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Montag – Ohne Wecker ist ganz schön blöd!

Blog

Erst wenn man etwas verloren hat, merkt man, was man hat. Oder so ähnlich. Ok, ich hab mein Handy nicht verloren, aber ich hab's nicht bei mir und es fehlt ganz schön!

Das geht ja schon früh beim Aufstehen los: kein Wecker, der dich sanft aus dem Land der Träume holt. Ich wurde dann netter Weise von meiner Mitbewohnerin im Zimmer geweckt, aber es ist doch irgendwie schöner, wenn man von seiner eigenen Musik wach wird. Ich sag nicht, dass es nicht sanft ist, mit einer wohltuenden Stimme durch seinen Namen aus dem Land der Träume geholt zu werden. Ist wohl alles Macht der Gewohnheit. Na ja, war ja dann auch alles nicht mehr zu ändern.

Dann kam die Schule. Zum Glück waren es nicht viele Stunden und Rechnungswesen vergeht immer ziemlich schnell, zumindest langweilt man sich nicht. Es  gab aber trotzdem ein großes Problem: Ich wusste nie, wie spät es gerade ist. Ich wollte ständig auf die Uhr gucken, aber das ging ja nicht. *nerv* Mein Blick ging auch öfters sehnsüchtig und neidisch zum Handy von meiner Banknachbarin (sie hat nebenbei das gleiche wie ich, nur in schwarz, was das Ganze noch ein bisschen trauriger gemacht hat). Als ich ihr von der ganzen Sache erzählt habe, meinte sie, ich könnte es ja als Selbstversuch sehen und einen Blog darüber schreiben. So habe ich aus meiner misslichen Lage doch noch einen Nutzen gezogen. Und irgendwas positives muss die ganze Sache ja haben, so deprimierend das alles auch ist.

Merkwürdig ist, dass man die ganze Zeit an das denken muss, was nicht da ist, was man sonst jeden Tag bei sich hat (ich weiß, dass man das jetzt auch auf andere Dinge beziehen kann, vielleicht ist es ja auch so gemeint).

Nach der Schule bin ich dann zum Bahnhof gefahren und habe mir einen billigen Wecker gekauft. Hab ich zwar ein altmodisches Piepen am Morgen, aber was soll's. Ich hab mir dann auch noch eine Uhr, die man als Ring trägt, gekauft. Kann ja nicht den Wecker mit in die Schule nehmen und jedesmal neben mir fragen ist auch doof. Da ich kein Uhrenträger bin und so ein Ding schon immer mal haben wollte, hat sich das eben angeboten (ok, seitdem habe ich den Ring auch nicht mehr getragen).

Im Internat habe ich dann sofort mein Netbook angeschmissen, damit ich wenigstens ein bisschen Kontakt zur Außenwelt habe. Bisher hat nur Berlin Tag und Nacht es geschafft, dass ich das Internet ausgemacht habe. Der Abend war auch eher ruhig, bloß in der Werbepause ist der Griff zum Handy vergeblich, es könnte ja was neues bei Facebook sein.

Mein Fazit des ersten Tages ohne Handy: Es ging halbwegs! Abgesehen von der Uhrzeit und der Werbepausen war es erträglich. Aber die langweiligen Unterrichtsstunden (nein, Schule ist natürlich niemals langweilig!) kommen ja erst noch.

Morgen dann also der Bericht des zweiten Tages.

 

 

Foto: flickr.com kampang