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Dem NC-Mythos auf der Spur

Studenten ABC

Was ist der NC? Wofür brauch ich einen? Kann ich mit einem guten NC jeden Studiengang bekommen, den ich will? Fragen und Antworten rund um beschränkte Zulassungsverfahren gibt's hier.

Was ist der NC?
Der Ausdruck kommt vom Lateinischen numerus für "Zahl, Anzahl" und clausus für "geschlossen", und bedeutet zu deutsch in etwa "beschränkte Anzahl".
Heute die häufigste Wortverwendung im Bildungssektor, und bezeichnet die meist kapazitätsbezogene Begrenzung der Zulassung in bestimmten Studienfächern beim Zugang zu einem Studium an einer Hochschule oder zu anderen Schulen.

Wer bestimmt eigentlich den NC?
Der NC wird nicht bestimmt, sondern ergibt sich jedes Semester neu aus Angebot und Nachfrage. Je mehr Interessenten sich für einen Studiengang an einer Hochschule bewerben und je besser ihre Noten sind, desto anspruchsvoller der NC: Erst bekommen die 1,0er-Abiturienten einen Platz, dann die mit 1,1 und so weiter, bis es zum Beispiel bei 1,8 keine Plätze mehr gibt. Auch wenn man den NC der vergangenen Jahre kennt, kann man nicht sicher sagen, ob die eigene Abi-Note ausreicht.

Eine Zulassungsgrenze (Zulassungsrang) drückt aus, welche Note (in der Regel Abiturdurchschnittsnote) oder wie viele Wartesemester (Zeiten ohne Einschreibung seit Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung) die letzte zugelassene Person aufweist. Hierbei ergeben sich in der Regel 3 unterschiedliche Werte, da jede Bewerberin und jeder Bewerber in Wirklichkeit an bis zu drei Zulassungsverfahren (Ranglistenverfahren) teilnimmt (gilt seit WS 2005/06):

  • Die ersten 20 % der zur Verfügung stehenden Plätze werden entsprechend der Abiturdurchschnittsnote (Leistungsquote) vergeben.
  • Weitere 20 % der Zulassungen erfolgen nach der Zahl der Wartesemester.
  • Die verbleibenden 60 % können die Hochschulen selbständig nach festgelegten Kriterien verteilen (Auswahlverfahren der Hochschule, AdH). Zulässige Auswahlkriterien sind:
    • Abiturnote,
    • Berufspraxis,
    • gewichtete Einzelfachnoten,
    • fachspezifischer Test,
    • Auswahlgespräch,
    • Ortspräferenz
    • sowie Kombinationen dieser Kriterien

Mit einem 1,0-Abi kann ich frei auswählen, oder?
Theoretisch schon, praktisch nicht immer – wie ein Fall aus dem vergangenen Wintersemester zeigt. Der beste Abiturient Baden-Württembergs hatte seinen Wunschplatz für Medizin in Heidelberg nicht erhalten, weil es zu viele Bewerber mit 1,0 gab. So entschied das Los, wer es auf einen derjenigen Plätze schafft, die zentral über die Note vergeben werden und die 20 % aller Plätze ausmachen. Auch sehr gute Abiturienten sollten sich deshalb in jedem Fall zusätzlich für die 60 % der Plätze bewerben, die nach den Kriterien der Hochschulen verteilt werden.

Wenn mein Fach zulassungsfrei ist, kann ich dann einfach losstudieren?
Nein. Bei zulassungsfreien Fächern reicht zwar das Abi, um studieren zu dürfen. Das heißt aber nicht, dass man am ersten Semestertag einfach an die Uni gehen und starten kann. Bevor das Studium beginnt, muss man sich einschreiben. Entweder geht das online oder im Studentensekretariat – und zwar nicht irgendwann, sondern im sogenannten Immatrikulationszeitraum. Der kann sich von Hochschule zu Hochschule unterscheiden. Neben einer beglaubigten Kopie des Abiturzeugnisses muss man meist den Personalausweis und einen Krankenversicherungsnachweis vorlegen, außerdem einen Beleg, dass die Semestergebühr bezahlt ist. Details stehen auf den Internetseiten der Hochschulen.

Quellen: www.zeit.de
www.wikipedia.de