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Trendy Handwerk

Ausbildungsfinder

Wenn du jetzt alle Handwerksberufe aufzählen müsstest, auf wie viele würdest du kommen? Fünf? Naja... Zehn? Schon besser. Sogar 20? Sehr gut, aber noch weit entfernt von der Wahrheit.

 „Insgesamt gibt es über 120 Handwerksberufe“, erzählt Martina Schaar, Mitarbeiterinder Handwerkskammer Cottbus und Verantwortliche für die Berufsausbildung.

Jedes Jahr gelingt es ihr aufs Neue, den Jugendlichen der Lausitz einen Beruf zu vermitteln, der auch wirklich zu ihnen passt. „Sehr oft kommen die angehenden Azubis zu mir und haben gar kein klares Bild von ihrem Beruf.“ Im Gespräch sucht Martina Schaar gezielt nach den Stärken und Interessen der Jugendlichen. Dabei, so sagt sie, wird so manchem klar, was wirklich sein Traumberuf ist. Doch was sind in der Fülle der Handwerksberufe eigentlich sogenannte Trendberufe? Passen Handwerk und mögliche Trendberufe, also jenen, denen die Zukunft gehören wird, überhaupt zusammen?

SimonVon Seiten der Arbeitgeber ist es schwer eine Antwort zu finden. Klar, überall werden Nachwuchskräfte benötigt. Die Medien sagen es ja seit Jahren, dass viele Lehrstellen unbesetzt bleiben. Die Jugendlichen hingegen haben ihre klaren Favoriten. So führt der Beruf Kfz-Mechatroniker die Topliste der meisten abgeschlossenen Ausbildungsverträge an. Gefolgt von Friseur und dem Beruf des Malers und Lackierers.

Wird die andere Seite betrachtet, nämlich Berufe, die von den Jugendlichen nicht mehr so häufig frequentiert werden, so finden sich Gebäudereiniger, Bauberufe und Elektroniker ganz vorn. Obwohl die Nachfrage besonders in der Baubranche groß ist, gerade im Bereich Zimmerei. „Dabei ist es ein vielschichtiger Beruf“, sagt Martina Schaar. So macht man die vorbereitenden Arbeitsschritte vor dem Richten des Daches allesamt am Computer.

Von einzelnen Trendberufen im Handwerkssektor zu sprechen, wäre aber falsch. Vielmehr sollte das gesamte Handwerk als zukunftsfähig betrachtet werden. Was würden wir nur machen ohne den Bäcker, der unser Brot backt und ohne den Tischler, der den Tisch fertigt, an dem wir PC spielen. Martina Schaar: „Die Jugendlichen wissen zu wenig über das Handwerk, deswegen gibt es keinen Run auf die Lehrstellen.“ Seit Januar 2010 wirbt die Handwerkskammer mit neuem Slogan, um das Interesse der Jugendlichen zu wecken. Und wer genauer hinschaut, der erkennt, dass das Handwerk näher als wir denken und stärker als erwartet ist.

Befragt man Bianka Kunze, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit in Cottbus, so bestätigt sie die Wunschberufe der meisten Jugendlichen. Wenn man einmal vom Handwerk absieht, stehen in den anderen Branchen erneut die Ausbildungen zum Verkäufer, Bürokaufmann und Restaurantfachmann hoch im Kurs.