenteils Freiwillige Feuerwehren) und 38 Rettungswachen die insgesamt 1595 Fahrzeuge (Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge) beherbergen. 624 Feuerwehren, die täglich Leben retten. Hier ist es egal ob Tier- oder Menschenleben.

Bevor wir mit den wichtigen Informationen beginnen, müssen wir die genauen Bezeichnungen der beiden Männer klären. Denn wie bei der Polizei gibt es auch hier verschiedene Dienstgrade und Amtsbezeichnungen. Carl W. Zerna (24) ist Brandmeister. So fängt jeder bei der Feuerwehr an, der den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst anstrebt. Hier kannst du dich je nach Weiterbildungen und Prüfungen bis zum Hauptbrandmeister qualifizieren. Benny Bastisch hingegen ist seit mehr als 20 Jahren bei der Berufsfeuerwehr Cottbus und trägt das Amt des Sachbearbeiters Aus- und Fortbildung. Er arbeitet im gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst und ist im Einsatzleitdienst tätig.

Unser Interview startete mit Benny Bastisch, der uns über die Aufgaben der Feuerwache und der Regionalleitstelle Lausitz aufklärte. Dabei erhielten wir viele Informationen über das Tätigkeitsfeld und die Berufung zum Feuerwehrmann sowie zum Aufbau und zur Funktionalität einer Feuerwache. Auf unseren Interviewpartner Carl mussten wir warten, denn er war kurz zuvor zum Einsatz ausgerückt.
„Entschuldigung und Hallo. Ich komme von einem Wald- und Wiesenbrand“, sagte Carl W. Zerna ruhig. Carl ist einer von 2 Feuerwehrmännern, die nach dem letzten Auswahlverfahren neu eingestellt wurden.

Leider gibt es  immer noch zu wenig Menschenretter in ganz Deutschland. Deshalb suchen Feuerwehren genau DICH! Und was alles zum Berufsbild des Feuerwehrmannes dazu gehört, erzählt uns Carl W. Zerna. Frisch ausgebildeter Feuerwehrmann im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst.

Eigenschaften eines Feuerwehrmannes:

Wenn du Feuerwehrmann (m/w/d) werden möchtest, brauchst du Geduld, Teamfähigkeit und Aufgeschlossenheit, Mut, körperliche und mentale Stärke. Dazu musst du Ausdauer beweisen. Das Auswahlverfahren ist anspruchsvoll und vielseitig. Wie das bei Carl ablief, erzählte er uns:

„Ich hab mein Abitur gemacht und absolvierte anschließend eine Ausbildung zum Industriemechatroniker. Nach erfolgreichem Berufsabschluss arbeitete ich noch ein weiteres Jahr in der Branche. Weil ich mich seit 9 Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr Ruben (bei Werben) sehr engagiere, sprachen mich meine Freiwilligen Feuerwehr-Kollegen auf die ausgeschriebenen Stellen an. Mein Interesse war sofort groß und ich bewarb mich. Es ist meine Leidenschaft und die Feuerwehr ist auch etwas Stabiles in der Region.  Ich helfe gerne Menschen, man tut etwas Nützliches und es ist abwechslungsreich. Bei meinem Bewerbungszyklus waren 2 Stellen ausgeschrieben. Darauf haben sich 80 Männer und Frauen beworben. Bei mir hat es geklappt. Da die jeweilige Stadt Träger der Feuerwehren ist, man bewirbt sich beim jeweiligen Träger der Feuerwehr (in meinem Fall die Stadt Cottbus) und wird nach Prüfung der Qualifikationsanforderungen zum Einstellungstest „angenommen“ oder abgelehnt. Ich erhielt eine Einladung und stellte mich dem zweitägigen Einstellungstest. Der erste Tag galt dem Sporttest. Hier musste ich zeigen, was ich sportlich drauf habe. Viele Bewerber scheiden hier bereits aus. Alle die weiter kamen, zeigten am zweiten Tag ihr Wissen im schriftlichen Eignungstest und ihre Höhentauglichkeit und ihren Mut bei der Höhenprüfung, bei der man eine 32 Meter hohe Drehleiter auf- und absteigen musste. Nach diesen ganzen Einzeltests kam das Einstellungsgespräch. Hier hatte ich Zeit meine Person vorzustellen. Meine zukünftigen Kollegen/ Vorgesetzten bekamen einen ersten Eindruck von mir.“

Alles klar! Das nenn ich mal eine Hausnummer. Für den Einstellungstest der Feuerwehr muss man also fit sein. Sowohl mental, als auch körperlich. Wie läuft die Ausbildung bei der Feuerwehr im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst ab?

