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Helene Beach Festival

Leben

Dieses Jahr fand das zweite Helene Beach Festival am schönen Helene See in Frankfurt/Oder statt. Das Wetter, die Künstler, das Gelände, die Gäste, die unzähligen Partys ... einfach alles passte!

Die Anfahrt am Freitagnachmittag gestaltete sich etwas schwierig. Aus Richtung Kreisverkehr(?) kommend bildete sich eine, grob geschätzt, 5 km lange Autoschlange. Das bei grob geschätzten 30°C im Schatten und mehreren Hundert Leuten und fast so vielen Autos. Doch die Stimmung lies sich keiner versauen, im Gegenteil. Es glich fast einer Krötenwanderung. Lustig und beschwipst sah man nacheinander alle Fahrgäste aus den Autos steigen und los laufen, nur die Fahrer waren wie immer die Zurückgelassenen, die im Auto vor sich hin schmorten. Hier und da ein Polizist, ab und zu ein Ordner und dann auch schon der erste große Parkplatz.

Am Abend erfuhren wir dann von anderen Gästen, dass diese zwischen 2 und 3 Stunden im "Anfahrt-Stau" standen. Da hatten wir mit unseren 60 Minuten ja noch Glück. Aber so etwas gehört nun mal zum Festival dazu.

Der erste große Act am Freitag, zu dem vermutlich auch ein Großteil der Gäste hinstürmte, waren Kraftklub. Laut Timetable sollten Kraftklub 22:45 beginnen, doch auch 23:45 spielten sie noch nicht. Der Grund dafür ist mir nicht bekannt, jedoch hat die Band die vorher spielte ziemlich überzogen. Was mich allerdings nicht weiter störte, denn H-Blocx hört man sich gerne an. Wir sind ja schließlich beim Festival und uns drängelt da keiner. Jedoch wurde das Publikum langsam unruhig und H-Blocx mussten sich gegen Ende ihres Auftrittes den einen oder anderen "Kraftklub-Schlachtruf" anhören, nahmen es aber ganz locker.

Endlich war es nun so weit: Kraftklub kamen auf die Bühne, alle waren glücklich. Doch das Glück sollte nicht lange halten, denn nach zwei Liedern wurde unterbrochen - die Sicherheit sei gefährdet. Der nette "Moderator" erklärte uns irgendwas über die Sicherheitsbarrieren und dass wir alle einen Schritt nach hinten machen sollten, damit die unglaublich starken Securitys alles ganz machen können. Gesagt, getan aber anscheinend nicht richtig. So wurden wir erneut dazu aufgefordert, nach hinten zu treten. Das Publikum lies es sich weiterhin gefallen, wollte es doch endlich nur laut singen und springen. Geschafft - Kraftklub starteten einen neuen Versuch, spielten ein Lied, doch da kam schon wieder der beliebte "Moderator" und verkündete das Herr X, sein Auto Y mit dem Kennzeichen ABC doch bitte umparken soll. Außerdem hieß es noch dass mit der Reparatur der Sicherheitsdinger wohl nicht richtig funktioniert hätte und das jetzt die unglaublich starken Securitys dafür verantwortlich sind, dass alles hält. Als er nun endlich mit seinem Märchen am Ende war, ging es weiter mit Kraftklub. Doch nicht nur unsere Stimmung hatte sich verdunkelt, die allgemein vorherrschende Stimmung war sehr gedrückt. Wir entschlossen uns zu gehen.

Es verschlug uns zu einer der drei Strandbühnen. Die Strandbühnen waren, egal welcher Act grad performte, der Hammer. Genau am Strand, mit dem weichen Sand unter den nackten Füßen und dem kühlen Wasser im Rücken, konnte man bis zum Sonnenaufgang feiern. Freitag tanzten wir u.a. zu Alle Farben, Aka Aka und Oliver Koletzki, die allesamt echt gute Stimmung verbreiteten. Doch auch Lexy und K-Paul waren einen Besuch bei der Hauptbühne wert.

