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Studieren im Ausland: Der ganz normale Wahnsinn!

Blog: Auslandssemester

Tschüss Cottbus, hallo Südafrika! Seit einigen Tagen wohne ich jetzt nicht mehr im kalten Brandenburg, sondern im warmen Durban. Und warm ist es hier definitiv: Jeden Tag weckt uns die Sonne bei kuschligen 32 Grad!

Der erste Eindruck zählt

Ich bin im Paradies angekommen! Das war mein erster Gedanke, als ich nach 18 Stunden Flug und Taxifahrt endlich vor unserem Haus stand, in welchem wir die nächsten drei Monate wohnen werden. Haus? Sagte ich Haus? Ein Traum ist es! Als wären wir im Himmel angekommen. Es ist groß, wunderschön und hat einen tollen Ausblick auf den Hafen von Durban. Selbstverständlich darf auch ein Pool nicht fehlen 😉

Unsere Vermieter haben uns sehr herzlich empfangen und uns gleich am nächsten Morgen zum Frühstück am Strand eingeladen. Man kann hier in Durban auf jeden Fall unglaublich gut essen, und: unglaublich günstig! Im Moment entspricht ein Euro ungefähr 18 Rand, dadurch ist hier alles wirklich seeehr preiswert. Im Pub bekommst du zum Beispiel einen Burger mit allem drum und dran inklusive Fritten und Onion Rings für gerade einmal 2,50€!

Safety First?

Bisher fühlen wir uns hier sehr wohl und sicher. Man muss natürlich auf ein paar Punkte achten: Tagsüber und vor allem abends sollte man nur in einer Gruppe oder mindestens zu zweit unterwegs sein. Bestimmte Orte und Gegenden sollte man prinzipiell meiden, unser Viertel ist aber ziemlich sicher. Vor allem abends oder nachts ist es besser,  auf einen Spaziergang zu verzichten und lieber mit Uber oder Taxi zu fahren. Uber ist eine alternative zum Taxi und viel sicherer, und trotzdem günstig! Per App ruft man einen Wagen direkt zu seinem Standort und bezahlt automatisch mit der hinterlegten Kreditkarte. Wir nutzen Uber täglich und sind wirklich begeistert, wie einfach das Ganze funktioniert.

Es ist definitiv eine Umstellung zu unserem Leben in Deutschland - alle Fenster und Türen sind vergittert, der Garten mit einem hohen Zaun umgeben, teilweise ist dieser sogar elektrisch gesichert. Überall werden Kameras zur Überwachung und Abschreckung eingesetzt, und so ziemlich in jedem Garten finden sich mindestens zwei Wachhunde. Hunde haben wir übrigens auch jede Menge, sogar unglaublich süße! Außerdem sollte man sich nicht auf südafrikanische Polizisten verlassen - man sagt, es gibt davon nur zwei Sorten: Entweder sie sind korrupt, oder sie sind faul. 😉 Wenn man aber mit einer gesunden Portion Vorsicht an die ganze Sache rangeht, kann man hier eigentlich alles machen, was man in Deutschland auch so macht. Wir gehen abends auch in Bars und Clubs - alles kein Problem! Paranoia hilft auf jeden Fall nicht weiter.

Auf zur Uni!

Montag ging es dann erstmal um 8 Uhr zur DUT, denn wir mussten uns für dieses Semester anmelden. Meine Hoffnung: Kann ja nicht so lang dauern! Die Realität: Alles unglaublich bürokratisch und völlig unorganisiert. Darauf sollte man sich als deutscher Student im Ausland definitiv gefasst machen - in kaum einem Land geht es so geordnet zu wie bei uns. Studieren im Ausland heißt also, sich komplett umzugewöhnen. Man sollte viel Zeit und Geduld mitbringen! Der eigentliche Registrierungsprozess an der Uni besteht aus mehreren Schritten:

  1. Gefühlt 100 Formulare mit den gleichen Angaben ausfüllen - Name, Adresse, Passport Number und Mailadresse
  2. Zu den jeweiligen Dozenten gehen und für die Kurse anmelden
  3. Südafrikanische Krankenversicherung nachweisen oder abschließen

Schritt 1 war ja noch ganz lustig, aber als wir uns auf die Suche nach unseren Dozenten machten, wurden wir bereits im ersten Gebäude von tanzenden und singenden Studenten die Treppen runtergeschickt. Warum? Ganz einfach: Zum Semesterbeginn finden an vielen südafrikanischen Unis Proteste und Streiks der Studenten statt, da diese sich über die Studiengebühren oder diverse andere Dinge beschweren. Meist handelt es sich dabei wirklich nur um tanzende und singende Gruppen von Studenten, welche uns aber verbieten, zu unseren Kursräumen zu gehen, andernfalls reagieren sie nicht sehr freundlich. Teilweise richten die Protestierenden ihre Wut und ihren Unmut aber auch auf die Einrichtung - viel Security ist vor Ort, einiges geht zu Bruch, kurz gesagt: Solche Situationen sind nicht ganz ungefährlich! Deswegen wurden wir auch nach einiger Zeit nach Hause geschickt, da es zu gefährlich auf dem Campus war. Davon lassen wir uns aber nicht abschrecken und warten nun darauf, dass wir endlich endgültig registriert werden, unsere Studentenausweise erhalten und die Kurse besuchen können. Bei den meisten Kursen, welche wir gewählt haben, handelt es sich zum größten Teil um Selbststudium. Für fast jedes Fach müssen wir ein Assignment schreiben, also eine kleine wissenschaftliche Arbeit im Umfang von 10 - 40 Seiten. Ich bin sehr gespannt, was für Themen uns da so erwarten werden und ob es mir leicht fällt, eine 40-seitige Projektarbeit auf Englisch zu verfassen. Seid gespannt!