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Forst setzt auf zielgenaue Ausbildung

Ausbildungsfinder

Forst Der Kern für die Entwicklung und Zukunft einer Stadt liegt in der Arbeit. Doch dafür ist eine zielgenaue Ausbildung nötig. Mit einem 1,8 Millionen Euro schweren Projekt „Zukunft in Forst“ soll das gelingen – und im besten Fall mit der Aktivierung eines alten Fabrikgebäudes sichtbar werden.

ForstAndreas Lucius (l.) und Manuela Kohlbacher sind die Kontaktleute für „Zukunft in Forst“ (Foto: Jan Selmons)

Noch sind es abstrakte Begriffe und Organigramme, die bei der Auftaktveranstaltung des Projektes „Zukunft in Forst“ am Donnerstagnachmittag vorgestellt worden sind. Doch hinter den vielen Begriffen stecken konkrete Ziele. Forst gibt sich ein lokales Bildungskonzept, wie Manuela Kohlbacher vom Institut für Bildung in der Informationsgesellschaft (IBI) erläutert. Bei ihr sollen künftig in Forst alle Fäden zusammenlaufen. Ihr Kollege Andreas Lucius organisiert das Projekt gleichzeitig von einem Büro in Berlin mit. „Wir wollen einen strukturellen Rahmen geben“, sagt Kohlbacher. Die 1,8 Millionen Euro mit Fördergeld vom Bund und Europäischer Union reichen für drei Jahre. Dann soll sich „Zukunft in Forst“ selbst tragen und – so die Vision der Macher – den angeschobenen Projekten ein Dach geben.

Kohlbacher wünscht sich dafür die Aktivierung eines alten Fabrikgebäudes. Dort sollen im Idealfall neben den Organisatoren und Trägern auch Werkstätten eine Heimat finden. Denn der Kern von „Zukunft in Forst“ ist zielgenaue Ausbildung. Bürgermeister Jürgen Goldschmidt (FDP) sieht darin eine Antwort auf die „täglich in den Medien vorkommenden Schlagworte wie Demografie und Bildung“.

„Wir wollen jungen Menschen das Gefühl geben, dass sie gebraucht werden“, erklärt Kohlbacher, gerade denen, die in Forst bleiben. Dazu sollen die geplanten Werkstätten genutzt werden. Laut Manuela Kohlbacher ist ein Zentrum für regionale Berufe geplant, in dem Berufsorientierung, Beratung oder Hilfe für Existenzgründer geboten werden. Den Begriff „Werkstatt“ verwendet sie bewusst im übertragenen als auch im konkreten Sinn – denn auch alte Berufe könnten unter diesem Dach vermittelt werden. Professor Wilfried Hendricks vom IBI und der TU Berlin sieht in Forst ein Erprobungsfeld, dass auch auf die Umgebung ausstrahlen kann. „Ich bin gespannt, was man in drei Jahren sieht“, erklärt er. Jürgen Goldschmidt glaubt an die Chance, mit „Zukunft in Forst“ Lücken zwischen Schule, Ausbildung und Wirtschaft schließen zu können.

Wo die Idee ansetzt, zeigt der Hinweis der Sozialarbeiterin Denise Roy: Bei ihrer Arbeit mit Jugendlichen merke sie, „dass oft der Informationsfluss nicht richtig funktioniert. Die wissen wenig von den Möglichkeiten“. Das werde sich mit dem lokalen Bildungskonzept und dem Zentrum regionaler Berufe ändern, hoffen die Macher von „Zukunft in Forst“. Letztlich könne das helfen, Leute in Forst zu halten und der Stadt Perspektiven zu geben.

Artikel von Jan Selmons