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How to melk a Kuh

Ausbildungsfinder

Vorbei an Einfamilienhäusern mit idyllischen Gärtchen geht es für PLANBAR zur Milchviehanlage eines Landwirtschaftsbetriebs in der Nähe von Calau. Neugierig und gespannt fahre ich auf den Hof – schon von Weitem begrüßen mich die Kühe mit einem kräftigen „Muh“. Bevor die eigentliche Arbeit losgeht, geht es erst mal zum Umziehen. Praktische, funktionelle Kleidung und Gummistiefel sind Pflicht, danach wird durchgestartet.

Auf einem Bauernhof gibt es ganz unterschiedliche Arbeitsbereiche, in die du über verschiedene Ausbildungsberufe oder auch Studienfächer kommst: Ausbildungen sind zum Beispiel in den Richtungen Tierwirt oder Landwirt möglich. Einzelne Universitäten bieten ein duales Studium im Bereich Agrarwissenschaften an. Die Ausbildungszeit beträgt meistens drei Jahre. „Noten sind dabei nicht alles. Verantwortungsbewusstsein, Interesse für Tiere und Zuverlässigkeit sind Eigenschaften, auf die besonders geachtet wird“, erklärt mir die Leiterin des Hofes.

Ihre Herdenmanagerin behält die Tiere stets im Auge: „Für diesen Beruf muss man wirklich geschaffen sein und Leidenschaft und Fürsorge für‘s Tier mitbringen!“ Angefangen bei den neugeborenen Kälbchen beobachtet sie ganz genau das Verhalten der Jüngsten im Stall, um festzustellen, ob sie sich wohlfühlen und alles in Ordnung ist. „Kein Tag ist wie der andere. Es ist immer wieder etwas Neues, genau das macht es ja so spannend!“ Nebenan wird gerade ausgemistet und neu eingestreut, anschließend werden die Jungtiere mit Futter versorgt. Die fühlen sich sichtbar wohl und tollen im frischen Stroh freudig herum.

Ein Computer erfasst über das Halsband des Tieres, ob bereits alle Kälbchen an der Tränke waren und ihre Portion Milch bekommen haben. Im benachbarten Stall kontrolliert eine Kollegin, ob die Kühe bereit für die Besamung sind. Das kann sie meistens schon von Weitem am Verhalten der Tiere erkennen. Einige von ihnen sind bereits hochträchtig, sie werden in den nächsten Tagen ihr Kälbchen gebären und kommen dafür in eine extra Strohbox. Im Nebengehege konnte ich in diesem Moment die Geburt eines Kalbs live miterleben – das war wirklich ein tolles Erlebnis!

Am Melkstand reiht sich eine Kuh nach der anderen ein. Ihre Zitzen werden von der Maschine angesaugt und fast von selbst gemolken. „Etwas Ahnung und Affinität für Technik ist auf jeden Fall hilfreich“, sagt die Anlagenleiterin, während sie die Auffälligkeiten, Geschehnisse und Ergebnisse des Tages in das sogenannte Herdenmanagement-System einträgt. Es dient dazu, die genauen Warte- und Ruhezeiten der Kühe bis zur nächsten Besamung, Kalbung oder bis zum nächsten Melkvorgang zu überblicken. Das System kann sogar über ein Tablet oder ein Smartphone bedient werden. Es erfaßt alle Ereignisse im Leben einer Kuh.

Am Ende des Tages stelle ich fest: Die Arbeit auf dem Milchbauernhof ist vielseitig und abwechslungsreich, jeder Tag ist besonders. Vor allem aber: So nah wie hier kommt man den Tieren sonst nirgends.