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Mehr Bewerber, mehr freie Lehrstellen

Ausbildungsfinder

Trotz vieler freier Angebote suchen noch 1.446 Jugendliche einen Ausbildungsplatz. Du hast auch noch nicht das Richtige gefunden oder bist generell auf der Suche na einem Ausbildungsplatz? Hier könntest du fündig werden:

Die Situation ist mehr als kurios. Trotz des weit verbreiteten demografischen Wandels strömen immer mehr Auszubildende auf den Markt – und finden trotz einer Vielzahl freier Plätze keine Lehrstelle in Südbrandenburg.

In Südbrandenburg kann fast jede Branche mittlerweile das Klagelied vom Fachkräftemangel und der verzweifelten Suche nach jungen Mitarbeitern singen. Die aktuellen Zahlen der Arbeitsagentur Cottbus sagen jedoch etwas völlig anderes. Im Mai ist die Zahl der Bewerber um einen Ausbildungsplatz im Vergleich zum Vorjahr um fast 100 Personen auf 2.760 gestiegen.

Was zunächst paradox erscheint, führt Constanze Malsbender, Geschäftsführerin der Arbeitsagentur, auf die erfolgreiche Arbeit ihrer Mitarbeiter zurück. "Wir schaffen es besser als früher, die jungen Menschen schon in der Schule anzusprechen und für einen Lehrberuf zu begeistern", so Malsbender. Auch hätte der doppelte Abiturjahrgang 2012 dazu geführt, dass mehr Absolventen auf den regionalen Ausbildungsmarkt drängten.

Die jungen Schulabgänger haben Glück, denn auch die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen ist im Mai deutlich gewachsen. Mit 2.530 Stellen liegt sie deutlich über dem Vorjahreswert von 2.020.

Soweit die erfreulichen Seiten der Statistik. Weniger schön ist die große Lücke, die zwischen Angebot und Nachfrage – zwischen den gesuchten und den tatsächlich vorhandenen – Lehrstellen klafft. "Die Passgenauigkeit stimmt noch nicht", erklärt Constanze Malsbender. So würden viele junge Menschen sich Berufe wünschen, für die es in der Region keine Ausbildungsplätze gibt. Andersherum gehören die angebotenen Lehrstellen zu Branchen, die auf den ersten Blick wenig attraktiv erscheinen. Gesucht werden vor allem Köche, Kaufleute im Einzelhandel und Restaurantfachkräfte.

Doch auch in früher heiß begehrten Bereichen wie Industriemechanik oder Mechatronik gibt es derzeit noch viele freie Plätze. Constanze Malsbender: "Während die Unternehmen gern so früh wie möglich ihre Ausbildungsverträge abschließen möchten, können sich die jungen Leute Zeit lassen. Sie haben oft mehrere Eisen im Feuer und entscheiden sich erst kurz vor Ausbildungsbeginn für eine Stelle."

Das Bild in Ostsachsen ist ähnlich. Hier drängen mit 3.382 Bewerbern 24 Prozent mehr junge Menschen auf den Ausbildungsmarkt. Dennoch sind nur vier Prozent weniger Lehrstellen unbesetzt als vor Jahresfrist.