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Tagesablauf eines Rettungsdienstes

Ausbildungsfinder

Nachdem Ihr in unserem neuen PLANBAR Magazin die Möglichkeit hattet euch über die Grundvoraussetzungen für eine Ausbildung zum Rettungssanitäter oder Rettungsassistenten zu informieren, könnt ihr hier nun einen typischen Arbeitsablauf kennenlernen.

 

4.00 Uhr Der Wecker klingelt unbamherzig und reißt dich aus deinem Tiefschlaf.

4.00-6.00 Uhr Aufstehen, Herrichten, Anfahrt zur Wache

6.00 Uhr Auf leisesten Katzenpfötchen schleichst du dich in die Wache zu deinem Spind. In Windeseile tauschst du deine Straßenbekleidung gegen die Berufsbekleidung. Alles ist still, die Nachtschicht schläft den Schlaf der Gerechten.

6.15 Uhr Du bewaffnest dich mit einem Melder und begibst dich in die Wagenhalle zum RTW (Rettungswagen), um das Auto zu checken. Du überprüfst gerade den Materialbestand des Autos…

6.19 Uhr… als ein ohrenbetäubender Lärm losgeht. Dein Melder hat soeben angekündigt, dass er deine ungeteilte Aufmerksamkeit einfordert.(Das bedeutet, dass jemand den Notruf gewählt hat und mit der Leitstelle verbunden wurde. Aufgrund des Notfallortes verständigt die Leitstelle den nächstgelegenen RTW). Sofort ist alles auf den Beinen und ein Team aus Rettungssanitäter und Rettungsassistent nimmt auf dem RTW platz.

6.20 Uhr Dein Navi beschreibt dir den Anfahrtsweg, das Blackberry sagt dir, was du vorfinden wirst. Wilhelm-Leuchner-Straße 15; 2.Stock; Frau Müller; Akutes Abdomen (auch grauenhafte Bauchschmerzen genannt). Du bestätigst über Funk der Leitstelle, dass du den Auftrag erhalten und angenommen hast und nun losfährst.

6.22 Uhr Ein letzter prüfender Blick, ob der Kollege angeschnallt ist und alles ordnungsgemäß im Auto verstaut ist und dann geht es mit Sirenengeheul, blauem Blicklicht und einem Affenzahn zum Patienten.

6.28 Uhr Der RTW kommt mit quietschenden Reifen vor der genannten Adresse zum Stehen. Sani schnappt sich den Notfallkoffer und den Beatmungsrucksack, Assistent das EKG (Elektrokardiogramm; misst deine Herzfunktionen). Hier informierst du die Leitstelle über deine Ankunft am Notfallort.

6.29 Uhr Erstkontakt mit dem Patienten, Einschätzen der Gesamtsituation (Die 10 Minuten Hilfsfrist wurde eingehalten; deine eigene Sicherheit geht vor, somit erste Frage „Ist der Tatort sicher?“, danach betrachtest du den Patienten und seine direkte Umgebung und sammelst „relevante Informationseindrücke“)

6.30 Uhr Du stellst dich der Patientin vor und fragst Sie „Was quält Sie?“. Während Sie dir ihre Leidensgeschichte vermittelt, misst du ihren Blutdruck,klebst und  schreibst ein EKG, legst ihr einen Zugang (Maßnahme darf nur von einem Rettungsassistenten durchgeführt werden), an den du eine Infusion hängst und misst ihren Blutzucker sowie ihre Sauerstoffsätigung. Sollte diese unter 96% liegen, schließt du die werte Dame mit einer Sauerstoffbrille an die Sauerstoffflasche im mitgebrachten Rucksack an.  Wenn  ihre Schmerzen unerträglich sind, bestellst du dir einen Notarzt nach, der ihr dann schmerzlindernde Medikamente verabreichen kann. Auch solltest du in diesem Anfangsstadium schon versuchen die werte Dame in eine liegende Position zu bewegen.

6.50 Uhr Nun geht’s an die Transportvorbereitungen, denn irgendwie muss Frau Müller mir Ihren ganzen Kabeln und Zugängen auf die Trage und in den RTW. Dabei ist zu beachten, dass Frau Müller möglichst wenig selbst machen muss, um Sie nicht weiter zu belasten. Dies ist unter zur Hilfenahme einer Schaufeltrage meist problemlos.

7.15 Uhr Frau Müller ist auf der Trage im RTW angekommen.Als erstes wechselst du die Sauerstoffzufuhr von der Flasche im Rucksack auf die Flasche im Auto.Außerdem hängst du das EKG wieder an den Strom und die Infusionsflasche an die vorgesehenen Halterungen, damit du sie nicht weiter in der Hand halten musst.  Als Maßnahmen misst du nochmals den Blutdruck, behälst die Sättigung im Auge und wirfst immer wieder einen prüfenden Blick auf das EKG. Dies nennt man Patientenbetreuung.

Solltest du um 6.30 Uhr einen Notarzt angefodert haben, ist er nun derjenige, der über die Fahrweise (mit/ohne Signal) und das Fahrtziel (Krankenhaus) entscheidet. Sollte kein Notarzt anwesend sein ist dies deine Entscheidung.

Du verständigst über Funk die Leistelle, dass du, in welcher Form und zu welchem Krankenhaus, den Patienten mitnimmst.

7.25 Uhr Du fährst mit dem RTW in die Fahrzeughalle des Klinikums und bringst Frau Müller in die zentrale Notaufnahme. Dort übergibst du die Patientin, in dem du einen groben Abriss der wichtigsten Informationen an die Krankenschwestern und den dortigen Arzt abgibst. Leider muss Frau Müller von der RTW Trage auf ein Krankenhausbett umgelegt werden. Hierzu gibt es ein tolles Hilfsmittelchen namens „Rollboard“. Auch möchtest du deine Gerätschaften wiederhaben, so dass du Frau Müller von deinen gesamten Gerätschaften befreist.

7.40 Uhr Nach der erfolgreichen Patientenübergabe beziehst du deine Trage neu, putzt die verwendeten Arbeitsuntensilien. Nach einer kurzen Trinkpause meldest du dich über Funk bei der Leitstelle frei und fährst zurück zu deiner  Wache. Dort füllst du die verbrauchten Materialen auf und wartest auf deinen nächsten Einsatz, der meist nicht lange auf sich warten lässt.

 

Falls ihr mehr über die Ausbildung des Rettungsdienstes wissen wollt, klickt doch hier