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Fuck Art let´s Dance & Trouble Orchestra im Badehaus

Afterwork

Am 16.05.14 war es soweit – Doppelrelease-Party im Hause Audiolith.
Die Elektropopband „Fuck Art, Let´s Dance“ und die Neulinge beim Label mit dem Namen „Trouble Orchestra“ gaben sich im Berliner Badehaus Szimpla die Ehre.

Trouble Orchestra machten im Jahre 2013 bereits mit einer Deutschlandtour und der Veröffentlichung ihrer 7“ EP „Graupausen“ auf sich aufmerksam. Nun, am 16.05. erschien ihr Debutalbum mit dem Namen „Heiter“. Vorher kurz abgecheckt und dementsprechend gespannt, wie die Songs live klingen werden. Den 6 Hamburger Jungs war die Begeisterung, ihr Debut live zu präsentieren, anzumerken, dennoch wirkte der Auftritt unheimlich souverän. Musikalisch bietet die Band eine spannende Mischung aus Post-Rock und deutschem Rap; schwermütige, atmosphärische Riffs, die auf eine poppige Mischung aus Gesang und Rap treffen.

Das die Rapskills von Johnny Mauser und, dem bisher mir unbekannten, Phurioso nicht die Besten sind, ist kein Geheimnis. Hier stehen die oftmals linkspolitischen, teilweise auch sehr persönlichen Lyrics im Vordergrund. Live fügten sich die neuen Songs fantastisch in das Soundbild der „alten“ Songs ihrer EP ein, zündeten sofort und dafür ernteten sie auch den entsprechenden Beifall. Ebenfalls gelungen war, fast zum Schluss, die Interpretation des Songs „Raven gegen Deutschland“ ihrer Labelkollegen Egotronic.

Die Entwicklung von Trouble Orchestra wird spannend bleiben. Live absolut empfehlenswert, auch wenn ich persönlich kein großer Fan der gerappten Texte bin, so ist der Livegesamteindruck, vor allem in den brachialen, atmosphärisch angehauchten Post-Rock-Passagen, durchweg positiv.

Nach kurzer Umbau- und für uns Raucher- und Bierpause, gingen Fuck Art, Let´s Dance auf die Bühne.

Fehlt nur noch die Wahl der Prom-Queen

Die Band präsentierte am selben Abend ihr neues Album „Atlas“. Wem der alte Sound der Band gefällt, wird auch das neue Material mögen. Das die 4 Jungs ihr Handwerk verstehen, ist für jeden, der sie bereits live gesehen hat, kein Geheimnis mehr. Und so überraschte es auch wenig, dass nach dem Anklingen der ersten Akkorde bzw. spätestens mit dem Einsetzen der Bassdrum im 4/4-Takt das ganze Badehaus tanzte. Musikalisch bietet die Band elektronisch angehauchte Popmusik und zwar von der allerfeinsten Sorte.

Auch hier fügten sich die neuen Songs perfekt in das Soundbild ein. Die Band war sichtlich angetan von der ganzen tanzenden Meute und spielte sich selbst in einen Rausch. Der Drummer: akkurat wie ein Schweizer Uhrwerk. Der Bassist: voll in seinem Element. Wie abgeklärt, bühnenerfahren und souverän diese Band geworden ist, merkte man spätestens dann, als live eine Gitarrenseite riss und der Gitarrist seine Seite in einer Schnelligkeit während des Songs wechselte, als wäre das nie passiert. Und dann bleibt da noch der zierliche Sänger zu erwähnen, welcher vielleicht nicht die markanteste Stimme hat, aber sein Hand- bzw. Mundwerk so gut beherrscht, dass ihm nebenbei noch Zeit blieb um mit dem Publikum zu scherzen. Diese Band ist eine absolute Live-Empfehlung, jeder Cent für ein Ticket ist da perfekt angelegt.

Nach ca. einer Stunde war der Auftritt vorbei und ich fühlte mich, als würde ich gerade die Welt einer amerikanischen High-School-Abschlussball-Party verlassen. Denn genau das wäre die perfekte Kulisse für Fuck Art, Let´s Dance.

 

Foto: Michael Meier