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Greenville – Welche Acts ihr nicht verpassen solltet

Musik

3 Tage, 3 Bühnen und 56 tolle Musiker und Bands – so beeindruckend das auch klingt: es stellt die Freunde guter Musik auf dem Greenville-Festival am kommenden Wochenende in Paaren/ Glien vor eine gewaltige Herausforderung. PLANBAR hat für euch die Running Order gecheckt und stellen euch ein paar Bands vor, die ihr auf keinen Fall verpassen solltet.

Zu den Top-Acts und absoluten Must-See’s gehört auf jeden Fall die Bloodhound Gang. Lang war es still um die 1992 in Pennsylvania gegündete Kult-Band, die sich nicht nur mit Songs wie „The Bad Touch“ (You and me, baby, ain't nothin' but mammals, so let's do it like they do on the Discovery Channel. – willkommen zurück, Ohrwurm!), „Along comes Mary“ und 2005 schließlich mit „Foxtrot Uniform Charlie Kilo“ einen Namen machte, sondern vor allem durch obszöne und jeder politischen Korrektheit widerstrebenden Auftritte. Abgefahren und obszön wird sicher auch ihre Show beim Greenville, schließlich wollen die Jungs auf der Bühne dasselbe wie die Leute vor der Bühne: einfach nur Spaß haben. Also am Freitag ab 22 Uhr an die Visions Stage!

Wer nach der Show der Rüpel-Musiker gerade erst warm geworden ist, kann sich gleich auf zur Radio eins Bühne machen, wo La Brass Banda zeigen, was Blasmusikkapellen von heute alles können. Wenn Frontmann Stefan Dettle und seine vier Kumpanen nicht gerade im bayrischen Dorfidyll an einer neuen Platte arbeiten, bringen sie auf großen Bühnen in Deutschland und der Welt ihr Publikum zum Schwitzen, dann geht es heiß her und Füße und Arme fliegen wild durch die Luft – Deckung suchen zwecklos. Ob Roskilde, Hurricane, Southside, Highfield oder das Sziget Festival: überall hinterlässt La Brass Banda durchgeschwitztes und euphorisches Menschenvolk, und so verwundert es nicht, dass die Ärzte sie als Support für ihr Ärztival auserkoren haben. Wer nicht bis zum Ärztival im August in Berlin warten will und findet, dass La Brass Banda sowieso viel zu gut ist, um nur als Vorband zu spielen, kann die Lederhosenträger Freitag ab 23:45 Uhr auf dem Greenville erleben.

Wie La Brass Banda heute unser Bild von Volksmusik ändert, hat vor 20 Jahren eine Gruppe den Hip-Hop geradezu revolutioniert und prägt ihn noch heute: Wu-Tang Clan. Wenn jemand den Titel „Rap-Superband“ verdient hat, dann sie. 1993 brachten die neun Herren aus State Island und Brooklyn ihr erstes Album „Enter The Wu-Tang (36 Chambers)“ heraus, das einschlug wie eine Bombe, ein weltweiter Erfolg wurde und heute als das beste Hip-Hop-Album aller Zeiten gehandelt wird. Derzeit ist der Clan mit seiner „20th Anniversary Show“ auf Welttournee und machen auch in Deutschland Halt. Eine der vier exklusiven Shows in Deutschland könnt ihr auf dem Greenville erleben: Samstag, 22 Uhr auf der Visions Stage.

Wer nach der düsteren Rap-Kombo wieder in Partystimmung gebracht werden will, dem sei die Greenville Stage ab 23:15 Uhr ans Herz gelegt. Das schwedische Elektropop-Duo Icona Pop werden dort ihre Hit-Single „I love it“, „Girlfriend“ und andere Gute-Laune-Partysongs zum Besten geben. Der Auftritt verspricht abwechslungsreiche zu werden, kündigt das Duo doch an, dass sie in ihrem im August erscheinenden Album neue Genres und Sounds ausprobieren. Wir dürfen also auf ihren Auftritt beim Greenville gespannt sein!

