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Nach der Schule

Reportagen

Hi. Ich bin Patrick. Ich frage mich schon lange, was zum Teufel ich denn nach meinem Abitur machen könnte. Ob ich was gefunden habe und für was ich mich am Ende entschieden habe, könnt ihr hier erfahren.

Au_PairVon einer Sache habe ich schon mal gehört. Das nennt sich Einstiegsqualifizierung (EQ):
Solltest du einen Schulabschluss in der Tasche haben und nicht älter als 25 Jahre sein, gibt es für dich die Möglichkeit, sich bei der Agentur für Arbeit nach möglichen Arbeitgebern zu informieren. Ist dein Traumberuf vorhanden, musst du dir im Klaren sein, dass der Vertrag, der auf eine erfolgreiche Bewerbung direkt beim Arbeitgeber folgt, für mindestens sechs und maximal zwölf Monate gültig ist. Allerdings ist die EQ nur einmal möglich, weshalb du dir ganz sicher sein solltest, dass du das machen willst. Zudem gilt für Minderjährige die Berufsschulpflicht. Die beiden großen Vorteile sind jedoch, dass das Ganze mit mindestens 212€ pro Monat vergütet wird und oftmals eine Übernahme erfolgt.
Da hab ich mir gedacht: „Wow klasse, jetzt habe ich meinen Abschluss, das mach‘ ich!“.

LeiharbeitDoch kurz vor meinem Aufbruch zur Agentur für Arbeit trat jemand an mich heran und erzählte mir von der Möglichkeit der Leiharbeit:
„Du bist mindestens 18 Jahre alt und willst unbedingt gleich Geld verdienen? Dann nichts wie hin zur Agentur für Arbeit und nach Angeboten schauen. Deine Bewerbung solltest du direkt an die Leiharbeitsfirma schicken und schon kann es losgehen. Der Bedarf an Helfern ist jedes Jahr gegeben (z.B. Erntehelfer, Flyerverteiler auf der Fashion Week, ...)“,
hat er mir erzählt. Na gut, habe ich mir gedacht, wo ich doch eh schon auf dem Weg zur Agentur für Arbeit bin, kann ich danach auch gleich gucken.

Ich stand daraufhin schon an der Bushaltestelle als der ältere Bruder meines besten Freundes neben mir auftaucht und mich fragte, wohin ich denn gehe. „Agentur für Arbeit“, lautete meine stolze Antwort, „nach einer EQ oder Leiharbeit gucken.“ Doch weil ein älterer Bruder in der Regel schon mehr Erfahrung hat, hat er sein Wissen gnädigerweise mit mir geteilt:
„Damals, in deinem Alter, habe ich ein Praktikum gemacht. Ach was erzähl ich hier, ganz viele hab ich gemacht! Schon in der Schulzeit, als ich endlich 14 Jahre alt war und mein erstes Praktikum in Angriff nehmen konnte, habe ich damit angefangen. Die perfekte Orientierung, sage ich dir! Ein großer Vorteil, ist, dass ich die Bewerbung in schriftlicher Form direkt an das Unternehmen schicken konnte. Dass Praktika oft unentgeltlich sind, hat mich damals nicht gestört, da ich zum einen wissen wollte, ob der Beruf was für mich ist und zum anderen hab ich ja eh noch daheim gewohnt.“

FSJOkay, ich muss sagen, jetzt bin ich verwirrt. Was gibt es denn noch alles? Am besten ruf ich mal meine Cousins an, die haben irgendwas freiwilliges gemacht. Was war das nochmal? Ach ja, der eine hat ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) und der andere ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) gemacht!
„Hallo?“, meldet sich die telefonisch verzerrte Stimme meines Cousins. „Hey, ich bin es, Patrick. Sag mal, kannst du mir was über dein FSJ erzählen?“
„Okay, ein FSJ kann jeder zwischen 16 und 26 Jahren machen. Am besten informierst du dich unter www.pro-fsj.de oder der Broschüre der Agentur für Arbeit über die verschiedenen Träger. An die jeweiligen Träger musst du dann auch deine Bewerbung schicken. Ich war ja damals weiter von zuhause weg und konnte eine Unterkunft direkt bei meiner Stelle in Anspruch nehmen. Außerdem war das Ganze bezahlt und um die Verpflegung musste ich mich nur kümmern, wenn ich irgendwelche Extrawünsche hatte. Und weil ich nicht zum Bund wollte, konnte ich das FSJ als Zivildienstersatz angeben.“ „Das FÖJ läuft genau gleich ab nur gibt es hier den großen Nachteil, dass es kaum Träger dafür gibt.“ warf mein anderer Cousin in die Runde.

Word_and_Travel„Na vielen Danke euch beiden. Jetzt bin ich schlauer und kann eine Entscheidung treffen.“ Direkt ins Berufsleben einsteigen will ich auch nicht. Work and Travel kommt mir in den Kopf. Das wär es doch. Ein bisschen durch die Landschaft reisen, ab und an arbeiten, um wieder Geld zu haben und mal ganz für mich ein Land erkunden. Das klingt genial. Älter als 18 bin ich ja und die Grenze von 30 liegt noch in ferner Zukunft. Also rein in die unendlichen Weiten des Internets und nachforschen, welche Agenturen das anbieten. Und wie die Bewerbung abläuft. Weil Work and Travel möchte ich jetzt machen. Am liebsten nach Australien. Und in drei Jahren wieder nach Australien. Doch was sehen meine Augen?? Das Arbeitsvisum für Australien wird nur einmal im Leben ausgestellt?? Und ein Mindestvermögen muss ich auch noch nachweisen können? Das könnte schwierig werden. Aber es gibt doch noch andere Länder. Und oft greifen einem die Agenturen unter die Arme. Und die Sprache lerne ich ja auch, von dem Eindruck den ich von der fremden Kultur erhalte, will ich gar nicht erst anfangen. Das klingt spitze, da frage ich doch grad mal meine Eltern, ob sie nicht einen persönlichen Rettungsschirm für mich aufspannen wollen.

„Mach doch Au-Pair“, erwidert meine Mutter. „18 bist du schon, Nichtraucher und Kinder hast du meines Wissenstandes auch nicht. Ein fernes Land kannst du dabei bereisen und kriegst von der Familie, bei der du die Kinder hütest, ein monatliches Taschengeld. Kost und Logis sind auch kein Thema. Also hast du im Prinzip all die Nachteile von Work and Travel beim Au-Pair Aufenthalt als Vorteile. Doch, wenn du frei herumreisen willst, ist es nicht das Ideale, weil du dich um die Kinder kümmern musst. Schau doch mal bei der Agentur für Arbeit vorbei oder erforsche das Internet. Schick dein ausgefülltes Onlineformular ab und anschließend die Bewerbung, die du vom Anbieter deines Vertrauens bekommen hast. Später werden noch ein polizeiliches Führungszeugnis, ein Gesundheitszertifikat, einen Brief an die Familie und eine Fotocollage benötigt. Und wenn die Gastfamilie kein Reinfall ist, verbesserst du deine Sprachkenntnisse und die Ladys fallen dir um den Hals, wenn du mit deinem erlernten Umgang mit Kindern prahlst.

Warum müssen einem die Eltern immer mit dem anderen Geschlecht kommen? Aber schlecht ist das wirklich nicht. Ach, der gemeinsame Nenner ist doch die Agentur für Arbeit. Ich geh am besten gleich mal da vorbei und aufhalten lass ich mich diesmal nicht! Gib Acht Infomaterial, Patrick kommt!!!