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Hightech statt Handarbeit

Ausbildungsfinder

Quark mit Leinöl, Plinse, Saure Eier – die Lausitz hat viele kulinarische Spezialitäten zu bieten. Ganz oben auf der Liste: die sauren Gurken. Die Spreewälder Gurken – sogar eine eingetragenes Produkt mit geographisch geschützter  Angabe – findet man inzwischen in Supermärkten in ganz Deutschland.

Für den Nachschub sorgt unter anderem die Firma SpreewaldRabe aus Boblitz. Die Firma wurde 1898 gegründet und hat sich zu einem florierenden Familienbetrieb entwickelt. Inzwischen werden nicht nur Gurken aus der Region zu Gewürzgurken oder sauren Gurken verarbeitet, auch Weißkraut, Rotkohl, Kürbis, Paprika und Knoblauch  werden eingelegt  und vor allem viel  Meerrettich gerieben. Zunehmend werden auch frisch eingelegte  Gurken und Salate in Bechern vermarktet. Das Unternehmen orientiert auf Produktinnovationen, und dazu werden natürlich entsprechende Fachkräfte mit neuen Ideen benötigt. Über 60 Stammarbeitskräfte beschäftigt der SpreewaldRabe derzeit, darunter auch zwei Auszubildende zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik.

Frisch ausgelernte Fachkraft ist Alexander Kurth, dem wir bei seiner Arbeit, dem sauersten Beruf der Lausitz, über die Schultern schauen konnten. Der 29jährige war anfangs noch skeptisch, ob die Ausbildung etwas für ihn ist, aber schon bei der Probearbeit hat er gemerkt, wie viel Spaß die Arbeit ihm macht: „Ich war überrascht, wie vielfältig der Job ist. Man lernt viel über Lebensmittel und was in ihnen steckt, von dem man vorher nichts wusste.“ Als Auszubildender hat er die verschiedenen Produktionsschritte der sauren Gurke mitverfolgen können, von der Rohwarenannahme über die Arbeit in der Kräuterküche, wo die Gewürzmischungen vorbereitet werden, die Bedienung der Produktions- und Verpackungsanlagen bis zur Qualitätskontrolle. Ein wesentlicher Bestandteil der dreijährigen Ausbildung bildet die Arbeit im Labor, wo zum Beispiel die Qualität der Rohware, aber auch der PH-Wert, Inhaltsstoffe und Salzgehalt verarbeiteter Produkte gemessen werden. Alexander Kurth hat die Arbeit im Labor besonders viel Spaß gemacht. „Auch weil es dort so schön ruhig ist“, scherzt er, während er am klackenden Palettierer darauf achtet, dass die Gurkengläser die richtige Laufbahn nehmen. Aber auch die Lautstärke verdirbt ihm nicht den Spaß an der Arbeit. Er ist froh, dass er nach der Ausbildung übernommen wurde und schätzt vor allem die gute Zusammenarbeit der Kollegen: „Man hält zusammen, und wenn jemand ein Problem hat, ist man füreinander da.“

Auch Geschäftsführerin Heidemarie Belaschk freut sich über den neuen, jungen Mitarbeiter im Unternehmen und möchte noch mehr jungen Menschen die Chance einer abwechslungsreichen Ausbildung beim SpreewaldRaben bieten. „Wir gehen mit der Zeit und erweitern unser Produktsortiment ständig. Dazu benötigen wir natürlich engagierte Nachwuchsfachkräfte“, erklärt sie. Voraussetzungen für die Aufnahme der Ausbildung seien gute Kenntnisse in den Naturwissenschaften, um beispielsweise erforderliche Berechnungen zur Rezeptur im Labor vornehmen zu können. Außerdem sind solide EDV-Kenntnisse wichtig, um die programmgesteuerten Automaten steuern zu können. „Die Arbeit  ist sehr spezialisiert, doch die modernen Maschinen und Anlagen nehmen uns die körperliche Arbeit ab“,  erklärt Heidemarie Belaschk und lädt ein: „Wer sich davon ein Bild machen möchte, kann gern an einem Rundgang durch das Unternehmen teilnehmen.“