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Der Weg des Florian Prokop

Reportagen

Von Cottbus nach Belgien - Florian Prokop zeigt wie's geht!

Florian, zurzeit drehst du für die erfolgreiche Fernsehserie „Das Haus Anubis“ in Antwerpen in Belgien. Wie gefällt’s dir dort?

Belgien und speziell Antwerpen ist wirklich schön, die Stadt hat eine ganz andere Architektur als deutsche Städte und super viele schöne Ecken, Läden und Restaurants zu bieten.

Gibt es, trotz der direkten Nachbarschaft große Unterschiede zwischen Belgiern und Deutschen?

Also erst mal wohne ich im Flämischen Teil von Belgien. Der, in dem quasi ein holländischer Dialekt gesprochen wird. Daher kann ich nur von dem Unterschied zwischen Flamen und Deutschen berichten.

Die Flamen sind NOCH stolzer als wir auf ihr Bier, haben aber auch viel mehr Sorten und Marken. Flamen verabreden sich auch eher zum Bier als zum Kaffee, was die Zahl an netten Cafés echt verringert. Außerdem frittieren Flamen gerne alles und essen es dann mit Mayo. Flamen sind gelassener als Deutsche, das finde ich sehr angenehm.

Wir kennen dich ja noch aus den guten alten Zeiten in denen du im Piccolo Theater hier in Cottbus auf der Bühne gestanden hast. Wie bist du an die Rolle des Felix Gaber gekommen?

Über Casting! Ich bin ja irgendwann von Cottbus und meinem geliebten Piccolo Theater nach Berlin gezogen, habe da auch noch ein paar Theaterprojekte gemacht und nebenher gejobbt. Dann habe ich mir eine Agentur gesucht und Castings gemacht- Anubis war da erst mal eins von vielen, bloß, das ich auch noch zur Zweiten und schließlich auch zur dritten Runde eingeladen wurde. Während der Morgenschicht im Sandwichrestaurant am Ostbahnhof kam dann der Anruf meiner Agentin. Das war toll!

Vom Theater zum Fernsehen. War es komisch, das erste Mal vor der Kamera zu stehen?

Absolut! Aber man, das ist wirklich schon wieder lange her. Ich weiß noch, in meiner allerallerersten Szene für Anubis musste ich aus meinem Zimmer, durch den Flur ins Wohnzimmer laufen. Spannend, was? 😉

Vor der Kamera zu spielen ist völlig anders als auf der Bühne, da habe ich in den letzten Jahren wirklich viel gelernt.

Du spielst ja die Rolle des Klassenclowns Felix, der immer gut gelaunt und laut ist, seinen Mitmenschen Streiche spielt und in jedes Fettnäpfchen tritt. Wie viel von dir selbst steckt in dieser Rolle?

Ich bin auch meistens gut gelaunt und kann laut sein. Irgendwie war ich sicher auch immer ein bisschen Klassenclown aber Felix ist schon anders als ich, etwas dümmer und naiver vielleicht. Ich mag es irgendwelche aktuellen oder früheren Insider in die Rolle einzubauen, die dann wirklich von mir sind- manchmal kriege ich dann Mails von Schulfreunden, die zufällig was gesehen und sich zurück erinnern.

Was haben deine Eltern eigentlich damals dazu gesagt, als du ihnen gebeichtet hast, dass du Schauspieler werden willst. Läuten da nicht normalerweise sofort die Alarmglocken oder haben sie dich in deinem Traum unterstützt?

Nein, da war nicht viel mit Alarmglocken. Meine Eltern haben mich immer unterstützt, aber wahrscheinlich auch, weil sie gesehen haben, dass ich auf mein Ziel hinarbeite.

 

Credit: Promo

Hattest du selbst an einem Punkt in deinem Leben jemals Bedenken, dass es die falsche Entscheidung war, Schauspieler zu werden?

Bisher noch nicht, aber so lange lebe ich ja auch noch nicht von der Schauspielerei. Mein Ziel ist ja, mein ganzes Leben in dem Job arbeiten zu dürfen. Bisher liefs ja wirklich gut, da hatte ich noch keinen Grund für Bedenken.

Wie wird man überhaupt Schauspieler? Braucht man zwangsläufig Unterricht oder ein abgeschlossenes Studium? Wie war das bei dir?

Puh, da gibt es so viele Meinungen wie Leute, die darüber reden. Ich glaube schon, das einem ein abgeschlossenes Schauspielstudium an einer staatlichen Hochschule langfristig eine größere Sicherheit gibt- ohne Ausbildung darf man in den wenigsten Theatern spielen! Beim Film ist das noch ein bisschen anders, aber auch da halte ich es für wichtig, sich immer weiter zu bilden und zu lernen.

Erzähl doch mal, wie darf ich mir einen Tag im Leben des Florian Prokop vorstellen. Ein bisschen drehen, dabei  viel Spaß haben und abends geht’s dann auf irgendeine angesagte Party?

Ich habe Tage, an denen bin ich eine Stunde  arbeiten; komme im Studio/der Location an, zieh mich um, werde geschminkt,  gehe von rechts nach links und dann wieder nach Hause. Das ist aber wirklich eher selten und auch nicht sehr befriedigend. Ich will doch auch spielen!

