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Klischee vs. Realität welche Vorurteile über Studiengänge sind wahr?

Rund um's Studium

Jeder hat schon mal Vorurteile über Studiengänge gehört: Von BWLern, die nicht wissen, was sie studieren sollen bis hin zu Informatikern, die nur im Keller wohnen und den ganzen Tag vor dem Computer hängen. PLANBAR klärt dich über die gängigsten Klischees auf, und zeigt dir, was wirklich dahintersteckt.

Lehramt

Klischee: Lehramtsstudenten sind faul und wollen später viel Ferien und wenig Arbeit haben.
Realität: Wer denkt, als Lehrer ist man nur am chillen und kann sich ausruhen, täuscht sich. Entgegen der weitverbreiteten Meinung steckt nämlich noch viel mehr dahinter:
Barbara Jung, Lehrerin in den Fächern Erdkunde und Französisch, hat ein bisschen über ihre Ferienplanung berichtet: „In den Oster-, Weihnachts-, Winter-, und Herbstferien
werden Klassenarbeiten korrigiert, Unterrichtsreihen geplant, Klassenarbeiten konzipiert und organisatorische Dinge wie zum Beispiel Klassenfahrten und Exkursionen geplant. Im Sommer ist es meistens ruhiger, da zunächst die Stundenpläne und der Schuljahresablauf geplant werden müssen, bevor man selbst mit
der Konzeption des Unterrichts dran ist. Hier besteht dann die Möglichkeit sich
selbst für das kommende Jahr weiterzubilden.“

Übrigens: Lehramtsstudenten sind in den gleichen Kursen wie „normale“ Studenten
einer Fachrichtung, belegen diese kürzer, müssen aber meist dieselbe Klausur schreiben. Nach dem Studium folgt das Referendariat, in dem man zwei Schuljahre lang an einer Schule unterrichtet, bevor man endlich ein vollständig ausgebildeter Lehrer ist.

BWL

Klischee: BWLer wissen nicht was sie mal werden wollen.
Realität: Es gibt sicher viele Studenten, die schon ein klares Ziel vor Augen haben. Der große Vorteil am BWL-Studium ist, wer BWL studiert hat eine Vielzahl an Möglichkeiten, da das Studium sehr breit gefächert ist. So kann man zum Beispiel auch als Personaler oder im Marketing arbeiten, wenn man nicht so der Zahlentyp ist. Falls das aber der Fall ist, eröffnen sich auch Möglichkeiten im Controlling. Je nach Typ und Vorlieben kann man sich entscheiden in welchem Bereich man mal arbeiten möchte und über einen Masterstudium genauer spezialisieren.

Architektur/ Mediendesign

Klischee: Die Hipster und kreativen Köpfe. Sie machen sich über ihr Aussehen mindestens genauso viele Gedanken, wie über ihre Entwürfe, die sie auf ihren Macs in Jute- oder Turnbeuteln durch die Gegend tragen.

Realität: Diese Vorurteile stimmen teilweise. Die Kleidung ist von Person zu Person unterschiedlich. Als Beispiel dient hier Steffen Witte, Mediendesigner im 6. Semester: „Bequem ist so ziemlich mein einziges Kriterium. Wenn ich bis spät in die Nacht noch
an Entwürfen und Modellen sitze, dann will ich mich dabei wenigstens wohlfühlen.“ Das Macbook ist allerdings kaum wegzudenken: „Die besten Programme zum Designen laufen halt nur auf Apple.“, meint Steffen Witte. Die Kreativität ist die eine Seite, die vielen Ideen wollen aber natürlich auch praktisch umgesetzt werden. Dazu müssen Architekten zum Beispiel viel Mathematik und Physik beherrschen, um die Statik eines Gebäudes berechnen zu können, Mediendesigner müssen die kleinsten Farbunterschiede erkennen und beheben können, bei Filmen heißt das teilweise jedes einzelne Bild speziell bearbeiten (eine Sekunde Film hat 25-50 Bilder pro Sekunde).

Jura

Klischee: „Was macht ein fauler Jurastudent? Er kommt nicht zurecht.“ Jurastudenten haben immer Freizeit und sind selten in der Uni. Das Motto im Studium? „Vier gewinnt“
Realität: Das stimmt natürlich nicht ganz. Ein Jurastudium ist im Gegensatz zum allgemein gebräuchlichem Bachelor noch mit einem Staatsexamen ausgestattet. Das heißt, man schreibt jedes Semester nur wenige Klausuren um die nötige Anzahl an Scheinen zu erhalten, damit man das Staatsexamen schreiben darf. Das Staatsexamen macht nämlich 70% der Endnote aus. Lukas Müller, Jurastudent im 4. Semester, meint dazu: „Es ist mittlerweile sogar üblich, ein ganzes Jahr vor dem Staatsexamen anzufangen mit dem Lernen.“ Im Staatsexamen kann man eine Maximalpunktzahl von 18 Punkten erreichen, dabei gehört man mit 9 Punkten (in Schulnoten eine 3+) schon zu den Top 15% in Deutschland. Wer auf die Note 4 setzt, kann zwar sein Studium bestehen, aber die Jobsuche wird dann schwer. Also unterm Strich: Das Studium ist echt kein Zuckerschlecken.