Samstag meinte Petrus es dann gut mit uns. Nach einem kurzen Regenschauer in den frühen Morgenstunden, kam die Sonne heraus. Also ab zum Strand, dachten sich wahrscheinlich alle. Es war kaum noch ein Platz zu kriegen am kühlen Nass, aber wir kämpften uns durch. So brutzelte dann die ganze Festivalgemeinde in der Sonne, man traf ein paar bekannte Gesichter und gönnte sich das eine oder andere Bier. Besonders angenehm war, dass die Bühne "Strandterrasse" genau neben uns war und ab 10.00 Uhr Musik spielte. Von entspannten House über bekannten Electro und sogar eine kleine Band namens Baby Lemonade beglückten uns.

Die Hauptacts an diesem Abend waren Bosse, Frida Gold und Fritz Kalkbrenner. Allgemein betrachtet herrschte viel bessere Stimmung als am Abend zu vor. Besonders sehenswert waren Frida Gold. In einem Hauch von Nichts räkelte sie sich auf der Bühne herum, das auch der trainierteste und böse guckenste Atze die Arme nach oben schmiss und fragend sang "Wovon sollen wir träumen?".

Dann: Fritz Kalkbrenner. Es war so weit. Alle warteten gespannt. Alle sahen ihn. Alle kreischten. Alle wollten tanzen. Doch, was war los? Die Musik war so leise, als würde er sie nur vom Laptop abspielen. Dann wieder laut, dann wieder leise. Dann aus. Ein hin und her. Nach knappen 10 Minuten war es dann vollbracht, es wurde laut und vor allem gut. Wie erwartet, lieferte er eine super Show ab, mit allen bekannten und unbekannten Sounds. Als Fritz dann vorbei war, wurde es ruhig um die Mainstage, alle suchten sich ihr Plätzchen an einer Strandbühne. Diesmal hatten es uns die Laguna Beach und die BRB All Stars Bühnen angetan. Mit DJ´s wie Alma Gold, Ohrfutter und Disco Dice ließ es sich wieder bis zum Sonnenaufgang und lange darüber hinaus aushalten.

Abgesehen von dem Reinfall am Freitag mit Kraftklub, war es ein sehr entspanntes und buntes Festival. Es war für Jeden was dabei, langweilig wurde es nie. Die Veranstalter haben gute Arbeit geleistet. Auch die Preise für Essen und Getränke waren im Vergleich zu manch anderen Festivals moderat.

Was vielen und auch mir aufgefallen ist, war der Zustand der sanitären Anlagen. Wir hatten noch das Glück in einem privaten Bungalow zu hausen jedoch konnte man echt nur noch Mitleid für die Camper empfinden. Unter aller Sau! Jeder Toilettengang 50 Cent  aber Achtung - Toilettenpapier gab es dann nur noch auf Zuteilung und dass die Toilettendamen sich mehr mit Kaffe und Kippe beschäftigten als mit dem Zustand der Toiletten, war uns schon Freitag klar. Es muss ja nicht blitzen als könnte man vom Boden essen, aber auch beim Festival ist ein gewisser Standard erstrebenswert. Wie das mit den Duschen lief kann ich nicht beurteilen, viel besser muss es aber auch nicht gewesen sein.

Was mich persönlich noch sehr geärgert hat, war dieser total verwirrende Flyer vom Festival- und Campinggelände. Auch die Darstellung des Timetables war sehr unvorteilhaft. Das könnt ihr noch besser und ich drücke die Daumen, dass es das nächste Jahr auch wird.

Auf jeden Fall aber ist das Helene Beach Festival eine Empfehlung wert und einen extra Tipp für ganz Fixe haben wir auch noch:  Man kann sich jetzt schon Early Bird Ticket für das Jahr 2013 sichern. Also ran an den Speck, ihr (Tanz)Mäuse!