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Fotostory Assessment Center

Bewerbungsverfahren

„Das Assessment Center dauert 420 Minuten“, hat ein bekannter Personalleiter mal gesagt. Und das Runde muss ins Eckige. Wir begrüßen Sie zum heutigen Spiel: „Toni Müller“ vs. „die Anderen“. Als Ihre unparteiischen auf dem Feld begrüßen wir (v.l.n.r.) Lucy Podolski, Phiona Lahm, Manuela Neuer und Sebastian Schweinfaller. Pfiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiffff! 9 Uhr. Anstoß an der Mittellinie.

 

Müller schnappt sich den Ball, prescht in einem Affen-Tempo nach vorn. Die unparteiischen beobachten den Jung-Star kritisch. Müller gibt sich unbeeindruckt und lässt sich nicht verwirren. Mit gekonnten Dribblern und ohne Foul schafft er es, sich makellos zu präsentieren und die Schiedsrichter von sich zu beeindrucken. Müller, Mülllleeerrr, Müllllllllleeeeerrrrrrrr! Tor! Tor! Das ist das 1:0. David Wegbähm versucht den Konter… Wegbähm stolpert, fällt und vermasselt den Anschluss.

Aus dem Sturm muss Toni Müller zurück in die Verteidigung und seine Qualitäten in der Defensive beweisen. Im Wissenstest heißt es für ihn einen kühlen Kopf zu behalten und im 13-jährigen Training erlernte Methoden zu beweisen. Seht euch den Toni an, wie er makellos keinen seiner Gegner an sich vorbei lässt und sämtliche Angriffe gekonnt abwehrt.

Pfiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiffff! Halbzeit. Müller geht in die Kabine, versucht noch einmal alle Gedanken zu ordnen und seine Spieltaktik für die nächsten 210 Minuten zu ändern. Schließlich wäre er sonst ziemlich durchschaubar. Er weiß genau was ansteht. Die Gegner will er nicht zu stark angehen, denn eine Rote Karte wäre das letzte, was er jetzt bräuchte – schließlich will er als Sieger vom Platz gehen.

Das Spiel läuft wieder. Raus aus der Verteidigung geht es ins Mittelfeld in dem Toni Müller sich endlich die Gelegenheit ergibt, seine Ballsicherheit zu beweisen und als Teamplayer das runde Leder noch einmal im Tor zu versenken. Doch die gegnerische Verteidigung schläft nicht. Ruck Zuck ist David Wegbähm wieder mit Müller auf Augenhöhe. Müller dribbelt, stoppt das schwarz weiße Objekt der Begierde und gibt klug an Christiane Ronaldo (2.v.l.) ab.

Müller prescht nach vorn und wartet auf das schnelle Zuspiel von Christiane Ronaldo… Ronaldo…. Ronaldo Pass… Und… ahhhhhh. Da ist Wegbähm schnell wie ein Pfeil zur Stelle und holt sich über eine böse Blutgrätsche an Müller das runde Ding. Müller liegt am Boden. Kommt jetzt das Zeichen zum Wechsel? Nein! Müller steht wieder auf. Er scheint weitermachen zu können… Auf den Rängen entbrennen La-Ola-Wellen und Jubelrufe für Müller. Selbst die Unparteiischen zeigen sich beeindruckt von seinen Qualitäten als Teamplayer. Und dennoch setzt er seine Ideen und Vorstellungen durch. So muss das sein, so macht das Spaß!

Doch da, was ist das? Die Unparteiischen nehmen Müller aus dem Spiel und winken ihn zu sich ran! Das sieht nach Einzelgespräch aus! Hatte Müller etwa die Blutgrätsche von Wegbähm provoziert? Die Schiris wollen auf Nummer sicher gehen. Phiona Lahm stoppt das Spiel. Müller ist nervös, lässt sich aber nichts anmerken. Schweinfaller bohrt nach. Er scheint eine Beleidigung Müllers gegen Wegbähm zu vermuten. Müller bleibt cool und lässt alle Fragen über sich ergehen. Souverän gemeistert. Pfiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiffff! Das Spiel läuft wieder. Müller im Sturm nach vorn… Müller, Mülllleeerrr, Müllllllllleeeeerrrrrrrr! Tor! Tor! Das ist das 2:0. Noch 150 Minuten bis zum Abpfiff.

Erneut ist das Spiel unterbrochen. Warum diesmal? Ahhhhhh. Die Schiris sitzen an der Seite und beraten. Was suchen die denn ausgerechnet jetzt? Schaut so aus, als wollen die den Spieler des Jahres küren. Muss das denn jetzt sein? Obwohl, für unseren Toni Müller alles andere als schlecht. Er hat gute Chancen auf den Titel. Lucy Podolski scheint unsicher. Sie hat noch einen anderen Favoriten. Die muss doch geschmiert sein! Es gibt nur einen wahren Spieler. Unseren Toni Müller. Das ist auch der einzige Name, der von den Tribünen in Jubelgesängen tönt! Ein Toni Müller… es gibt nur ein Toni Müller…

Aus! Aus! Das Spiel ist aus! Endstand 2:0 für Müller! Das kann nur der Titel sein. David Wegbähm versucht den Trikot-Tausch mit Phiona Lahm. Ohhhhh! Vorsicht. Die Frau hat Haare auf den Zähnen! Außerdem nützt ihm das Schleimen jetzt eh nichts mehr. Nach der bösen Blutgrätsche von vorhin hat er alle Chancen auf den Sieg verloren. Mit so einer Spielleistung hat er nicht einmal den Platz auf der Ersatzbank verdient. Ab in den Flieger und nach Hause mit dem Rüpel. Nicht mal richtig anziehen kann der sich!

Der Ausmarsch. Zum abschließenden Kommentar geben wir ab an unser Expertenteam Deller und Netzinger: „Wahnsinniges Spiel, wenn auch mit kleinen Schwächen hier und da. Dennoch hat Müller den Sieg als Spieler des Jahres mit Fug und Recht verliehen bekommen. Sowohl in der Offensive als auch in der Defensive hat er mit einer hervorragenden Leistung überzeugt. Wenn auch nicht immer zu 100 Prozent perfekt. Aber entscheidend ist ja bekanntlich, was hinten rauskommt. Die Konkurrenz musste nur mit übertriebener Härte ins Spiel gehen. Das ist kein Fußball, das ist kein Assessment Center. Das ist einfach nur grober Unfug. Sowas kann ich mir einfach nicht länger mit angucken. Müller ist der Spieler des Turniers. So sieht ein Sieger aus. Da können Wegbähm und seine Kollegen eben einfach nur noch mit gesenktem Haupt vom Platz schleichen. Auch die Unparteiischen waren in diesem Spiel mal wieder ganz gut – haben wir ja in der letzten Zeit nicht so häufig gesehen. Die eine oder andere Abseitsentscheidung kann man an dieser Stelle zwar anzweifeln, aber es gibt eben noch keine Kameratechnik – und ist die Entscheidung erst einmal gefallen, steht sie. So muss das sein. Das ist Fußball – das war früher so und sollte auch so bleiben. Wir sind eben oldschool und nicht hightech!“