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„Wer nichts wird, wird Wirt(schaftler)“ – Warum ist das BWL-Studium so beliebt?

Rund um's Studium

Weil Mathe und Statistik einen Großteil des Studienfachs ausmachen, beginnen wir gleich mal mit ein paar Zahlen: Betriebswirtschaftslehre (BWL) ist mit Abstand das beliebteste Studienfach in Deutschland.  Im Studienjahr 2016/17 studierten über 238.000 Menschen an deutschen Hochschulen BWL. Das sind fast 12 Prozent aller Studenten. Kein Wunder, dass die Hörsäle immer gut gefüllt sind.

 

Doch warum entscheiden sich so viele Abiturienten für den Studiengang BWL? PLANBAR hat nachgefragt, und zwar bei denen, die es am besten wissen müssten: BWL-Studenten. Patricia (20) hat gerade ihr erstes Semester beendet, Franz (20) startet in sein viertes. Oliver (21) macht seinen Bachelor und Marina (26) ihren Master. Sie alle studieren an der BTU Cottbus/Senftenberg.

 

Warum hast du dich für BWL entschieden?

Patricia: Ich bin mit dem Ziel, später im Bereich Marketing zu arbeiten, in das Studium gestartet. Da ich den Wunsch habe, mein eigenes Unternehmen zu gründen, ist für mich das BWL-Studium eine gute Grundlage.

Oliver: Ich hatte schon immer Interesse an Marktgeschehen, Handel und Investitionen. Und ich war schon immer gut in Mathe.

Marina: Durch das BWL-Studium erhalte ich einen Einblick in verschiedene Branchen und Tätigkeitsbereiche und kann auch in späteren Jahren nochmal neue Bereiche ausprobieren. So hat man einfach viel mehr Möglichkeiten.

 

Ist das Studium so, wie du es dir vorgestellt hast?

Patricia: Ja! Dass BWL ein trockenes Fach ist, hat sich bestätigt. Besser als erwartet sind auf jeden Fall das Campusleben und die Freizeit-Möglichkeiten.

Franz: Das Studium ist sehr schulisch. Dadurch fällt es schwer, sich einen Bezug zum Beruf vorzustellen. Praktika kommen erst in den späteren Semestern. Deshalb bietet es sich (auch finanziell) an, einen Nebenjob zu suchen. Studium, Arbeit und Freizeit unter einen Hut zu bekommen, ist aber oft nicht leicht.

Oliver: Das BWL-Studium ist sehr mathelastig, vor allem Statistik und Stochastik. Leider dauerte es einige Zeit, bis die Sachen behandelt wurden, die mich wirklich interessierten. Was das Campus- und Uni-Leben angeht, gibt es bei BWL meinen Erfahrungen nach weniger Zusammenhalt und Miteinander als in anderen Studiengängen.

Marina: Das Grundstudium im Bachelor ist sehr auf Frontalunterricht ausgerichtet. Im Hauptstudium wird die Studiengruppe dann kleiner, da sich alle auf unterschiedliche Schwerpunkte konzentrieren. Dabei gibt es viele Projekte, Präsentationen und Seminararbeiten im Team und auch alleine. Das hat mir super viel Spaß gemacht!

 

Im Laufe des Studiums musst du dich für einen bestimmten Schwerpunkt entscheiden. Für welchen hast du dich entscheiden und warum?

Franz: Ich habe mich für „Allgemeines Management“ entschieden. Dabei beschäftige ich mich gerade damit, wie ich am besten eine Gruppe von Menschen anführe und wie Arbeitsplätze und -zeiten verbessert werden können. Kurz: Wie mache ich als Führungsperson meine Mitarbeiter glücklich und motiviere sie am besten, damit sie so effizient wie möglich arbeiten?

Marina: Im Bachelor habe ich meinen Hauptschwerpunkt auf "Personal und Organisation" gelegt, einen zweiten kleineren Teil auf "Gesundheitsmanagement". Für den Personalbereich konnte ich bereits zwei Praktika machen. Zwischen Bachelor und Master hatte ich zusätzlich die Möglichkeit, ein Jahr im Bereich der Personalbetreuung und -entwicklung zu arbeiten.

 

Wie geht es für dich nach dem Studium weiter?

Patricia: Mein Ziel ist es, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Franz: Nach dem Studium stehen mir viele Türen offen, allerdings habe ich bisher in keiner so wirklich einen Fuß drin.

Oliver: Für mich sind Beratertätigkeiten und Start-Ups besonders reizvoll. Aber ich könnte natürlich auch als Banker, Projektmanager oder Buchhalter arbeiten.

Marina: Ich möchte im Personalbereich tätig werden, besonders gerne im Bereich Personalentwicklung, -marketing oder -betreuung.

 

Habt ihr noch einen Ratschlag an zukünftige BWL-Studenten?

Franz: Erstens: Es kommt mehr Mathe vor, als man denkt. Zweitens: Man lernt zwar theoretisch sehr viele wichtige Inhalte, doch praktisch sieht das immer anders aus. Und drittens: Das Studium ist anstrengender, als viele glauben.

Oliver: Es gibt ja das Vorurteil, dass BWL nur Leute studieren, die nicht wissen, was sie machen sollen. Meiner Ansicht nach ist da auch einiges dran. Mein Rat ist deshalb: Wählt den Studiengang nur, wenn ihr wirklich Motivation und Interesse für die Themengebiete mitbringt. Außerdem sollte man auf Angebote für Austausch- oder Auslandssemester immer ein Auge haben.

Marina: Wählt Module, die euren Interessen entsprechen und schaut nicht nur darauf, welcher Dozent die besten Noten gibt. Baut Praxiserfahrung durch Praktika und Werkstudententätigkeiten ein, um Erfahrungen in unternehmerischen Strukturen zu sammeln. Engagiert euch in studentischen Vereinen und schaut auch mal über den Tellerrand.

 

Fazit: Mit einem BWL-Abschluss hat man viele berufliche Möglichkeiten, doch der Weg dahin ist mühsam und wird von vielen unterschätzt. Wer jedoch genug Motivation und Ansporn – und gute Mathekenntnisse! – mitbringt, dem werden nach dem Studium viele Türen offen stehen.

 

Autorin: Vivien Walter

 

Übrigens: BWLer aber auch andere Berufsgruppen haben immer wieder mit verschiedenen Klischees zu kämpfen. Mit welchen? Das verrät dir PLANBAR in Artikel "Traumberuf statt Vorurteil - 5 Klischees, die so sicher nicht stimmen!"