Wenn du deine Ausbildung bei der Feuerwehr beginnst, brauchst du wie bereits erwähnt, einen handwerklichen Berufsausbildungsabschluss. Da ist es egal, ob du Bäcker, Mechatroniker oder Elektriker bist. Nachdem du das Auswahlverfahren gemeistert hast, wirst du zur Landesfeuerwehrschule deines Landes abgeordnet und zum Berufsfeuerwehrmann ausgebildet. In Brandenburg ist es die LSTE (Landesschule und Technische Einrichtung für Brand -und Katastrophenschutz) mit Sitz in Eisenhüttenstadt. Jährlich werden hier nur 48 Feuerwehrmänner aus dem ganzen Land Brandenburg qualifiziert. Die ersten 23 Wochen deiner Ausbildung verbringst du hier mit Grundausbildung, Lehrgängen und Weiterbildungen. Nach deiner Zeit in der Feuerwehrschule hast du in einem bestimmten Rhythmus Praxiszeiten, welche sich auf interne und externe Praktika aufteilen. Das externe Praktikum absolvierst du auf einer Wache deiner Wahl. Dieses dauert 6 Wochen. Bei den internen bist du insgesamt 18 Wochen im Dienst. Nach Abschluss deiner Theorie- und Praxisphase musst du dein Wissen bei den Prüfungen unter Beweis stellen.

PLANBAR wollte von beiden Feuerwehrmännern wissen, ob ihr Beruf sie im alltäglichen Leben „verfolgt“ bzw. beschäftigt. Hier kann man klar sagen: Als Feuerwehrmann (m/w/d) braucht man gewisse Charaktereigenschaften. Hier nimmt man Einsätze nicht mit nach Hause. Man spricht mit Kollegen oder Nachsorgeteams für Rettungskräfte im Dienst. Dabei ist es wichtig, dass man wie auch in der Gesundheitsbranche Dinge, die einen beschäftigen weitgehend auf der Arbeit lässt. Außerdem braucht man eine starke Familie, einen guten Freundeskreis und eine funktionierende Partnerschaft, welche die Arbeit akzeptieren und respektieren. Durch Arbeitszeiten und verschiedene Einsätze ist es schwer und trotzdem machbar, eine tolle Familien- und Freizeit zu haben. Dass man im Alltag achtsamer wird, bestätigen sowohl Carl W. Zerna, als auch Benny Bastisch. Dinge, die man früher leichtsinnig erledigt oder betrachtet hat, werden mit einer anderen Sorgfalt beobachtet und angepackt. Kleinigkeiten wie: „Wo ist der Fluchtweg?“, „Wo sind die Feuerlöscher?“ Haben hier beide ganz gut im Blick! Eigentlich etwas, auf das jeder im Alltag öfter achten sollte.

Kaum zu glauben, wie umfangreich und spannend diese Arbeit sein kann! Falls Du jetzt auf glühenden Kohlen sitzt und Lust bekommen hast, bei der Feuerwehr durchzustarten, haben wir hier für Dich nochmal alle wichtigen Fakten zur Ausbildung als Berufsfeuerwehrmann (m/w)d) kurz zusammengefasst.

Schulabschluss:

  • mindestens die Berufsbildungsreife, einen Hauptschulabschluss oder einen gleichwertig anerkannten Bildungsabschluss.

Voraussetzungen:

  • Mindestens eine handwerklich, abgeschlossene Berufsausbildung für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst
  • Mit abgeschlossenem Studium wäre eine Einstellung auch im gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst möglich, dies hängt aber von der aktuellen Ausschreibung ab
  • Ein Sehtest wird benötigt. Hier bei der Feuerwehr Cottbus ist es kein Problem, Brillenträger zu sein.
  • Auch Tätowierungen sind kein Thema als Feuerwehrmann.
  • Laut Verordnung darfst du höchstens 35 Jahre alt sein.
  • Mindestens eine Fahrerlaubnis der Klasse B wird vorausgesetzt.
  • Schwimmer, - Leistungs-und Hilfsbereitschaft
  • Auch als Frau / Divers hast du die Möglichkeit unter gleichen Voraussetzungen bei der Berufsfeuerwehr einzusteigen.

 

Mit Carl W. Zerna und Benny Bastisch sprachen Lena Suse Truppel und Hannes Jetschick