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Forstwirte: Die Hüter des Waldes

Ausbildungsfinder

Stürme verursachen große Schäden und viel Arbeit in den Wäldern. Das alte Holz ernten, junge Bäume nachpflanzen und den Wald pflegen – das sind die Aufgaben von Forstwirten.

Wie bei einem Mikadospiel hat es nach den Herbststürmen im vergangenen Jahr in manchen Wäldern ausgesehen: Abgeknickte Äste und entwurzelte Bäume lagen kreuz und quer. Wege und Straßen waren versperrt. „Vor allem um die jungen Bäume ist es schade. Die sind gut angewachsen und nun fangen wir wieder von vorne an, neu zu pflanzen“, sagt Armin Biermann mit einem traurigen Blick. Der Auszubildende zum Forstwirt kümmert sich um die Wälder zwischen Cottbus, Peitz und Lieberose. Eigentlich entscheiden seine Kollegen und er, welche Bäume gefällt werden. Ordnung muss eben sein, auch wenn man das in einem Wald nicht unbedingt vermutet. Doch manchmal hat die Natur ihre eigenen Regeln.

Forstwirte arbeiten im Rhythmus der Jahreszeiten

Ganz klar: Wer Forstwirt werden will, kommt nicht am Wetter vorbei. „Man sollte gerne draußen sein, die Natur mögen und sich auch körperlich betätigen können“, weiß Armin. Mit den Jahreszeiten verändern sich auch seine Tätigkeiten. Im Winter steht die Holzernte auf dem Programm. Bäume werden gefällt und zur Verarbeitung vorbereitet. Im Frühjahr und Herbst pflanzt Armin junge Bäume nach. „Das ist eine Generationen-Aufgabe, denn es dauert über 100 Jahre, bis ein Baum erntereif ist.“ Er selbst wird das also nicht mehr miterleben, schmunzelt der 20-Jährige. Im Sommer müssen die Forstwirte übrigens schon an Weihnachten denken: Denn dann werden die künftigen Tannenbäume freigeschnitten, damit man kurz vorm Fest gut an sie herankommt. „Außerdem reparieren wir Hochstände und Sitzbänke oder organisieren Events wie das Waldschulfest“, berichtet Armin. Währenddessen halten seine Kollegen per Kamera Ausschau nach Waldbränden.

Ausbildung an der Waldarbeitsschule

Armin Biermann vor dem Regal voller Motorsägen, die zur Grundausstattung der Forstwirte gehören. Fotos: Daniel Friedrich

Damit die künftigen Forstwirte so vielfältig einsatzbereit sind, werden sie in der dreijährigen Ausbildung unter anderem an einer Waldarbeitsschule bei Neuruppin in Nordbrandenburg vorbereitet. Dort findet das komplette erste Lehrjahr statt. Den restlichen Teil der Ausbildung verbringen die Azubis unter anderem in Doberlug-Kirchhain oder Peitz. Vor Ort gehören Handschuhe, eine Kettensäge und zahlreiche Werkzeuge wie Zangen und Äxte zur Grundausstattung. Wer mag, kann eine zusätzliche Fortbildung zum Forstmaschinenführer machen. Technisches Verständnis ist also ebenso gefragt wie Teamfähigkeit, denn aus Sicherheitsgründen arbeitet niemand allein im Wald. „Weil unsere Tätigkeit teils gefährlich ist, werden wir mit Helmen und Schnittschutzhosen ausgestattet“, erzählt Azubi Armin Biermann.

Viele Zukunftsmöglichkeiten für ausgebildete Forstwirte

Im Anschluss an seine Ausbildung hat er viele Möglichkeiten: Er kann beim Landesforstbetrieb oder einem privaten Forstunternehmen arbeiten, zur Holzindustrie oder in den Garten- und Landschaftsbau wechseln. Aber auch ein Studium zur Weiterqualifikation ist möglich.