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Weiblichkeit an der Hobelbank – Frauen in „Männerberufen“

Ausbildungsfinder

Ob als Feuerwehrfrau, Polizistin oder Bundeskanzlerin – Frauen erobern eine Berufswelt, die lange Zeit dem „starken Geschlecht" vorbehalten schien. Denn lange galt: Mädchen sind schwach, finden Technik langweilig und haben zwei linke Hände. Doch Stricken war gestern!

Tatsächlich sind Absolventinnen technischer Studiengänge oder Ausbildungsrichtungen hoch motiviert, ihre Noten sind durchschnittlich besser als die ihrer männlichen Kommilitonen und sie studieren schneller. Frauen sind auch mobiler als ihre männlichen Kollegen und bringen ein hohes Maß an Innovation, Eigeninitiative und Organisationstalent in die Berufswelt mit.

Das Problem: Frauen sind nicht nur gut, sondern auch Mangelware. Fächer wie Maschinenbau, Informatik oder Elektrotechnik werden immer noch von Männern dominiert. Es ist für manche Männer nicht leicht zu ertragen, dass plötzlich eine Frau dazukommt und am Ende sogar noch mit ihnen konkurriert.

Dass es nicht immer so sein muss, beweist Carola Schebel aus Cottbus. Sie hat ihren Traum zum Beruf gemacht. „Seitdem ich hier arbeite, bin ich nur noch glücklich und das liegt zum Teil auch an den Männern. Die Jungs haben mich von Anfang an unterstützt und sind immer da, wenn ich Hilfe brauche", erzählt die
29-Jährige mit einem Lächeln auf den Lippen. Carola macht eine Umschulung in einer Tischlerei in Cottbus und hofft darauf, auch bald selbst den Gesellenbrief ihr Eigen nennen zu können. „Wenn die Kunden zu uns kommen und ich ihnen ihre fertigen Möbelstücke überreiche und sehe, wie zufrieden und glücklich sie darüber sind, gibt mir das die Bestätigung, die ich brauche, um meinen Job gut zu machen", sagt Carola. Als Tischlerin ist neben der körperlichen Belastbarkeit auch das mathematische Verständnis und das räumliche Sehvermögen extrem wichtig, um diesen Beruf erlernen zu können. Zu den normalen Fächern in der Berufsschule wie Mathe, Deutsch und Englisch kommen noch die speziellen Fächer wie technisches Zeichnen oder die Eigenschaften der einzelnen Holzarten.

„Für mich ist das ein Beruf mit Zukunft, da es immer Leute geben wird, die Möbelstücke haben wollen, die genau auf sie zugeschnitten sind. Und wir erfüllen ihnen diese Wünsche."