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PLANBAR stellt euch junge Menschen vor, die sich politisch für unsere Region engagieren. Heute: Die Jugendorganisation der Grünen.

Es war ein simpler Brief, der Vanessa Jordan-Heinrich schließlich von der Partei Bündnis 90/Die Grünen überzeugte. Bei der letzten Landtagswahl 2014 schickte die Partei Post an jugendliche Erstwähler raus. 16-Jährige sollten für den Gang zur Wahlurne und die Grünen begeistert werden. „Ich fand das toll so einen Brief zu bekommen, der die Belange der Jugendlichen aufgreift“, sagt die Radduscherin heute. Von anderen Parteien gab es keine Post. Heute ist sie Mitglied der Grünen Jugend Brandenburg, der Jugendorganisation der Partei.

Doch ein Brief alleine reicht selbstverständlich nicht aus, um sich Vanessas Stimme zu sichern. „Ich habe mich schon vorher mit den Inhalten der Grünen auseinandergesetzt“, erklärt sie. Umwelt- und Naturschutz stehen bei ihr hoch im Kurs. Zwar haben auch andere Parteien das Thema auf ihrer Agenda, doch stünden bei ihnen wirtschaftliche Interessen im Vordergrund. „Das freiheitliche, humanistische Weltbild und das ganzeinheitliche Politikverständnis der Grünen sind mir ebenfalls sehr wichtig.“ Politische Positionen würden immer auf ihre Auswirkungen auf Europa und die Welt hin überprüft.

Ihre Begeisterung

Politik begeistert Vanessa schon seit der siebten Klasse. Politische Bildung war ihr Lieblingsfach. In Lübbenau engagiert sie sich zwei Jahre im Jugendparlament. Seit Anfang 2015 ist sie im Kreisverband der Grünen Oberspreewald-Lausitz. Sie habe schon den Eindruck, dass die jugendliche Perspektive auf lokale Probleme in den Politikbetrieben der Kommunen geschätzt würde. „Die Älteren freuen sich, wenn Jugendliche ihre Wünsche äußern“, so Vanessa. Doch das Engagement junger Menschen hält sich in Grenzen. Eine Ortsgruppe der Grünen Jugend im Spreewald gibt es auch nicht. „Im Jugendparlament hatten wir immer eine hohe Fluktuation“, erinnert sich die Studentin. „Das lag aber auch daran, dass viele nach dem Abitur die Heimat verlassen.“ Auch sind die Wege lang, um zu Diskussionsrunden oder Treffen zu kommen. Ohne Führerschein und Auto seien politisch interessierte Jugendliche im Spreewald aufgeschmissen. Ein enger Politikbegriff in den Köpfen von Teenagern tut darüber hinaus sein Übriges. „Politik fängt da an, wo wir die Tür aufmachen“, sagt hingegen Vanessa. „Man muss sich selber fragen, was gefällt mir nicht. Wenn der Bus nicht am Wochenende fährt muss ich in Erfahrung bringen, wer ist dafür verantwortlich, wie kann ich da mitmischen.“

Von Mitgliederversammlung bis Unterschriftensammlung

Seit Vanessa in Potsdam studiert, ist sie bei der Grünen Jugend aktiv. In Mitgliederversammlungen wird dort heiß über verschiedene Themen diskutiert. Aber bei den Grünen wird nicht nur geredet. Die Partei setzt sich beispielsweise für ein glyphosatfreies Potsdam ein, hat Demos vor dem Rathaus veranstaltet und Unterschriftensammlungen übergeben. Weiterbildung gehört ebenfalls zum Alltag in der Jugendorganisation der Grünen. „Wir gehen zu Seminaren oder suchen uns selber Referenten  zu einem bestimmten Thema“, schildert Vanessa. Gemeinsame Ausflüge prägen außerdem die Grüne Jugend. So haben sie beispielsweise landwirtschaftliche Betriebe, wie das Gut Ogrosen, und Tagebaufolgelandschaften besucht. „Wir wollen nicht nur in Potsdam aktiv sein, sondern uns über das ganze Land Brandenburg informieren“, erklärt die Studentin. Doch eine Jugendparteiorganisation schaut im Politikbetrieb der Partei nicht nur zu.

Die Grüne Jugend kann auch konkret Einfluss auf die politischen Inhalte ihrer Partei nehmen. Mit Anträgen, über die in Parteitagen diskutiert und abgestimmt wird, könne sie selber Themen setzen. Vanessa schätzt bei den Grünen die flachen Hierarchien. „Man kann hier jeden ansprechen und fühlt sich gehört.“ Auch die Frauenquote ist ihr wichtig. Damit nicht immer nur die alten Hasen in der Partei das Sagen haben, wird zudem über eine „Neuen-Quote“ diskutiert, so dass junge Parteimitglieder schon früh nachrücken und ihre Perspektive in den Politikbetrieb der Partei bringen können.

Ihre Zukunftspläne

Vanessa könne sich vorstellen selber irgendwann mal für ein Amt zu kandidieren. Noch traut sie sich nicht. Ihr ist es wichtig in einem Thema Expertin zu sein, bevor sie sich für einen Posten zur Wahl aufstellen lässt.

 

 

Autor: Stephan Meyer