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Ich weiß was du denkst …

Reportagen

PLANBAR hat den Zauberer und Gedankenleser LeXa aus Berlin interviewt und wollte von ihm wissen, warum er Zauberer geworden ist, mit welchen Vorurteilen er zu kämpfen hat und wie das mit dem Gedankenlesen eigentlich funktioniert.

Wie haben Sie mit der Zauberei begonnen? Gab es dafür einen speziellen Anlass oder entstand es aus einem Hobby heraus?

Der Berufswunsch entstand aus einem Hobby heraus. Mit fünf Jahren habe ich mir einen Zauberkasten gewünscht und ihn auch bekommen. Ich war erst ein bisschen enttäuscht darüber, dass ich meine Oma nicht mit dem Zauberstab in eine Maus verwandeln konnte. Aber ich habe gemerkt, dass das mit den Tricks auch ganz gut funktioniert. Daraus ist dann eine Leidenschaft geworden, die mich schon sehr lange begleitet und sich weiter entwickelt hat.

Haben Sie sich Zauberei, Gedankenlesen oder Hypnose komplett allein beigebracht oder hatten Sie Unterstützung? Lernt man dadurch andere Zauberer, Gedankenleser etc. kennen?

Mit der Zauberei beschäftige ich mich schon eine Weile. Zuerst habe ich nur Kartentricks und Münztricks ausgeführt. Später habe ich angefangen mich mit Hypnose zu beschäftigen, weil ich mich schon immer dafür interessiert habe, wie Menschen denken. Außerdem habe ich eine Hypnoseausbildung gemacht und Seminare besucht. Nebenbei habe ich viel zum Thema Zauberei und Gedankenlesen gelesen und mich mit Kollegen auf Kongressen ausgetauscht. So entwickelt man auch gemeinsam verschiedene Tricks weiter.

Was hätten Sie für einen Beruf gewählt, wenn das mit der Zauberei nicht geklappt hätte?

Ich habe Klavier studiert und bin Diplompianist. Das wäre auch der Beruf, für den ich mich wieder entscheiden würde. Außerdem finde ich den Beruf des Lehrers faszinierend. Ich unterrichte gerne, spreche gerne mit Leuten und finde es  wahnsinnig spannend, Lernprozesse anzustoßen und zu begleiten.

Können Sie auch Gedanken lesen, denen sich die Menschen gar nicht bewusst sind? Zum Beispiel tiefste Wünsche oder Begabungen?

Das kann vorkommen, ist aber meistens nicht ganz eindeutig. Das ist dann eher eine Intuition, die allerdings ziemlich stark sein kann. Aber wenn sich jemand bewusst darauf konzentriert, mir einen Gedanken zu senden, dann kann ich ihn oft sehr exakt lesen.

Sind denn auch schon einmal Leute zu ihnen gekommen, die wissen wollten, wie es in deren Zukunft aussieht?

Es kommen schon einige Leute die fragen, ob ich ihnen die Lottozahlen sagen kann.  Aber wenn ich das könnte, dann wäre ich jetzt nicht hier. Dann würde ich wahrscheinlich auf einer Südseeinsel leben und einen Cocktail schlürfen, weil ich schon fünf Mal im Lotto gewonnen hätte.
Es gibt Leute die sich für so etwas interessieren, aber das kann ich nicht bieten. Ich lese aus der Hand und lege Tarot Karten.  Aber dabei geht es eher um die Persönlichkeit der Menschen bzw. was die Karten oder die Handlinien über das Leben eines Menschen aussagen.

Gibt es denn Vorurteile mit denen Sie als Zauberer kämpfen müssen?

Was immer wieder kommt, ist dass die Leute denken, sie müssen ihre Brieftaschen festhalten, aus Angst ich würde etwas klauen. Das sind natürlich eher Taschendiebe und nicht Zauberer. Zauberei ist eher Unterhaltung.
Dann wird eben oft gefragt, ob ich in die Zukunft schauen kann, was ich dann entkräften muss. Einige haben auch die Sorge, dass ich sämtliche Gedanken lesen kann, die ihnen durch den Kopf schwirren und ich so irgendwelche Geheimnisse erspähe. Das ist natürlich nicht so.  Ich kann einen Gedanken nur in einer bestimmten Situation, die ich kreiere, lesen. Ich raube den Leuten in der U-Bahn also nicht die Köpfe aus.

Kann man von der Zauberei gut leben oder ist es eher eine Leidenschaft?

Davon kann man schon leben. Ich werde für Veranstaltungen und verschiedene Events, zum Beispiel Hochzeiten oder Firmenevents engagiert. Ich werde entweder für Bühnenshows gebucht oder für kleinere Empfänge, wenn die Leute eine Cocktailparty veranstalten und jemanden buchen wollen, der sich unter die Gäste mischt und sie unterhält.
Es kommt auch immer häufiger vor, dass mich Schüler- oder Studentenvertretungen für ihre Semester- und Abschlussfeiern buchen.

Was geben Sie den zukünftigen Schulabgängern auf den Weg?

Generell ist es wichtig, immer am Ball zu bleiben. Man trifft häufig Menschen wie mich, bei denen der Berufsweg nicht ganz so gradlinig war. Die wussten vielleicht auch mit Anfang 20 noch nicht, was sie beruflich machen wollen und trotzdem haben sie ihren Weg gefunden. Viele Leute schlagen auch später noch einen anderen Weg ein. Man sollte immer offen dafür sein, dass sich der Berufs- oder ein Lebensweg anders entwickeln kann und bereit sein, wenn es sich ankündigt, es genießen und auch annehmen.

In einem kleinen Liveexperiment hat LeXa übrigens seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt und Cindys Gedanken gelesen. Er hat das Sternzeichen ihrer besten Freundin aus der Schule erraten. Sie ist Schütze. 😉