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Jugend forscht 2017: Kalte Füße vor der OP?

News rund um die Ausbildung

Stimmt es eigentlich, dass Gerstensaft Wunder bewirkt? Hat ein Apfel wirklich mehr Vitamin C als eine Salami, und warum frieren Patienten vor der Operation? Das sind nur einige Projekte beim diesjährigen Landeswettbewerb "Jugend forscht".

Vanesse Dachwitz vom Städtischen Gymnasium Carl Friedrich Gauß aus Frankfurt Oder hat sich mit der Lichtwahrnehmung von Temnothorax Ameisen beschäftigt. Sie fand heraus, dass die Tier die grüne Farbe bevorzugen. Damit sicherte sie sich den zweiten Platz im Fachgebiet Biologie. Foto: Zeidler

Insgesamt 62 Jugendliche im Alter von 13 bis 20 Jahren haben im Kulturhaus der BASF in Schwarzheide ihre Projekte aus den Bereichen Biologie, Chemie, Arbeitswelt, Mathematik/Informatik, Physik und Technik sowie Geo- und Raumwissenschaften präsentiert.

Kalte Füße hat Katharina Gurk beim Landesfinale dabei nicht bekommen. Im Gegenteil: Im Fachgebiet Biologie überzeugte die Schülerin vom Max-Steenbeck-Gymnasium in Cottbus mit ihrem Projekt "Kalte Füße vor der OP?"."Während meines Praktikums im Spremberger Krankenhaus habe ich immer wieder Patienten kurz vor der Operation über Kälte klagen hören", erzählt die 18-Jährige. Aus diesem Grund wollte sie einmal untersuchen, ob Patienten während einer Operation tatsächlich auskühlen. "Außerdem wollte ich überprüfen, ob die angewendeten prophylaktischen Maßnahmen, wie elektrische Wärmedecken und warme Infusionen, zum Wärmeerhalt ausreichen", sagt die Schülerin. Dafür haben Schwestern im Krankenhaus Spremberg über einen Zeitraum von zwei Monaten bei 170 Patienten die Körpertemperatur vor, während und kurz nach der Operation gemessen. "Die Körpertemperatur hat sich dabei im Schnitt um 0,3 Grad verringert", weiß Katharina Gurk. "Das sind keine bedrohlichen Werte." Damit hat die Schülerin bewiesen, dass das Wärmemanagement des Krankenhauses erfolgreich ist. "Auch wenn das subjektive Empfinden manchmal anders ist", ergänzt die Siegerin, die gerne im Herbst ein Medizinstudium in Leipzig beginnen möchte.

 

Mit den kalten Füßen vor der Operation hat sich Katharina Gurk vom Max-Steenbeck-Gymnasium in Cottbus beschäftigt. Dafür hat die 18-Jährige die Temperatur von 170 Patienten vor, während und nach der Operation ausgewertet. Mit ihrem Projekt sicherte sie sich den ersten Preis im Fachbegiet Biologie sowie einen Sonderpreis. Foto: Zeidler

Mit ihrer eigenen Creme sind Moritz Bergmann, Michelle Döring und Fabian Xaver Borda vor die Jury getreten. Das Besondere: Die Creme beinhaltet eine grüne Wunderwaffe. "Unsere Creme besteht aus Gerstengras", erzählt Fabian Xaver Borda. "Daher enthält sie viele Nährstoffe, Vitamine und Mineralien."
Tests haben außerdem gezeigt, dass die Rezeptur der Haut Feuchtigkeit spendet und die Hautstruktur verbessert. "Durch ihre natürlichen Inhaltsstoffe ist die Creme auch für Allergiker bestens geeignet", ist der Schüler überzeugt. Das Team möchte sich die Rezeptur patentieren lassen und plant, mit seinem Produkt auf den Markt zu gehen. "Aktuell suchen wir nach einem Partner", erzählen die Schüler von der Musikbetonten Gesamtschule Paul Dessau in Zeuthen.

"So schlecht wie ihr Ruf kann die Salami doch gar nicht sein", dachte sich Lara Minkus nach einer Diskussion über den Vita min-C-Gehalt einer Salamipizza im Skiurlaub. Daher hat sie einmal die Ascorbinsäurekonzentration von Äpfeln und Salamis verglichen – mit überraschenden Ergebnissen. "Die Salami beinhaltet viermal so viel Ascorbinsäure wie der Apfel", sagt die Schülerin vom Städtischen Gymnasium Carl Friedrich Gauß in Frankfurt (Oder). "Allerdings ist die Ascorbinsäure in der Salami synthetisch hergestellt, und ob sie damit genauso wertvoll für den Organismus ist, steht zur Diskussion", so die 19-Jährige, die sich mit diesem Ergebnis den ersten Platz im Fachbereich Chemie sicherte.

 

Bildergalerie

Die Preisträger in der Übersicht:

 

  • Fachgebiet Biologie:
    1. Platz: Katharina Gurk vom Max-Steenbeck-Gymnasium in Cottbus mit dem Projekt „Kalte Füße vor der OP“
  • Fachbereich Chemie:
    1. Platz: Lara Minkus vom Städtischen Gymnasium Carl Friedrich Gauß in Frankfurt (Oder) „Vergleich der Ascorbinsäurekonzentration in Äpfeln und Salami“
  • Interdisziplinär im Fachbereich Chemie:
    1. Platz: Justin Ebert, Daniel Edlich und Niklas Rosin von der Musikbetonten Gesamtschule Paul Dessau in Zeuthen mit ihrem „Multi-Vinum-Detector“
  • Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften:
    1. Platz: Mathis Harder vom Einstein-Gymnasium in Neuenhagen bei Berlin mit der „Bestimmung der Ort-Zeit-Funktionen der Galileischen Monde zur Ermittlung astronomischer Kenngrößen“
  • Fachgebiet Mathematik/Informatik:
    1.Platz: Maria Bulychev vom Städtischen Gymnasium Carl Friedrich Gauß in Frankfurt (Oder) mit ihrer Arbeit zum „6. Sinn – Wahrscheinlichkeit“
  • Fachgebiet Technik:
    1. Platz: Florian Pollakowsky, Falko Staps und Ansgar Reiff vom Gymnasium Theodor Fontane in Strausberg mit „Trägerplattform für verschiedene Sensorensysteme“

Die Sieger der Sonderpreise 2017:

  • Sonderpreis BASF Schwarzheide GmbH: Lara Minkus
  • Sonderpreis des Ministerpräsidenten: Vanessa Dachwitz
  • Sonderpreis des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur: Katharina Gurk.