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Viva con Agua – Mit allen Wassern gewaschen

Reportagen

Sich freiwillig für etwas zu engagieren, klingt für manchen vielleicht langweilig. Dabei kann es viel Spaß machen, zusammen mit anderen etwas Gutes zu tun und dafür auch seine Freizeit zu opfern. Die Non-Profit-Organisation Viva con Agua (auf Deutsch „Lebe mit Wasser“) beweist das. PLANBAR hat sie getroffen.

Wintersemester an der BTU Cottbus-Senftenberg: Der Berliner Leo Koppe ist gerade für sein Studium nach Cottbus gezogen. In der Stadt kennt er kaum jemanden, bis er von Viva con Agua (VCA) hört. Über eine Freundin ist er auf die Gruppe aufmerksam geworden. „Am Anfang ist es mir vor allem darum gegangen, neue Leute kennenzulernen“, gibt er zu. Den Namen der Organisation kannte er schon von den Mineralwasserflaschen, die der Verein verkauft. Viva con Agua engagiert sich für die Verbesserung der Trinkwasserversorgung in Entwicklungsländern. Um Unterstützung für ihr Anliegen zu bekommen, setzen die Mitglieder des Vereins weniger auf Demonstrationen sondern eher auf unterhaltsame Aktionen. Die Ideen stammen von den VCA-Ortsgruppen, die Crews genannt werden, und von denen es bereits über 50 gibt.

Abwaschstraße für weniger Müll

Die Cottbuser Ortsgruppe wurde 2013 gegründet. Regelmäßig treffen sich die Freunde zu einem Stammtisch in der Galerie Fango. Um Spenden zu sammeln, haben sie sich unter anderem die Living Room Gallery einfallen lassen, bei der Künstler ihre Werke in einer WG ausstellen. Feste Tradition ist auch das Floßrennen der Gruppe geworden. In Teams fahren die Teilnehmer dabei in selbstgebauten Floßen zwischen Neuhausen an der Spree und Cottbus um die Wette. Beim Landflucht Festival betreuen sie eine Abwaschstraße. Die Festivalorganisatoren setzen zur Müllvermeidung auf Mehrweggeschirr, dass es gegen Pfand gibt. Wer das Pfandgeld zurückbekommen möchte, muss seinen Teller an der Abwaschstraße säubern. In der Regel landet der Pfand jedoch bei VCA, sodass der Verein damit wieder neue Projekte unterstützen kann.

Man kommt viel rum

Auch wenn der Spaß meist im Vordergrund steht, liegt Koppe und seinen Freunden das Thema Trinkwasserversorgung sehr am Herzen. Unterstützung erhält der Verein auch von Prominenten. Musiker wie Marteria machen Werbung für Viva con Agua. Bei Festivals sind oftmals Stände des Vereins zu finden. „Man kann durch VCA gut durch Deutschland kommen“, weiß Leo Koppe. Und auch untereinander wird das Prinzip Unterstützung gelebt: Braucht eine Crew Hilfe, können sich Mitglieder benachbarter Gruppen anbieten und so bei Bedarf ein Konzert gratis mitnehmen.