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Länderübergreifendes ABI rückt immer näher

Reportagen

Ist ja nicht so, als wenn das Zentral-Abi schon Begeisterung ausgelöst hätte. Jetzt auch noch länderübergreifend und wahrscheinlich noch bundesweit. Und das viel eher als gedacht...

"Früher war alles besser...". Nun ja, das stimmt nicht immer so aber in Sachen Bildung kommt diese These der damaligen Realität schon ganz Nahe. Immerhin hat es damals keinen Unterschied gemacht, ob man in Cottbus oder in München gewohnt hat. Die Lehrbücher und der Stoff waren so gut wie immer die selben. Heute ist das anders. Die einzelnen Länder können selbst entscheiden, welches Buch und welcher Stoff im Lehrplan festgelegt wird. Bei Umzug = Neuanfang.

Deshalb wurde 2005 in Brandenburg für die Fächer Deutsch, Mathe, Englisch  und Französisch, und neu seit 2011/2012 auch in Geografie und Biologie, das Zentralabitur eingeführt. Die Aufgaben werden dabei gemeinsam von den Ländern Berlin und Brandenburg gestellt. Ist das nicht schön? So gibt es jedes Jahr eine neue Überraschung - oder auch nicht.

Ab dem Frühjahr 2014 werden die Schüler aus Bayern, Sachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gemeinsame Aufgabenteile lösen dürfen. Seit diesem April sind schon Musteraufgaben im Umlauf, ab Herbst dann Probeklausuren nach dem neuen System.  Damit will man versuchen, die schlechten PISA-Zahlen ins rechte Licht zu rücken und so die einzelnen Leistungsunterschiede der Länder einander anzugleichen.

Ziel ist es außerdem die Abschlüsse in den Kernfächern vergleichbarer zu machen. "Hinter gleichwertigen Abschlüssen müssen nach meiner festen Überzeugung auch gleichwertige Leistungen stehen", begründet Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle das Vorhaben in einem Brief an alle bayerischen Gymnasien.

Ein identisches Abitur scheitere jedoch schon an der Organisation. Es wäre zu einfach, wenn alle Schüler am selben Tag ihre Prüfungen schreiben würden. Denn da sind ja noch die Ferien und die unterschiedliche Verteilung des Stoffes in den Lehrplänen. Geht also nicht. Wie soll das Ganze dann jetzt nun ablaufen?

Ganz einfach. Ähnlich wie bei den Abschlussprüfungen von Auszubildenden, die eine IHK-Ausbildung machen, wird es einen Pool an Aufgaben geben, aus dem sich die Länder einfach bedienen können. Das Niveau der Fragen umfasse dabei die gleichen Anforderungen, auch wenn der Wortlaut nicht der gleiche sein wird. Sie machen nur einen Teil des Abiturs aus. Dazu kommen ja noch die Noten aus den Schuljahren sowie die Zensuren der mündlichen Prüfungen.

Wir dürfen also weiterhin gespannt sein, wann die Bombe auch bei uns einschlägt...