An langen Tagen stehe ich halb 7 auf, drehe 8, 10, 13 Stunden und bin dann  spät abends zu Hause, esse schnell was und lerne den Text für den nächsten Tag.

Oder ich drehe nur einen halben Tag, weil ich nachmittags ein Fotoshooting habe, oder einen Interviewtermin, oder einen PR Termin irgendwo in Deutschland/Österreich. Richtig viel Party geht dann jedenfalls nicht mehr abends.

Klingt nach einem echt anstrengenden Tag, bleibt da überhaupt noch Zeit um die jungen und wilden Jahre zu genießen?

Ach klar, ich habe natürlich auch mal Zeit um auf irgendeine Party zu gehen. Während der Kinofilmdrehzeit, bei der wir viel rumgereist sind und immer in Hotels schliefen, gab es abends öfter mal kleinere Partys mit dem Team, da kann man dann jung und wild sein. 😉

Du wohnst in Berlin, bist in Cottbus geboren und drehst im Moment in Belgien. Wie oft kannst du da deine Familie und Freunde sehen?

Nicht sehr oft! Aber ich bin ein Profi im Brückentage-Nutzen und fahre dann meine Freunde und Familie besuchen oder werde ganz einfach von denen besucht. In meinem Urlaub muss ich mich allerdings immer entscheiden. "Urlaub" zuhause oder Urlaub am Strand? Schwierig...

Du wurdest bei den Nickelodeon‘ Kids Choice Awards 2010 zum besten Schauspieler gewählt. Was ist das für ein Gefühl?

Das war super! Ich durfte ja mit nach Los Angeles und bei der Preisverleihung dabei sein. Da ich die Awardshow auch noch für die Schweiz präsentiert habe, waren das 5 lange Arbeitstage, aber das hat wirklich unheimlich Spaß gemacht, Ich bin sehr dankbar, das erlebt haben zu dürfen.

Wurdest du auch schon mal auf der Straße erkannt und angesprochen?

Ja, das ist schon das ein oder andere Mal passiert. Es ist wirklich ein seltsames Gefühl, weil es mir eigentlich immer passiert, wenn ich gerade nicht damit rechne.

Was hat sich sonst bis jetzt für dich verändert?

Naja, als ich bei Anubis angefangen habe, alles! Mein Wohnort woanders, ein komplett neuer Job, neue Menschen um mich rum...

Aber das ist inzwischen mehr als 2 Jahre her, jetzt bin ich natürlich an den Alltag gewöhnt.

Vor Anubis bin ich in meinem Leben einmal geflogen und war total aufgeregt. Jetzt schlaf ich jedes Mal pünktlich zum Start der Maschine ein.

Bald dürfen wir dich ja auch in deinem ersten Kinofilm bewundern. Worum geht’s und wann wird er erscheinen?

Ja, wir haben ihn bereits abgedreht! Es wird ein Kinofilm mit uns 9. Wir verlassen das Anubis Haus und gehen auf Klassenreise, doch Nina wird entführt. Natürlich wollen wir sie alle retten...

Der Film kommt im Frühjahr nächsten Jahres in die Kinos und ich kann’s kaum erwarten!

Du bist ja nun schon seit einigen Jahren Schauspieler. Da gab es doch sicherlich schon die eine oder andere Panne. Was ist denn die lustigste Story, die du erzählen  kannst?

Ich hab ab und zu mal einen wirklichen Lachflash und kann dann einfach nicht mehr aufhören. Einmal fehlte in der ganzen Szene nur noch meine Nahaufnahme, ich konnte mich aber nicht mehr zusammenreißen- also mussten alle meine Kollegen vom Set gehen und ich die Szene ganz alleine spielen. Mit niemandem als Spielpartner um mich rum!

Ansonsten gibt es immer wieder lustige Stolperer oder Verhaspler.

Welchen Tipp würdest du jemanden geben, der von sich sagt „Ich will Schauspieler werden“?

Spiel!

Geh in die TheaterAG deiner Schule oder in einen Theaterjugendclub, spiel mit Freunden... Wenn dich das Spielfieber wirklich gepackt hat, wirst du alleine wissen, wie es auf deinem Weg weiter gehen soll.

Zum Schluss möchten wir noch ein kleines Spiel mit dir spielen. Bitte sag uns ganz spontan was dir zu den Begriffen, die wir dir gleich nennen einfällt

Theater: Piccolo! Natürlich! Hier habe ich die schönsten Jahre verbracht und die tollsten Menschen kennen gelernt.

Sommer: ist ja dieses Jahr irgendwie nicht so dolle...

„Das Haus Anubis“: Angeblich eine Kinderserie auf Nickelodeon, die ab 5. September wieder Mo-Fr um 19.20 läuft.

Hollywood: nicht mein Ziel- aber immer schönes Wetter.

Familie: da denke ich gerade spontan am meisten an meinen Kater Karl, der gerade eine Operation über sich ergehen lassen musste, aber in meinem Elternhaus hervorragen gepflegt wird. 🙂

Schule: da denk ich natürlich an das wunderschöne, sorbische Gymnasium und ein Abitur 2007.

Cottbus: Heimat. Schillerpark. Piccolo Theater. Pyramiden. Kaffee auf dem Altmarkt. Fahrradfahren. Freunde.