Während Icona Pop ihre Festivaltauglichkeit erst noch beweisen müssen, sind die Kaiser Chiefs geradezu als Festivalrocker berüchtigt. Ob Rock am Ring, Rock im Park, Southside, Hurrican, Highfield, Sziget oder Glastonbury – die Indie-Rocker aus Leeds haben schon von vielen großen Bühnen aus die Massen begeistert, nun kommen sie ins beschauliche Paaren zum Greenville (und machen sich die beiden Tage vorher in UK und Belgien dafür warm). Mit „I Predict a Redict“ begann der Aufstieg der Kaiser Chiefs zu einer der beliebtesten Indie-Rock-Bands in Großbritannien und spätestens mit ihrem Hitsong „Ruby“ vom zweiten Album  “Yours Truly, Angry Mob“ kennt sie auch hierzulande jeder. Kein Zweifel, dass sie am kommenden Wochenende ihrem Ruf eine phänomenale Live-Band zu sein, alle Ehre machen werden und dem Publikum mit ihren Hits der letzten 10 Jahre ordentlich einheizen werden. Seid dabei: Sonntag ab 19 Uhr auf der Visions Stage.

Ein paar Geheimtipps haben wir natürlich auch für euch parat: Riders Connection zum Beispiel, die mit knackigen Beatbox-Sounds, einer unermüdliche Rhythmusgitarre und souligem Gesang. Die Berliner Band, die einst als Straßenmusiker begann, hat sich mit viel mitreißender Energie in die Herzen ihrer Fans und als Gewinner des Livedrop Bandcontests im März auf die Visions Stage beim Greenville gespielt. Samstag ab 14 Uhr werden sie das Publikum mit ihrem Beat anstecken.

Frühes Anreisen am Freitag lohnt sich auch schon, denn der Opener auf der Greenville-Stage ab 16:15 Uhr ist Kollektiv22! Kennste nich? Kein Wunder, denn bisher spielen die sieben Jungs hauptsächlich auf kleineren Bühnen oder bei beliebten spontanen Straßengigs in ihrer Heimatstadt Hamburg und sind noch nicht ganz bis in alle Ecken Deutschlands vorgedrungen. Beim Greenville will die hanseatische Newcomerband aber zeigen, dass sie mit ihrem Crossover aus Softrock, Reggae, Rap und Soul auch von der großen Bühne aus begeistern kann.  Ende Mai ausgezogen, um an ihrem Album zu arbeiten, ist das Greenville erster Halt auf ihrer Streets Tour durch ganz Deutschland. Keine Frage: den Bandnamen sollte man sich merken.

Für Sonntag können wir euch gleich drei Geheimtipps an die Hand geben: Voll, laut, heiß und bunt wird es um 14 Uhr auf der Radio eins-Bühne, wenn Hoffmaestro, die elfköpfige Ska- und Reggae-Band aus Schweden, die Bühne stürmen. In ihrer Heimat sind sie schon längst als eine der besten Live-Bands berühmt (und berüchtigt) und auch auf internationalen Festivals sind sie seit 2010 regelmäßig mit dabei, zum Beispiel in Roskilde. Und obwohl auch schon für einen Grammy nominiert, haben sie sich hierzulande noch keinen richtig großen Namen gemacht. Dass sie den aber verdient haben, beweisen sie uns am Sonntag auf dem Greenville und zwei Wochen später auf dem Highfield.

Unser geliebtes Label Audiolith ist gleich mit vier Bands vertreten, die es alle verdient hätten, vorgestellt zu werden: Frittenbude, Findus, Saalschütz und Tubbe. Weils so schön war damals auf dem Konzert und beim Interview, sei noch mal speziell auf Tubbe hingewiesen. Das sympathische Duo wird uns und euch mit seinen elektronischen Klängen, den wunderschönen Texten und Steffis unglaublicher Stimme sicher wieder sofort ins Ohr, in die Beine und ins Herz gehen. Wir freuen uns drauf! Kommt vorbei und genießt: Sonntag ab 14:15 Uhr auf der Greenville-Stage.

Weil das Greenville ja musikalisch jedes Genre zu bieten hat, hier noch ein Geheimtipp für alle Rockfans unter euch: Heisskalt. Die vier Jungs aus Stuttgart wurden vom heimischen Radiopublikum Ende letzten Jahres schon an die Spitze der dortigen Hörercharts gewählt und gewannen beim Newcomerwettbewerb PLAY LIVE. Anfang 2013 waren sie mit Jennifer Rostock unterwegs und brachten ihre Debüt-EP heraus: "Mit Liebe gebraut". Auf dem Southside haben die Deutschrocker mit einer schweißtreibenden Show überzeugt und im Herbst bringen sie ihr erstes Album heraus. Ein großartiges Jahr für harten Jungs wird nun mit einem Auftritt beim Greenville fortgesetzt, zu sehen am Sonntag ab 16:15 Uhr auf der Greenville-Stage.  

 

Foto: Greenville / doubleju