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Schön, dass du da bist – Flüchtlinge in Cottbus

Reportagen

Flüchtlinge, Flüchtlinge, Flüchtlinge. Egal wo, überall hört man diesen Begriff. Und das ist auch richtig so, denn das Thema „Asyl“ ist sowohl auf regionaler und überregionaler Ebene wichtig. So auch in Cottbus. Denn auch hier leben geflüchtete Menschen, ungefähr 1.600 aus 19 Ländern. Die meisten aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Aber wie leben sie hier? Was wünschen sie sich? Und wie wird die Willkommenskultur in Cottbus gelebt?

Wir haben uns im Rahmen der Jugendkonferenz Cottbus mit Berndt Weiße, dem Leiter des Geschäftsbereiches Jugend, Kultur und Soziales der Stadt Cottbus sowie Steffi Kaygusuz unterhalten, die in der Flüchtlingshilfe arbeitet. Außerdem haben noch vier Jungs aus Afghanistan und dem Iran den Fragen Rede und Antwort gestanden.

 

Was sagt die Stadt?

Berndt Weiße berichtet: „Momentan leben ca. 1600 geflüchtete Menschen in Cottbus, die genaue Zahl ist schwer zu greifen. Aber fest steht: Auf knapp 100.000 Cottbuser ist das in Relation wenig. Dazu kommt, dass wir in Cottbus den Vorteil haben, leeren Wohnraum zu haben. Das macht es im Bereich der Unterbringung deutlich leichter. Mir ist es aber wichtig zu sagen, dass wir als Stadt nur in einem bestimmten Rahmen handeln können. Zuerst gibt Deutschland etwas vor, dann auch noch das Bundesland und in diesem Rahmen ist dann unser Handlung-Spielraum. Und ja, es wurden Fehler gemacht. Aber ich glaube trotzdem, dass sowohl Cottbus als auch Deutschland das schaffen können.“

Bernd_Weiße

Ich möchte helfen-aber wo?

Viele Cottbuser interessiert, wo denn nun die Unterkünfte sind und wo man direkt helfen kann. Die Antwort ist so leicht und doch so schwer: Überall. Denn die Flüchtlinge sind in Cottbus dezentral untergebracht. Dass heißt, dass sie nicht in Wohnheimen sondern in normalen Mietwohnungen untergebracht sind.

Es haben sich in den letzten Jahren und Monaten verschiedene Gruppen und Vereine zusammen getan, bei denen man sich als interessierter Helfer melden kann.

Hilfe wird aller Art gebraucht. Sei es Spenden sortieren, Nachhilfe, Deutschkurse, Freizeitangebote, Kinderbetreuung, Kleidung spenden, Übersetzen, Unterstützung bei Amtsgängen… Die Liste ist endlos lang und es findet sich für jeden das Richtige!

Was wünschen sich Mojtaba, Mahsoud & Co.?

Auch in Cottbus gibt es viele Angebote für Asyl-Suchende. Aber ist auch wirklich alles davon sinnvoll? Warum also nicht einfach mal die fragen, die es wirklich betrifft? Die jungen Afghanen erzählen, dass sie sich mehr gemeinsame Aktionen mit Deutschen wünschen. Denn sie wollen die deutsche Kultur so gut wie möglich kennenlernen. Und vor allem ein Punkt in Deutschland ist ihnen wichtig: Die deutsche Sprache. Ohne diese ginge schließlich kaum etwas. Und auch Nachhilfe ist essentiell: „Wir kommen von der Schule nach Hause und setzten uns hin die Hausaufgaben zu machen. Wir haben zuhause keine Lehrer oder deutschen Mitschüler, die mal schnell etwas übersetzen können.“

 

Am Schluss berichten die vier noch von einem Problem, das ihnen besonders wichtig ist, das aber nicht durch ehrenamtliche Hilfe verbessert werden kann: Die ungewisse Zukunft. Das Unwissen darüber, ob man bleiben darf oder nicht. Wo es einen die nächsten Jahre hintreiben wird. Nach all dem, was schon passiert ist.

Fluchterklären

Mehr zum Thema Flüchtlinge in der Lausitz findet ihr auch auf der Website der Lausitzer Rundschau.