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Studium mit Kind

Studenten ABC

Die Geburtenrate in Deutschland ist immer noch eine der niedrigsten in Europa.
Politiker, Soziologen und Arbeitgeber sind sich einig: Die Deutschen sollen mehr Kinder bekommen.
5 % aller Studierenden in Deutschland sind laut Deutschem Studentenwerk Eltern. Die Hälfte der Kinder sind bis zu vier Jahre alt. In dieser Zeit ist die Kinderbetreuung besonders wichtig.

54 Studentenwerke bieten insgesamt 205 Kindertageseinrichtungen für Kinder ab dem zweiten Monat an. Die Einrichtung befindet sich auf dem Universitätsgelände, was ein weiterer Vorteil ist. Normale Kindertagesstätten betreuen Babys frühestens ab der zehnten Woche und sind meist weiter entfernt von der Uni.
Studentenwerke führen Kindertageseinrichtungen in eigener Trägerschaft oder unterstützen fremde Träger finanziell oder durch unentgeltliche Bereitstellung von Räumen.
Außerdem bieten viele Universitäten eine kinderfreundlich ausgestattete Mensa sowie ein Eltern- und Kinderzimmer mit einer Spielecke an.
Wer sein Kind trotz der guten Voraussetzungen nicht im frühen Alter in fremde Hände geben möchte, hat auch die Möglichkeit ein Urlaubssemester einzulegen. Das bedeutet ein Semester Pause und Zeit mit dem Kind genießen. Weiterhin besteht die Möglichkeit für ein halbes Jahr ein Teilzeitstudium zu machen. In diesen Monaten werden aber durch weniger Stunden auch weniger Kredits gesammelt, was das Studium ein wenig verlängert. Vorteil ist, dass man mehr Zeit für sein Kind hat.
Doch trotz Urlaubssemester, Teilzeitstudium und selbst zu organisierendem Stundenplan fehlt die Flexibilität, da die freie Zeit voll durch das Baby ausgelastet ist.
Auch für die Studienzeit gilt der Mutterschutz. In den letzten Monaten der Schwangerschaft werden Frauen nicht zu Prüfungen zugelassen. Diese können allerdings ohne Probleme im nächsten Semester nachgeholt werden, oder es besteht die Möglichkeit einer mündlichen Prüfung. Dies ist aber abhängig von der Universität.
Wenn man Schwangere fragt, hat der Prüfungsstress kaum Auswirkungen auf die Schwangerschaft. Man ist ja nicht krank. Es ist von Vorteil, die Prüfungen noch zu schreiben, bevor das Baby da ist, um Punkte zu sammeln. Dadurch hat man nach der Geburt mehr Zeit für das Kind. Desweiteren ist es auch eine Art Vorbereitung auf das Teilzeitstudium.
Außerdem steht ihnen die meiste Zeit frei zur Verfügung und Studenten können ihren Stundenplan selber basteln. Dies macht Mütter zu Organisationstalenten, da sie Kind und Studium vereinen müssen.
Während des Studiums ein Kind zu bekommen ist für viele besser, als erst während einer 40 h Woche. Für die berufliche Zukunft ist die Schwangerschaft im Studium von Vorteil. Arbeitgeber haben dann nicht die Befürchtung, dass man in eine baldige Elternzeit geht.
Es ist zwar auch in der Studienzeit stressig, aber solang man eine Familie zur Unterstützung im Hintergrund hat, ist auch dies gut machbar. Als Single sollte man sich das allerdings nochmals überlegen.
Trotz allem ist es aus finanzieller Sicht nicht so einfach während des Studiums Kinder zu bekommen. Studenten haben in der Regel ein geringes Einkommen und üben aus diesem Grund in einen Nebenjob aus. Mit einem Kind und ohne Betreuung fällt diese Zeit für einen Job weg. Allerdings können Eltern verschiedene finanzielle Möglichkeiten nutzen. Beispiele hierfür sind Kindergeld, Kindergeldzuschuss, Unterhaltsvorschuss(maximal 6 Jahre, aber nur bis zum 12. Lebensjahr), Elterngeld und Bafög.