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„Ich verlass mich auf meinen Arm der Vergeltung“

Leben

Beim Training mit Diskus-Olympiasieger Robert Harting.  Er ist Olympiasieger, Europameister und verteidigte 2013 seinen Weltmeistertitel. Er ist Idol. Und sein Jubelritual so etwas wie sein Markenzeichen: Robert Harting. PLANBAR traf den Sportsoldaten, kurz bevor er zur Weltmeisterschaft nach Moskau reiste, und durfte ihn bei seiner Trainingseinheit im Bundesleistungszentrum Kienbaum hautnah beobachten. Nach ein paar eindrucksvollen Übungen im Kraftraum nahm sich der 2,01 m große Mann auch Zeit für ein Gespräch mit uns.

Wie kam der Wechsel vom Handball zum Diskuswerfen?

Es war eigentlich ein tragisches Ereignis. Ich habe immer gerne Handball gespielt und war auch richtig gut, die Größe habe ich ja auch. Bei meinem alten Trainer brauchte ich keine Beiträge bezahlen, doch  dann kam ein neuer Trainer und bestand darauf, dass ab sofort Beiträge gezahlt werden müssen.

Früher hatte meine Mama nicht die finanziellen Möglichkeiten, um die Beiträge zu bezahlen. Der Trainer unterstützte uns dabei auch nicht, deshalb bin ich zum Diskuswerfen gewechselt.

Du bist ja in Cottbus geboren. Was hat dich nach Berlin verschlagen?

Ich habe mir gedacht, hier geht’s nicht weiter und sah für mich keine Zukunft mehr. Mein damaliger Trainer hat in Berlin jemanden gesucht, und da hat sich das gut angeboten. Die Bedingungen in Berlin waren für mich einfach besser.

 Wie hat es sich angefühlt, Olympiagold zu gewinnen?

Das war auf alle Fälle mein Traum, und ich konnte es anfangs gar nicht realisieren. Es ist nur in einem Satz zu beschreiben: ein Gefühl der Erlösung und Befreiung!

Zerreißt du dir deswegen auch immer dein Trikot? Wie reißfest ist dein Nationaltrikot?

Ja, das stimmt. Ich bin dann so voller Adrenalin, und das muss ich ja rauslassen. Danach fühle ich mich erleichtert und befreit. Keine Ahnung, wie reißfest das Nationaltrikot ist. Das werden wir ja sehen! [lacht]

Mit was für einem Gefühl gehst du nach Moskau, und wie trittst du dort an?

Mit dem Gefühl, sich erfolgreich im Sport zu zeigen und das umzusetzen, wofür man die ganze Zeit trainiert hat. 7PS Wurfkraft müssen ja zu irgendwas nütze sein. Weltmeister zu werden ist das eine, aber das nochmal zu machen, ist eine ganz andere Geschichte. Ich verlass mich auf meinen Arm.

Zu deinen Hobbys zählt abstrakte Malerei. Findest du noch Zeit dafür?

Der Leistungssport steht im Vordergrund, da gibt es keinen Ausgleich. Dafür ist momentan nicht viel Zeit, aber wenn es was Neues gibt, werdet ihr es schon sehen.