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Offen und ehrlich: Das ist Handwerk

Ausbildungsfinder

Veröffentlicht am 03.12.2021

Gefühlt hat jeder eine andere Meinung und ein anderes Bild vom Handwerk. Von den gängigen eher negativen Klischees, bis hin zu hoch gelobt und geschätzt, da sie unerlässlich für unsere Gesellschaft sind. Aber was heißt denn nun „Handwerk“? Was geht wirklich ab auf dem Bau oder in der Werkstatt? Was braucht man für‘s Handwerk? Wie immer: PLANBAR forscht nach – aus erster Hand!

Die Quelle unseres Wissens

Johannes ist 24 Jahre alt und befindet sich gerade im 3. Lehrjahr seiner zweiten handwerklichen Berufsausbildung. Er erzählt mir, dass das Handwerk schon immer sein Ziel war. Durch seine Familie wurde es ihm mit auf den Weg gegeben und auch durch den WATUnterricht in der Schule habe er erkannt, es macht ihm Spaß, mit seinen Händen zu arbeiten.

Der Weg zum Ziel

Wir wissen es: Sich intensiv mit der Ausbildungssuche zu beschäftigen, kann richtig nerven. Außerdem kommt der Druck von Eltern und Lehrenden noch dazu. Johannes erzählt davon, wie  hm die Agentur für Arbeit dabei geholfen habe, eine passende Ausbildung zu finden. Und wenn man sich erst einmal darauf einlassen würde, merke man erst, dass die (Berufs-) Welt viel größer sei, als man denke. Aber es seien nicht nur die Agentur für Arbeit, die Eltern oder Lehrenden, die einem dabei helfen, den richtigen Weg zu finden und einzuschlagen. Johannes ist der festen Überzeugung, dass Praktika unerlässlich seien. Woher solle man denn sonst auch wissen, was einem läge und Spaß mache oder halt nicht? Man solle seine Ferien sinnvoll nutzen und so viele Praktika wie möglich machen. Insbesondere, wenn man mit dem Gedanken spiele ins Handwerk zu gehen, erzählt Johannes. Handwerk sei so unglaublich vielfältig, da müsse man sich vorher mal ausprobieren.

Vom Ofenbauer zum Anlagenmechaniker

In seiner ersten Ausbildung erlernte er den Beruf des Ofenbauers. Er erzählt, dass ihm der Beruf viel Spaß gemacht hätte, jedoch sei es nicht grundlegend seins gewesen, womit er auf Dauer fahren möchte. Als ihm der Chef von seinem Bruder dann eine Ausbildung zum/zur Anlagenmechaniker*in für Sanitär-, Heizungs- & Klimatechnik anbot, überlegte er nicht lange und sagte zu. Man müsse nicht auf der Stelle treten, auch nicht im Handwerk. Man könne sich immer umorientieren und lieber mache man zwei oder drei Aus- oder Weiterbildungen, als sein ganzes Berufsleben unglücklich zu sein.

Abwechslung. Neu. Innovativ.

„Handwerk ist das Abwechslungsreichste, was du machen kannst. Du wirst immer wieder vor neue Situationen und Herausforderungen gestellt. Außerdem erneuert sich das Handwerk ständig.“

Das stimmt. Die Handwerkskammer Cottbus erzählt mir ein wenig mehr darüber. So biete das Handwerk viele Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten, denn der Einfluss von digitalen Medien, computergesteuerten Maschinen und Werkstoffen hielte auch im Handwerk Einzug und verändere den Anspruch an Fachkräfte von morgen. Beispielhaft dafür seien die Berufe des Bau- und Ausbaugewerbe. So arbeiten Maurer*innen heutzutage vermehrt mit modernen Verbundwerkstoffen und Klebetechniken. Ein weiteres Beispiel seien die medizinischen Berufe des Handwerks. Im Zahntechnikhandwerk kämen zunehmend 3D Drucker für die Herstellung von zahnmedizinischen Produkten zum Einsatz.

„Am Ende des Tages siehst du, was du geschaffen hast und das ist ein tolles Gefühl! Du entwickelst dadurch einen viel größeren Stolz auf das, was du tust, weil du es siehst.“

Mehr Selbstbewusstsein

Außerdem möge er den Umgangston auf Baustellen: Egal welches Gewerbe, egal ob Azubi oder Geselle, der Umgang sei entspannt, auf Augenhöhe, per Du, man könne frei herausreden und es gäbe keine Etikette. „Man redet so, wie die Schnauze gerade gewachsen ist.“ Dementsprechend müsse man aber auch damit umgehen können. Jemand, der kein Selbstbewusstsein habe, würde es vermutlich eher schwer haben. Aber selbst das sei kein Problem, da man das sehr schnell lerne.

Auch das selbstständige Arbeiten bereite ihm großen Spaß. Während man anfangs natürlich unterstützt wird und sich auch später immer auf Hilfestellungen seiner Kolleg*innen verlassen könne, so sei es doch ein sehr selbstständiges Arbeiten. Er kriege das Ziel gesagt, wie er dort hinkommt, sei ihm allerdings selbst überlassen. Und wie er so redet, merke ich, dass er dafür brennt und einen Ehrgeiz hat, Aufträge richtig gut umzusetzen. Für ihn sei es seine Welt. Er fühle sich wohl, es mache ihm Spaß und es läge ihm einfach. Außerdem könne er, dank seiner Arbeit privat viel für sich alleine machen und müsse nicht lange auf einen Handwerker-Termin warten, wenn etwas ansteht. Und im Zweifel unterstütze man sich auch privat als Kolleg*innen.

Johannes´ Fazit

„Es gibt meiner Meinung nach keine Argumentation für das Handwerk. Du musst es wollen, dich rein finden und sehen, ob es was für dich ist. Es muss dir liegen und am Wichtigsten ist: Es muss dir Spaß machen. Das ist das A & O. Handwerk ist einfach eine Berufung, deswegen sollte dir auch der ein oder andere Nachteil egal sein. Dir muss bewusst sein, dass du schinderst und dass die Bezahlung besser sein könnte. Aber wenn du an das denkst, was du geleistet hast, wenn du am Ende des Tages siehst, was du geschaffen hast und wenn du an die tollen Momente mit dem Kollegenkreis denkst, dann ist es das wert.“