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Und täglich grüßt das Murmeltier … wie komme ich zur Schule?

Reportagen

Der tägliche Weg zur Schule gleicht für viele Lausitzer Schüler einer kleinen Expedition: Wer nicht zu Fuß oder per Fahrrad zur Schule kommt, der muss lange Busfahrten, mehrere Umstiege und oftmals Wartezeiten auf sich nehmen. Beim Cottbusser Jugendforum konnten Schüler mit den Verantwortlichen von Cottbusverkehr und der Stadtverwaltung gemeinsam über Verbesserungsmöglichkeiten ins Gespräch kommen.

 

 

Die Linie 2 ist voll. Jeden Morgen. Jedenfalls immer, wenn Achtklässlerin Anna aus der Innenstadt zur Sachsendorfer Oberschule fährt. Dann muss sie sich dicht gedrängt mit anderen Fahrgästen einen Stehplatz teilen – nervig.  „Könnte man da nicht einfach einen Wagen mehr ranhängen?“ fragt sie in die Runde. „Leider nicht“, antwortet Christin Heldt von Cottbusverkehr, „unsere dreiteiligen Straßenbahnen, bestehend aus Vorder-, Hinter-, und Mittelteil, kann man nicht trennen.“ Und wenn man zu den Stoßzeiten morgens und abends ein paar zusätzliche Bahnen auf die Schiene schicken würde? „Mit jeder weiteren Fahrt fallen Personal-, Strom- und Wartungskosten an. Dieses Geld und natürlich auch das nötige weitere Fahrzeug haben wir zurzeit nicht.“

Alles eine Frage des Geldes

Die Finanzen sind das wichtigste Thema bei der Diskussion um die Verbesserung des ÖPNV-Angebots in und um Cottbus. Die Einnahmen aus dem Ticketverkauf allein reichen nicht aus, um Busse und Bahnen zu finanzieren. Zuschüsse vom Land müssen her. Darüber hinaus erhält Cottbusverkehr sogenannte Ausgleichszahlungen für die rund 5000 SchülerInnen, die sie pro Schuljahr befördern – das macht immerhin einen wesentlichen Teil der Gesamteinnahmen aus. Doch auch diese Mittel sind knapp, sodass Cottbusverkehr in der Zwickmühle sitzt: Sollen zusätzliche Fahrten angeboten werden, steigen die Preise, was wiederum Fahrgäste abschreckt.

 

JuKo
Jugendforum in Cottbus

 

Auch die Sauberkeit in den Fahrzeugen und das Verhalten zwischen jungen und alten Fahrgästen ist ein Thema. Müssen Jugendliche aufstehen und Platz machen, wenn sie von Älteren angepflaumt werden? Und wie sollte man sich verhalten, wenn man Vandalismus an den Haltestellen beobachtet?

Barrierefreie Haltestellen

À propos Haltestellen - die sind in Cottbus nicht immer barrierefrei, also auch für Menschen mit Behinderung problemlos zugänglich. Der 16-jährige Philipp sitzt im Rollstuhl und kann da aus eigener Erfahrung berichten. „An der Haltestelle Hufelandstraße gibt es noch ein paar Probleme, aber ansonsten ist es in Cottbus ganz okay für mich“, erzählt er. „Die Hufelandstraße ist uns als Schwachpunkt bekannt“, gibt Christin Heldt von Cottbusverkehr zu. „Deshalb steht sie in unserem Investitionsplan ganz oben und sollte spätestens im kommenden Jahr barrierefrei umgebaut sein.“ Schwierigkeiten bereitet Philipp außerdem die Überquerung der Saarbrücker Straße in Höhe Poznaner Straße. Dort sollen Verkehrsinseln eigentlich für die nötige Sicherheit sorgen. Doch weil wegen der nahegelegenen Autobahn vor allem viele LKWs auf der Straße vorbei rauschen, fühlt er sich auf der schmalen Verkehrsinsel überhaupt nicht wohl. Marion Adam, die im Cottbuser Rathaus für den Straßenbau zuständig ist, verspricht: „Ich werde das in jedem Fall überprüfen, möglicherweise können wir da einen Fußgängerüberweg anbringen.“

Hauptbahnhof wird umgebaut

Mit Sicherheit entgegenkommen dürfte Philipp der Umbau des Cottbuser Hauptbahnhofs zu einem modernen Verkehrsknotenpunkt. Am 1. September beginnen dort offiziell die Bauarbeiten. Zunächst werden die Fahrradständer umgesetzt, Busreisende müssen zu den Haltestellen in die Vetschauer Straße laufen. Bis 2020 sollen die Bahn- und Bussteige sowie der Tunnel barrierefrei gestaltet sein. Durch die Zusammenlegung aller Bus- und Tram-Haltestellen direkt neben das Bahnhofsgebäude entfallen künftig auch die weiten Fußwege. Weitere Informationen zum Umbau findest du bei den Kollegen der LAUSITZER RUNDSCHAU.