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„Schlammschlacht“ beim Wacken

Leben

Mehr als 80000 Fans haben von Donnerstag bis Sonntag beim Wacken Open Air, dem wohl friedlichsten und größten Heavy Metal-Festival der Welt, gefeiert. Höhepunkte waren die Auftritte der legendären Scorpions, Amon Amarth und Machine Head. Dabei ließen sich die Besucher auch nicht von Dauerregen und enormen Schlammmassen beeindrucken.

 

Das kleine 1800-Seelen-Dorf Wacken (Schleswig-Holstein) ist bereits am vergangenen Dienstag und Mittwoch zum Treffpunkt von Metal-Fans aus der ganzen Welt geworden. Für wenige Tage wird aus dem Örtchen dann eine mittelgroße Stadt. Am Donnerstag beginnt das offizielle Programm.

Für die Verantwortlichen ist das natürlich jedes Jahr wieder eine große Herausforderung. Über ausreichend Erfahrung verfügen sie aber. 1990 wurde das Festival von Thomas Jensen und Holger Hübner ins Leben gerufen. Damals waren gerade einmal 800 Besucher dabei. Dass sich das Wacken Open Air so entwickeln würde, hätten die beiden wohl kaum für möglich gehalten. „Ein Grund für den Erfolg ist, dass wir uns mit den Fans ständig austauschen und somit auf deren Wünsche eingehen“, sagt Thomas Jensen.

Auch werden viele Einwohner beim Aufbau und der Organisation mit eingebunden. Längst ist das Festival für sie ein fester Bestandteil, der zum Dorf gehört, wie die Gaststätte oder der Supermarkt.
Auch in diesem Jahr jubelten die vielen Fans ihren Idolen von Cradle of Filth, Machine Head und den W:O:A Firefighters, der Feuerwehr-Kapelle des Ortes, zu.

Während der Tage scheinen die Menschenschlagen im Dorf nicht abzureißen. Meist schwarz gekleidet, mit Getränken ausgestattet geht es den Besuchern aber vor allem um eins: Sie wollen eine friedliche, aber krachende Metal-Party feiern. Dabei spielte das Wetter in diesem Jahr nicht mit. Stundenlanger Regen ließ aus dem Bühnenbereich eine Schlammmeile werden. Am Samstag ist für das gesamte Gelände sogar ein Fahrverbot ausgesprochen worden. Die Fans haben sich davon aber nicht beeindrucken lassen, tapfer auf die Bands gewartet und diese dann entsprechend bejubelt.

Auch abseits der beiden Haupt-Bühnen wird jede Menge geboten. Es gibt eine kleine Biergarten-Bühne, wo beispielsweise die Wacken-Größe Mambo Kurt auftritt und mit seinen elektronischen Cover-Versionen von eingängigen Hits begeistert. Im Wackinger Village fühlt man sich in die Wikingerzeit versetzt. Kostüme, traditionelle Wettkämpfe und natürlich entsprechende Musik lassen einen Abstecher ins Village zum Erlebnis werden.

Nachwuchsbands haben auf der W.E.T. (Wacken Evolution Tent) und Headbanger Stage ihren großen Auftritt. Außerdem gehören mittlerweile Comedy-Auftritte, Wrestling und weitere Blödeleien zum Programm. Die Veranstalter mussten sich deshalb in den vergangenen Jahren den Vorwurf gefallen lassen, dass das Festival immer mehr zu einer Rummelveranstaltung werde. Thomas Jensen verweist in diesem Zusammenhang aber auf die vielen Bands von Weltformat, die vor Ort sind und noch immer die Hauptattraktion des Wacken Open Air sind. Außerdem gebe es immer wieder die Nachfrage nach Rahmenveranstaltung außerhalb der Musik.

Dass das Festival einen besonderen Reiz für Branchenführer hat, bewiesen Machine Head aus Oakland. Am Samstag heizten sie mit ihren Riffattacken und epischen Songs der Menge ein und hatten sichtlich Spaß.

Dies beruhte bei den Fans offensichtlich auf Gegenseitigkeit. Die Tage in Wacken sind für Anwohner und Besucher gleichermaßen ein Erlebnis. Für das kommende Jahr haben bereits Bands wie  Anthrax, Deep Purple, Nightwish, Sabaton, Subway to Sally und Amorphis ihr Kommen angekündigt. Der Vorverkauf beginnt am Montag, dem 6. August.

 

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Von Manuel Holscher