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Charly Bravo – Immer zwischen Realität und Größenwahn

Musik

Am 26. September ist es endlich wieder soweit. Stefan Raab präsentiert den Bundesvision Songcontest. 16 Bands aus den verschiedenen Bundesländern treten gegeneinander an und kämpfen um die Stimmen der Zuschauer. Unter ihnen auch die Münchener Band Charly Bravo, die für Bayern ins Rennen geht.
Das PLANBAR-Team hat mit Charly Bravo, dem Sänger der gleichnamigen Band gesprochen und konnte ihm einige interessante Fakten zur Band entlocken.

Wie kam es zu dem Lied „Dreckige Namen“.

Es entstand wie jedes andere Lied auch. Man wird ja durch das Leben inspiriert und das war so eine Message. Es gibt ja immer die Zeit, in der man eine Beziehung hat oder nicht. In dem Song geht es um das etwas Körperlichere aber einer von beiden mehr will und  dann entsteht etwas Größeres.

Mit diesem Song tretet ihr beim Bundesvision Songcontest auf. Was erhofft ihr euch von diesem Wettbewerb?

Viel Spaß erst mal, das ist das Wichtigste. Außerdem, dass wir eine geile Show machen und am Ende stolz auf uns sein können. Der Rest steht in den Sternen, dass entscheiden dann andere.

Was sagt ihr zu der Konkurrenz? Habt ihr sie schon getroffen oder Kontakt mit ihnen gehabt?

Bei TV Total haben wir Pohlmann kennen gelernt, der ist super nett. Den Rest kennen wir noch nicht persönlich, aber das wird dann auch bald geschehen. Man kennt ja einige wie MC Fitti, die sind ja schon größer. Also die Konkurrenz ist stark, würde ich mal sagen.

Wie sind die außergewöhnlichen Bandnamen und die der Musiker entstanden?

Die Band heißt wie ich, Charly Bravo ist mein Künstlername. Um es kurz zu machen, ich bin der Charly und Charly ist Bravo. Das ist ein bisschen größenwahnsinnig. Wir kommen alle aus dem Hip Hop und da ist es ja typisch, dass man sich einen übergroßen Künstlernamen zulegt. Deswegen war das bei uns auch so.

Wie entsteht eure Musik?

Bei uns ist das ganz gut aufgebaut. Johnny Bang, unser Drummer, kümmert sich um die Musik, also um die Komposition und das Arrangement der Songs. Ich schreibe hauptsächlich die Texte. Deswegen kann ich nur von mir reden, wie ich mich bei den Texten inspirieren lasse, hauptsächlich durch das Leben. Man erlebt irgendwas oder findet etwas interessant und dann kommt einem eine Idee. Aus vielem kann man etwas machen, aus einigem  nicht. Das ist dann die harte Arbeit im Studio, bei der man sieht, ob man was aus dem Song machen kann und ob er uns gefällt. Das ist das Wichtigste. Dass wir sagen können wir finden das gut, wir können das feiern. Dann macht ein Song erst richtig Sinn.

Also haben eure Songs eine persönliche Note?

Absolut, gerade auf dem aktuellen Album wird es persönlicher. Da sind Geschichten aus dem Leben der Band dabei. Ansonsten, wie die Namen, auch größenwahnsinnige Geschichten. Wir bewegen uns immer zwischen Realität und Größenwahn. Eine Scheinwelt, die immer auf wahren Gegebenheiten aufbaut.

Wie habt ihr euch als Band gefunden?

Einige Mitglieder der Band kennen sich schon seit dem Sandkasten oder durch Freundschaften. Vor Charly Bravo hat schon jeder lange Musik gemacht hat, in verschiedenen Bands und Musikrichtungen. Und dann läuft man sich in München irgendwie über den Weg, das passiert automatisch. Dann ist man von dem einen oder anderen irgendwie geflasht und man sagt, ok lass uns was zusammen probieren. Manchmal entwickelt sich dann etwas daraus. So haben wir uns gefunden. Wir verstehen uns alle sehr gut, was sehr wichtig ist in einer Band. Und jeder hat Lust auf Charly Bravo und hängt sein Herzblut rein. Es ist schon eine große Leidenschaft.

Seid ihr also alle hauptberuflich Musiker?

Vom Zeitaufwand betrachtet, ja. Wir machen alle nebenbei noch andere Sachen, damit wir unser täglich Brot verdienen können. Das ist in der Phase auch ganz normal. Aber unser Ziel ist es, Musik Hauptberuflich zu betreiben. Aber vom Aufwand und wie viel Zeit und Leidenschaft wir investieren ist es schon unsere Hauptbeschäftigung.

