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Filme übers erste Mal

Video & Film

Dieser Tage erschienen gleich zwei Filme die sich mit der Thematik der ersten Liebe und alles was dazu gehört beschäftigen. Auf den ersten Blick als „Teeniefilm“ gebrandmarkt überraschen „Meine erste Liebe“ und „The First Time“ zum einem mit Tiefgang und zum anderem mit Charme.

Wer „Meine erste Liebe“ und „The First Time“ nebeneinander stellt wird sich wahrscheinlich denken „Mensch da war die Filmindustrie ja mal wieder sehr kreativ“. Doch so ähnlich wie die Filme vom Titel und der Thematik her auch scheinen, könnten sie eigentlich nicht unterschiedlicher sein.

Klar. Es geht bei beiden um die erste Liebe. Und ja es geht auch um das schöne „S“-Wort. Aber wie auch im echtem Leben ist der Weg dort hin grundverschieden. Fangen wir mit der schweren französischen Kost „Meine erste Liebe“ an.

Sarah liegt mit ihrer depressiven Freundin im Bett

Sarah ist das typische, etwas introvertierte, strebsame Mädchen, dass wohl jeder in der Klasse hatte. Sie erstellt für jede Kleinigkeit Listen, ist Klassenbeste und irgendwo zwischen Reitstunden, Büchern und dem alltäglichem Schulstress findet sie sogar noch Zeit ihre Oma im Altersheim zu besuchen.

Zachary ist das komplette Gegenteil. Chaos! Neu auf der Schule von Sarah angekommen, gibt er sich Mühe so ziemlich jeden Scheiß zu machen um von selbiger wieder runter zu fliegen. Zach lässt den Prollo raus hängen. Der „Coole von der Schule“.

Sowohl Sarah als auch Zachary stellen komplette Extreme dar. Durch ihre Beziehung übernimmt jedoch jeder etwas vom anderem. Zachary baut weniger Mist. Sarah vernachlässigt die Schule und erfährt endlich mal was „Leben“ bedeutet. Das graue Mauerblümchen lässt sich vom Frauenschwarm verführen.

Zachary aus "Meine erste Liebe - Dem Glück so nah"Während das alles wie eine Story klingt, die wenige Überraschungen bereit hält, ist das Interessante an diesem Film, wie nah er am Alltag von Teenagern ist. Da erfährt Sarah über Facebook das Zachary sie betrügt. Und die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Frankreich macht der Schwester von Zachary, trotz Studium das leben schwer.

Sämtliche Probleme die einem im Alter, irgendwo zwischen 14 und 20 begegnen greift dieser Film ehrlich und unverschleiert auf. Das sieht man selten. Durch das „Meine erste Liebe“ aber auch mit so vielen Problemen spielt, ist er wenig heiter und wirkt teilweise sehr überladen.

Nachdem bei „Meine erste Liebe“ das schwere Umfeld für Probleme sorgte, wird es Zeit für die richtigen „Teenieprobleme“ in „The First Time“.

Dave und Audrey treffen sich zum ersem mal.

Dave, der normale liebe Junge von nebenan, ist verliebt in ein Mädchen und kommt dank ultimativem „Frauenversteher“-Syndrom nie über ein freundschaftliches Verhältnis hinaus. Anders als Aubrey. Das junge Mädchen hat einen älteren (wenn auch dümmlich wirkenden) Freund. Dieser ist zwar der typische Prollo, auf den jedes zweite Mädchen steht, reicht mit seinem Spatzenhirn aber nicht wirklich an die clevere Aubrey heran. Und das weiß sie auch.

Bei einer Homeparty trifft Aubrey auf den jungen Dave, der kurz davor ist seiner großen Flamme seine Liebe zu gestehen. Sie kommen ins Gespräch. Sofort merken beide, dass sie irgendwie auf einer Wellenlänge sind. Aus einem Gespräch wird ein „Ich bring dich nachhause“. Dann ein „Willst du nicht mit rein kommen“. Am ersten Abend tauschen beide ihre gesamten Probleme und Lebensgeschichten miteinander aus und dann - Tja. Weiter passiert erst mal nichts. Schließlich hat sie einen Freund und er ist in eine andere verknallt.

Mithilfe von Aubrey und Dave werden in „The First Time“ typische Teenieprobleme aufgerollt. Da geht es schon mal darum, dass Frauen sich immer in die Falschen verlieben und mit dieser Logik ständig auf die Fresse fliegen. Oder um den Zugzwang auch endlich mal Sex gehabt haben zu müssen. Mit wem? Egal! Selbst der „Trinke keinen Alkohol am Steuer“-Zeigefinger wird beiläufig gehoben.

Am eindrucksvollsten geht der Film jedoch mit dem ersten Mal um. Denn das geht ordentlich daneben. Und somit zeigt der Film, dass Sex nichts ist, was beim ersten mal sofort sitzt, sondern die Übung den „Meister“ macht. Der Film schafft das sogar ohne peinlich zu werden und mit dem typischen, amerikanischen Teeniefilm-Charme.