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Versicherungen – Welche, wozu, warum?

Ausbildungsfinder

Raus aus dem Schlaraffenland bei Mutti und rein in die Selbstständigkeit. Aber wenn die Ausbildung losgeht, gibt es noch einige Fragen zu klären: Was tun, wenn zum Beispiel mal die Badewanne überläuft und  ein Wasserschaden entsteht oder wenn man mal für längere Zeit krank zu Hause bleiben muss? Eine gute Versicherung muss her! Denn eine Absicherung ist wichtig, aber wie stellt man sowas richtig an? Welche Versicherungen sind ein Muss und auf welche kann man getrost verzichten?  Fragen über Fragen, die wir uns alle schon mal stellen mussten. Damit du es leichter hast, bekommst du hier einen kurzen Überblick mit den wichtigsten Basics. Es gibt schließlich noch genügend andere Dinge, für die ein Azubi sein Geld ausgeben sollte.

Unbedingt nötig für die Ausbildung, damit man existenziell abgesichert ist: Krankenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung und Haftpflichtversicherung.

1. Krankenversicherung

Als Auszubildender hast du während der Berufsausbildung automatisch eine gesetzliche Krankenversicherung, aber entscheidend ist die Höhe des Beitrages zur Versicherung.
Durch die Krankenversicherung bist du als  Azubi abgesichert, wenn du erkrankst. Es werden Behandlungskosten und die Kosten für die Medikamente übernommen. Teilweise fallen allerdings Zusatzzahlungen an. Solltest du für längere Zeit erkrankt sein, zahlt das Ausbildungsunternehmen die ersten sechs Wochen den Lohn weiter. Danach bekommst du Krankengeld von der Krankenkasse.

Die meisten Pflichtleistungen sind bei den Krankenkassen durch das Sozialgesetzbuch V festgelegt. Einige Krankenkassen haben Zusatzleistungen in ihren Leistungskatalog aufgenommen. Wer sich wegen der Zusatzleistungen für eine Kasse entscheiden soll, muss sich vorher informieren, wie lange diese Zusatzleistungen noch gelten. Zu Beginn der Ausbildung wirst du als Auszubildender automatisch vom Unternehmen krankenversichert.

Wichtig ist ausschließlich eine Entscheidung innerhalb von 14 Tagen für eine Krankenkasse. Meist ist es die Krankenversicherung deiner Eltern, aber du hast bei der Kassenwahl die freie Wahl. Es gibt im Großen und Ganzen keine großen Unterschiede.

Der Beitragssatz ist seit 2009 bei allen Krankenkassen gleich und liegt bei 15,5 Prozent des Bruttolohns. Der Arbeitgeber zahlt davon 7,3 Prozent und der Arbeitnehmeranteil beträgt 8,2 Prozent. Die Beiträge fließen alle in den sogenannten Gesundheitsfonds, und diese werden dann an die Kassen verteilt.

Die Krankenversicherung ist immer sinnvoll und existenziell notwendig. Aus diesem Grund ist sie gesetzlich vorgeschrieben.

2. Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist immer sinnvoll, gerade wenn du noch in der Ausbildung bist, denn die Beiträge für junge und gesunde Menschen sind deutlich niedriger. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt, wenn du während der Ausbildung erkrankst oder einen Unfall erleidest und dadurch berufsunfähig wirst. Denn in diesem Fall wird keine staatliche Rentenversicherung gezahlt.

Wichtig: Bevor die Versicherung abgeschlossen wird, musst du Fragen zu deiner Gesundheit beantworten. Je gesünder du bist, desto geringer ist der zu zahlende Beitrag. Sollte man später Verletzungen durch Sport oder Rückenprobleme haben, ist der Betrag höher. Bei starken Erkrankungen kannst du sogar abgelehnt werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, so früh wie möglich eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

Die Höhe des Beitrages ist sehr verschieden und ist neben den persönlichen Voraussetzungen von verschiedenen Punkten abhängig. Zum einen, wie hoch die Berufsunfähigkeitsrente sein soll und zum anderen, welchen Ausbildungsberuf man erlernt. In die Berechnung fließt außerdem Geschlecht und Gesundheitszustand mit ein. Die Versicherungsbedingungen spielen des Weiteren eine Rolle für die Höhe des Beitrages.
Als Auszubildender musst du auf jeden Fall mit einem Jahresbeitrag zwischen 300 - 600 Euro pro Jahr für eine Berufsunfähigkeitsversicherung rechnen. Auch hier ist ein Versicherungsvergleich sinnvoll.

3. Haftpflichtversicherung

In deiner ersten Ausbildung bist du meist noch über deine Eltern haftpflichtversichert. Aber nur, wenn deine Eltern eine private Haftpflichtversicherung haben. Bei der zweiten Ausbildung ist das oft nicht so.

Diese Versicherung ist wichtig, wenn du anderen einen Schaden zufügst. Das kann ein kleiner Schaden, wie das Kaputtmachen einer Kamera deines Freundes sein, oder auch größere Schäden, wie ein Unfall, bei dem jemand anderes verletzt wird. Du musst bei diesen Schäden nicht haften, auch wenn es um mehrere 1000 Euro geht. Deswegen ist die private Haftpflichtversicherung die wichtigste, die es gibt. Solltest du nicht über die Privathaftpflichtversicherung deiner Eltern versichert sein, gibt es verschiedene Angebote.

Die Deckungsbeiträge unterscheiden sich dabei. Üblich sind dabei Deckungssummen von drei bis fünf Millionen Euro, der Idealfall ist allerdings eine unbegrenzte Deckungssumme. Für alleinstehende Auszubildende gibt es schon Angebote ab 30 Euro im Jahr, es gibt aber auch Angebote von 100 Euro im Jahr, deswegen ist ein vorheriger Vergleich sehr wichtig!