Hast du vor der Musik etwas „Solides“ gelernt oder studiert?

Ob das so solide ist weiß ich nicht aber ja, habe ich. Ich habe Sozialpädagogik studiert, damit ich mit den ganzen Verrückten in der Band umgehen kann. Teile von uns sind auch direkt zur Musik gegangen, haben auf einer Musikakademie Tontechniker oder ähnliches gelernt. Die wussten schon von Anfang an, dass sie das machen wollen und haben sich einen Ausbildungsbereich gesucht, der direkt mit Musik zu tun hat.

Bei jedem war also der Wunsch da, später Musik zu machen?

Ja, jeder hat schon lange vor Charly Bravo in der einen oder anderen Form Musik gemacht. Und dann guckst du ja, dass du noch etwas Normales machst. Das ist ein Muss. Das du im Nachhinein noch etwas anderes machen kannst.

War es deinen/euren Eltern wichtig, dass ihr noch etwas anderes neben der Musik lernt?

Eltern die das nicht machen, machen irgendwas falsch in der Erziehung. Jeder hat Eltern die sagen, „Schau das du was richtiges lernst“. Ich find das auch ok. Aber wenn der Wunsch und der Wille schon früh da sind, dann hat man ja auch viele Ausbildungsmöglichkeiten in denen man Abschlüsse machen kann.

 

Rätst du allen, Musik zu machen, die den Wunsch dazu haben, auch wenn die Eltern sagen, man soll erst einmal etwas richtiges lernen?

Musik machen heißt ja auch etwas lernen. Ein Instrument lernt man ja nicht von heute auf morgen. Klar ist da immer die Unsicherheit, ob das was wird. Aber wenn jemand Talent hat, Ehrgeiz und Willen, glaube ich,  dass man es schafft, von der Musik leben zu können. Das ist wie in jedem anderem Bereich, man muss sich rein hängen. Heutzutage ist irgendeine Ausbildung oder irgendein Abschluss auch noch keine Sicherheit, dass man sein ganzes Leben damit Geld verdienen kann. Ich glaub, man muss sich entscheiden was man will und wirklich in sich gehen und gucken, ob man so viel Disziplin hat. Es ist nicht nur Spaß Musik zu machen. Man muss hart arbeiten und sehr diszipliniert sein. Wenn man das kann, steht dem nichts mehr im Wege, dann sollte man sich voll und ganz rein hängen.

Gab es bei euch als Band einen Moment, wo ihr euch gedacht habt: bis hier hin und nicht weiter?

Den gibt es, glaube ich, immer wieder. Man hat Phasen, in denen es sehr gut läuft. Aber man kann auch nicht 24 Stunden am Tag,  7 Tage in der Woche kreativ sein. Es gibt immer wieder Hänger und Downs und man ist echt fertig. Mit den Jahren und der Erfahrung lernt man auch, dass das ganz normal ist im kreativen Prozess. Man kann damit umgehen und lässt sich dadurch nicht runterziehen oder will alles hin schmeißen. Wie gesagt, man muss diszipliniert sein, um auch immer wieder weiter zu machen und egal wie man sich fühlt oder egal wie schlecht es gerade läuft, muss man  sich zwingen weiter zu machen.  Wenn man das nicht schafft, wird es schwierig in der Musik.

Was wünscht ihr euch für die Zukunft? Wo wollt ihr hin? Welche Ziele habt ihr?

Ich glaube mit dem Bundesvision Songcontest sind momentan alle unsere Wünsche erfüllt. Man macht ja alles Schritt für Schritt und hört nicht auf. Es muss immer weiter gehen. Man hat als Musiker immer den Anspruch besser zu werden, den Song runder zu machen, die Komposition größer zu machen oder sie noch mehr auszufeilen, den Text noch verständlicher für alle zu machen oder den Überhit zu schreiben, der auf der ganzen Welt gehört wird. Es hört nie auf.
Und ansonsten hoffe ich, dass der Bundesvision Songcontest super geil wird, dass wir da Spaß haben und eine gute Show hinlegen. Dass die Leute in Deutschland sehen: die können was, die gefallen uns. Das wäre schön.
Außerdem steht die Albumveröffentlichung am 18. Oktober an.
Das sind die nächsten Schritte, auf die wir uns freuen. Und danach geht es weiter.

 

Ihr seid neugierig geworden und wollt schon vor dem Bundesvision Songcontest wissen wie sich Charly Bravo anhören? Dann hörts euch unter dem nachfolgenden Link einfach an:

https://soundcloud.com/charly-bravo-official/charly-braveo-dreckige-namen/s-rvfM9