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MICHAEL KIWANUKA „Home Again“

Leben

„Sofort packt einen diese Stimme, dieses fein angeschliffene, nach Sehnsucht klingende Instrument, das über dem luftigen Funk-Beat an Bill Withers erinnert. Und wenn dann noch die Afrobeat-Bläser und die Streicher à la ‘What’s Going On?’ einsetzen, ist man ein für alle Mal süchtig und will mehr davon hören.“

– übersetzt aus der L.A. Times

Von seinen beiden größten Helden Bob Dylan und Otis Redding mag er noch recht weit entfernt sein; Mann der Stunde ist MICHAEL KIWANUKA dennoch schon längst: In der internationalen Presse als „uniquely brilliant“ (Sunday Times) und „genuine star“ (Mojo) gefeiert schrieb Dazed & Confused „one of the most powerful soulful voices to emerge in years“.

Beim renommierten BBC-Voting „Sound Of 2012“ landete er sogar auf Platz 1 - die Jury der Brit Awards nominierte ihn in der Kategorie „Critic’s Choice“ - und auch für die prominent besetzte Jury von SPIEGEL ONLINE gehört der junge Londoner mit ugandischen Wurzeln zu den „zehn heißesten Newcomern des Jahres“. Nach ausverkauften Solo-Shows in UK und grandiosen Deutschland-Auftritten im Vorprogramm von Adele und Laura Marling wird der 23-Jährige inzwischen auch hierzulande als absoluter Geheimtipp gehandelt.

Es ist in der Tat diese Stimme, die einen sofort packt: sie ist das Kernstück seiner Songs, hat einen unbeschreiblich vollen, zeitlosen, warmen und doch dringlichen Klang, mit dem er einen sofort in seinen Bann zieht. MICHAEL KIWANUKA beschreibt diese einzigartige Stimme selbst als das Instrument, mit dem er „direkt zum Kern der Dinge vordringen kann“ – und dabei offensichtlich auch seine Mitmenschen bewegt. Die schnörkellosen, zutiefst gefühlvollen Songs, die von dieser Stimme getragen werden, basieren auf Soul- und Folk-Wurzeln, die fünfzig Jahre zurück in die Vergangenheit reichen; sie handeln dabei von der Liebe, einem tiefen, heute selten anzutreffenden Zugehörigkeitsgefühl und ganz unterschiedlichen Sehnsüchten. Und diese Stimme war es auch, die ihm über das Netz und dank erster Gigs in London binnen kürzester Zeit immer mehr Fans beschert hat.

Der in North London aufgewachsene MICHAEL KIWANUKA wusste überhaupt lange Zeit nicht so recht, wo sein Platz eigentlich sein sollte. Als ausgemachter Fußball-Fan, dessen Herz schon immer für Tottenham Hotspur geschlagen hat, konnte er sich einfach nicht vorstellen, dass ein Nachname wie KIWANUKA auf ein derartiges Trikot passen sollte. Doch auch als seine Eltern mit ihm und seinem Bruder zum Rest der Familie nach Uganda reisten, fielen sie dort sofort auf und wurden schon von weitem als britische Touristen erkannt. Zwar stand MICHAEL, genau wie seine Mitschüler, auf Bands wie Nirvana, Radiohead, The Offspring oder bLUR, doch musste er erst Jimi Hendrix für sich entdecken, um zu verstehen, dass so eine Gitarre auch an ihm eine gute Figur machen konnte.

Und dann hörte er irgendwann die CD-Beilage einer Musikzeitschrift durch, und Otis Redding, dessen „Sitting On The Dock Of The Bay“ hier als Session-Version zu hören war, klang im Gespräch mit seinem Toningenieur dermaßen menschlich und sympathisch, dass von da an Dylan und Redding – auch wenn später noch weitere Einflüsse wie Bill Withers, Terry Callier, John Martyn oder Laura Marling folgen sollten – als Ausgangspunkt und Fundament für die Art von Folk- und Soul-Sound dienen sollten, den MICHAEL KIWANUKA heute macht.

Zu Hause fing KIWANUKA, für sich allein an neuen Songideen zu arbeiten. Als reines Hobby-Projekt waren diese Stücke eigentlich nicht für andere Ohren gedacht, zumindest lautete so der anfängliche Plan. „Ich bekam einfach keine Auftritte mit dem Sound, auf den ich wirklich stand, also musste ich das für mich alleine machen. Es ging mir dabei einfach darum, etwas zu machen, damit ich nicht die Lust an der Sache verliere, etwas, bei dem man so ein warmes Gefühl im Bauch bekommt. Und das klang nun mal ganz anders als das, was man damals so in den Charts hören konnte.“

Wenig später nahm er doch ein paar Demoversionen auf und wollte diese Songs zunächst erst mal anderen Sängern anbieten. Doch es kam anders: die Leute verliebten sich sofort in seine Stimme, buchten ein Clubkonzert nach dem anderen, und so fand er dann doch noch seinen Platz in der Welt: „Ich liebe es, live vor Publikum zu singen. Diese besondere Verbindung zum Publikum zu spüren, diese Stimmung, die in der Luft liegt, wenn es mal kurz still wird zwischendurch. Das passiert natürlich nicht immer, aber wenn es vorkommt, ist es umso magischer.“ 

Während dieser einzigartige Vibe, der diese Musik ausmacht, auch wunderschön in den Videos zu „Tell Me A Tale“ (im Super-8-Stil im Berliner Mauerpark und Plänterwald gedreht) und der grandiosen Single „Home Again“ rüberkommt, hat das kommende Frühjahr mit MICHAEL KIWANUKA’s Debütalbum schon jetzt ein erstes Highlight: „Es ist gar nicht so einfach, eine gute Melodie zu finden“, so sein abschließender Kommentar, „und ob das Ergebnis nun in Blues oder Folk oder Soul getränkt ist, tut gar nicht so viel zur Sache, so lange die Melodie einen umhaut.“ Und das tut sie. Immer wieder.

 

Michael Kiwanuka - Home Again

MICHAEL KIWANUKA LIVE
22.04. München – Ampere
23.04. Berlin – Postbahnhof
01.05. Köln – Club Bahnhof Ehrenfeld